28.11.2016, 09:42 Uhr

Tiroler Grauvieh am Tirolerhof im Tiergarten

Das Grauhvieh Katharina, nach erfolgreichem Umzug nach Wien. (Foto: Norbert Potensky)
Wien: Tiergarten Schönbrunn |

Schönbrunn: Grauviehkalb „Katharina“ erobert die Herzen von Wien

Im Tiergarten Schönbrunn ist –pünktlich zu seinem Namenstag am 25. November – das Tiroler Grauviehkalb „Katharina“ eingezogen. Dabei kann sich das Kalb über ein Stück Tirol in seiner neuen Heimat freuen: Der Tirolerhof, ein alter Einhof aus dem 18. Jahrhundert, wurde in Brandenberg Stück für Stück abgetragen und im Tiergarten wiedererrichtet. Hier werden nun seit über 20 Jahren vom Aussterben bedrohte Haustierrassen gepflegt und den Besuchern vorgestellt.

Der urtümliche Hof vereint in Kombination mit einem neuen Laufstall traditionelle und moderne Landwirtschaft und ist dank „Katharina“ um eine besondere Rinderrasse reicher. „Noch vor etwa hundert Jahren wurde das Tiroler Grauvieh in weiten Teilen der Ostalpen gehalten. Ende der 60er Jahre wurde diese Rasse durch die Spezialisierung auf Hochleistungs-Rinderrassen aber fast komplett verdrängt. Wir freuen uns, dass wir sie nun wieder zeigen können“, so Simone Haderthauer, Zoologin im Tiergarten Schönbrunn.

Das Tiroler Grauvieh ist eine sehr robuste und alte Rasse. Schon zur Römerzeit wurden die genügsamen und widerstandsfähigen Rinder wegen ihrer guten Milchleistung geschätzt. Heute ist das Tiroler Grauvieh unter anderem wegen des gutmütigen Charakters so beliebt, besondere in der Mutterkuhhaltung, wo das Kalb direkt bei der Mutter aufgezogen wird. „Gleich nach der Geburt sind die Kälber noch rötlich gefärbt, so wie einst die Kälber der Auerochsen. Das zeigt die Ursprünglichkeit dieser Rasse. Katharina hat schon die typische graue Farbe, die eventuell noch etwas heller wird“, erklärt Raphael Kuen, Geschäftsführer vom Tiroler Grauviehzuchtverband.

Katharina fühlt sich in ihrem neuen Zuhause jedenfalls schon richtig wohl. „Sie hat sich schon bestens in unsere Herde der Tuxer, Sprinzen und Montafoner Braunvieh integriert“, erzählt Revierleiter und Tierpfleger Gerold Vierbauch.
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