18.11.2016, 15:53 Uhr

Tourismusprojekt wird zum Politikum

Ein geplantes Chaletdorf in Wenns sorgt seit einigen Wochen nicht nur für gehörigen Wirbel in der Pitztaler Gemeinde, sondern wird nun auch noch zum politischen Zankapfel. Ein Pitztaler will auf seinem privaten Grundstück mit Hilfe eines Schweizer Investors ein Chaletdorf mit einer Kapazität von 80 bis 100 Betten bauen, dazu einen Restaurantbetrieb und einen Badesee. Bis Redaktionsschluss lag noch kein fertiges Projekt vor, seit einigen Monaten wird aber hinter den Kulissen bereits eifrig am Konzept gebastelt. Diese Vorarbeiten, bei denen sich auch der Wenner Bürgermeister engagiert hat, werden von einer Bürgerinitiative scharf kritisiert. Auch die Liste Fritz hat sich nun eingeschaltet und einen mehrseitige Fragekatalog an LR Johannes Tratter und LH-Vize Ingrid Felipe im Landtag eingebracht. LA Andrea Haselwanter-Schneider schmimpft: "Der Wenner Bürgermeister Walter Schöpf ist seinen Gemeindebürgern bislang sämtliche Informationen schuldig geblieben und hat sich nicht als Demokrat erwiesen. Wir wolle die betroffenen Bürger in rechtlichen Frage unterstützen und das Projekt kritisch hinterfragen. Vor allem die Standortwahl, aber auch die Verkehrsfrage und die Wasserversorgung sind nicht geklärt." Die Abgeordnete ortet auch einen Umweltfrevel, seien am Standort doch auch ökologisch wertvolle Flächen vorhanden. Der Wenner Dorfchef Walter Schöpf wehrt sich gegen die Vorwürfe und meint: "Erst vor wenigen Tagen hat man mir nun ein vollständiges Konzept gezeigt, das nun bei der Gemeindeversammlung am Mittwoch, den 23. November der Öffentlichkeit präsentiert wird. Wichtig war mir, dass hier keine versteckten Zweitwohnsitze gebaut werden, aber andereseits ein touristisch wertvolles Projekt umgesetzt werden kann. Es werden Arbeitsplätze und Wertschöpfung geschaffen. Ich bin als Bürgermeister den gleichen Weg gegangen, wie bei jeden anderen Vorhaben." Schöpf ärgert sich vor allem über die Mittel, mit denen gegen das Vorhaben Stimmung gemacht wird: "Rohe Eier vor der Haustüre und das Verbreiten von Gerüchten sind wenig zielführend. Auch die Liste Fritz hat sich bei mir nicht gemeldet, was durchaus denkbar gewesen wäre."
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