30.11.2016, 19:12 Uhr

Vom Stillstand der Zeit - Eröffnung der Ausstellung HOCH.LAND - Fotografien von Edgar H.J. Mall in der Städt. Galerie Theodor von Hörmann Imst

Prof. Elmar Peinter, Edgar H.J. Mall - Künstler/Fotograf, Alexandra Rangger - Laudatorin/Kunst u. Kulturschaffende, Cons. Alois Oberhuber - Stadtpfarrer Imst, Andrea Schaller - Kulturreferat/Gesamtorganisation Städt. Galerie Theodor von Hörmann, Kulturreferent StR Christoph Stillebacher
IMST(alra). Die städtische Galerie Theodor von Hörmann widmet sich zum Ende des Ausstellungsjahres 2016 erneut der Fotografie und damit den Arbeiten des Tiroler Künstlers und Fotografen Edgar H.J. Mall. Am 24.November wurde die Ausstellung eröffnet - die Begrüßung erfolgte durch Kulturreferent StR Christoph Stillebacher, zur Ausstellung und zum Künstler sprach die Kunst- und Kulturschaffende Alexandra Rangger. Für den besonders eindrucksvollen musikalischen Auftakt zeichneten "cellovoice" - Lucia Müller und Gerlinde Singer an Cello und Gesang, verantwortlich.

Seit vielen Jahren gibt Edgar H.J. Mall seinem künstlerischen Gespür in einer intensiven Auseinandersetzung mit der Natur nach und er tut dies dort
wo die Natur noch ein Höchstmaß an Eigenheit, Urkraft und Mystik besitzt.
Dort, wo Veränderungen im Jahreszyklus mit einem gefühlten Stillstand der Zeit scheinbar mühelos einhergehen - er schöpft die Tiefe seiner Arbeit aus der Höhe - dem höchsten Teil der Landschaft - den Bergen.

Mit HOCH.LAND, so der Ausstellungstitel, fügt Edgar Mall seinem jahrzehntelangen Weg durch alpine Impressionen eine weitere Etappe hinzu. Ein Weg auf dem er mit seiner Serie SNOWSCAPES, die ebenfalls einen Teil der Schau bildet, große Zeichen gesetzt hat. Die SNOWSCAPES - Schneelandschaften - tragen den ergänzenden Titel „Zwischen Formvollendung und Zeitlosigkeit“ und HOCH.LAND - nimmt nun den "Stillstand der Zeit" in Anspruch.

Unzählige Male über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren zog es Mall, der 1961 in St. Anton am Arlberg geboren wurde, in diese alpinen Landschaften im Wandel der Jahreszeiten - Landschaften, die so unmittelbar seinen täglichen Lebensraum begrenzen und doch zugleich eine unbekannte, unberührte, abstrakte Welt darstellen, die sich bei jeder Begegnung scheinbar neu erschaffen hatte

In der Serie HOCH.LAND filtert er Formen, Gruppierungen, Linien, Wege, Schneefelder, Furchen und Spitzen - viele Details, beinahe grafische Elemente aus dem Gesamten und betont die Einzigartigkeit. Auch die Einzigartigkeit, die der Berg freigibt, wenn er in schwierigen Witterungsverhältnissen unberührt bleibt und ganz sich selbst gehört - ohne die Landschaft zu berühren, belegt Edgar H.J. Mall sie mit einer Perspektive, die in der Mystik des meist Unentdeckten ruht.

Den Fotografien der Serie Snowscapes, die 2016 auch als eindrucksvoller Bildband in limitierter Auflage erschienen sind, wohnt eine natürliche Körperlichkeit inne und der Vergleich mit der Anatomie des Menschen, mit vertrauten weichen Formen liegt bei vielen Bildern nahe. Porenähnliche Texturen, Risse, Narben, Schnee, der sich wie eine Haut um diese Berg-Körper legt. Und es entsteht der Gedanke an die Verletzlichkeit, an die Fragilität die als Bindeglied zwischen Mensch und Natur steht, uns eint und gleich macht und zugleich trennt und zerstörerisch wirkt.

Die Landschaften, die sich dem Betrachter aber vor allem erst durch das intensive Eintauchen in die Fotografien erschließen, tragen in ihrer Aussage auch dem respektvollen Zugang zur Natur, zum Leben genüge. Edgar H.J. Mall fügt nichts hinzu und er nimmt nichts weg und doch verleiht er den Motiven, den Schneelandschaften ein Höchstmaß an Ästhetik, dem Hochland ein Höchstmaß an Geheimnis und Würde.

Dem sich ständig verändernden äußeren Erscheinungsbild der heroischen Landschaft, das trotzdem den Stillstand von Zeit und Geist vermittelt, stand der Fotokünstler mit seiner Kamera gegenüber und nahm die Nuancen zwischen Licht und Schatten im Wechselspiel und im Erliegen der Zeit wahr.
Einem intensiven Dialog gleich vollzog er ein Verweben von dieser sichtbaren und fühlbaren Wahrnehmung, ein Öffnen von Projektionsflächen, die eine Außenwelt zeigen, wie wir sie alle kennen - aber diese Außenwelt wird von Mall in abstrakte Stimmungen getaucht, er unterwirft sie einem atmosphärischen Wechselspiel zwischen Wirklichkeit und Illusion. Eine Symbiose entsteht, zwischen der sichtbaren Landschaft und der fühlbaren inneren Landschaft, die sich im Kopf von Edgar H.J. Mall ausbreitete.

Es gelingt ihm je nach Stimmung eine scheinbar schwebende Leichtigkeit hinzuzufügen, aber auch eine tiefe Ehrfurcht und Stille in die Bilder zu legen, die neben der unverkennbaren Handschrift und Stärke der Künstlerpersönlichkeit, vor allem auch ein Spiegel für seine Sensibilität ist und seine feinfühlige Wahrnehmung von Details reflektiert - wie etwa Texturen und Symmetrien im natürlichen Landschaftsverlauf, die funkelnde Ahnung eines Kristalls, unzählige Nuancen von Schwarz und Weiß, Hell-Dunkelverläufe zwischen Tag und Nacht, die vielen, vielen Farben des Schnees, die er in unerwarteten visuellen Metaphern transportiert. Wobei letztendlich die Auswahl des Bildausschnittes, den Edgar H.J. Mall aus der Gesamtfotografie auswählt, entscheidend ist für den Moment, der die Fotografie zur Kunst und somit die Landschaftsaufnahme zum Kunstwerk adelt.

Die Ausstellung HOCH.LAND mit einzigartigen Aufnahmen von alpinen Landschaften im Wandel und Stillstand der Zeit ist Jahresprogramm der Städt. Galerie Theodor von Hörmann und auch Teil der KUNSTSTRASSE IMST 2016 ZeitGeist.

Ausstellungsdauer: 24.11.2016 - 14.1.2017
Öffnungszeiten: Do, Fr, Sa 14-18 Uhr u. nach Vereinbarung
erweiterte Öffnungszeiten während der KUNSTSTRASSE IMST: Sa/So 26.11./27.11./3.12./4.12./10.12./11.12. und Feiertag Do 8.12. von 15-20 Uhr
Rahmenprogramm:
Do 8.12.2016, 17 Uhr: Künstlergespräch u. Signierstunde mit Edgar H.J. Mall. Das offene Gespräch mit dem Künstler führt Alexandra Rangger, Kunst- und Kulturschaffende.
Fr 13.1.2016, 15 Uhr: Führung für Kinder und Workshop mit Edgar H.J. und Sonja Mall
Adresse: Städt. Galerie Theodor von Hörmann, Stadtplatz 11, 6460 Imst
Kontakt: + 43 5412 617 28, +43 664 606 98 205 kultur@imst.gv.at, www.imst.gv.at
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