27.09.2016, 00:00 Uhr

Weltmeisterschaft der Extremkajaker im Ötztal

Bereits zum neunten Mal in Folge treffen sich vom 6. bis 8. Oktober 175 der weltbesten Wildwasserkajaker aus 29 Nationen, darunter 27 Frauen, im Tiroler Ötztal, um auf der legendären Wellerbrückenstrecke den adidas Sickline Extreme Kayak World Champion, also den Weltmeister im Extremkajaksprint zu küren.
„Sick Line“ nennen Extrempaddler die perfekte, flüssigste und schnellste Linie stromabwärts. Diese gilt es bei der Weltmeisterschaft auf einer von der Natur mit Höchstschwierigkeiten gespickten Wildwasserstrecke unter Rennbedingungen zu finden.
Der als „Wellerbrücke Rapids“ bezeichnete Abschnitt der Ötztaler Ache ist eine solche Extremstrecke. Der Gletscherfluss hat den Ruf, die ‚Eiger-Nordwand’ des Kajaksports zu sein: massives Wildwasser der Stufe 5, das heißt sowohl technisch schwierig, als auch gefährlich. Die Stromschnellen tragen so klangvolle Namen wie „TNT Katarakt“, „Champions Killer“ oder „Champions Killer Minus 1“. Selbst kleinste Fahrfehler haben hier Konsequenzen. Aus diesem Grund wird das Startfeld in zwei Qualifikationsläufen auf einem leichteren Teilabschnitt ausgesiebt. Nur die besten Extrempaddler dürfen am eigentlichen WM-Rennen teilnehmen.
„Einige Wildwasserkajaker, die bei dieser WM starten, befahren auf ihren Expeditionen zum Teil noch extremere Flussabschnitte und viel höhere Wasserfälle. Doch das machen sie vielleicht einmal und da kommt es nicht auf die Zeit an“, erklärt Axel Burkhardt, Director adidas Global Sports Marketing Outdoor. „Die adidas Sickline WM testet nicht nur die Fähigkeiten, eine der weltweit schwierigsten Wildwasserpassagen heil runter zu kommen, sondern dabei auch möglichst schnell zu sein. Auf 280 Metern wird den Athleten technisch und konditionell alles abverlangt, das heißt, sie müssen ihr volles Potential auf den Punkt genau abrufen können, Runde für Runde. Sie dürfen sich keinen Fehler leisten und sie müssen extrem fit sein, denn die Schlüsselstellen kommen erst zum Schluss.“
Mit einem beeindruckenden Finallauf sicherte sich im vergangenen Jahr der 27-jährige Spanier Gerd Serrasolses zum ersten Mal den begehrten Titel des Extremkajakweltmeisters, vor dem Engländer David Bain und dem dreifachen adidas Sickline Champion Sam Sutton aus Neuseeland. Serrasolses galt während des gesamten Wochenendes als haushoher Favorit, nachdem er sowohl in der Qualifikation die Bestzeit fuhr als auch im Viertel- und Halbfinale als Sieger hervorging. Im entscheidenden letzten Lauf rief der Spanier seine Tagesbestleistung ab und stellte mit seiner Zeit von 55.34 Sekunden sogar einen neuen Streckenrekord auf.
Auch die 5 schnellsten Frauen kämpften auf den Wellerbrücke-Stromschnellen erstmals um Weltmeisterschaftsehren. Die 35-jährige Ausnahmepaddlerin Mariann Saether aus Norwegen, die zum ersten Mal an der adidas Sickline Extremkajak-WM teilnahm, sicherte sich die Goldmedaille mit einer Zeit von 1:03.49 vor Jennifer Chrimes aus Großbritannien und Alona Buslaieva aus der Ukraine.
Nur die besten kommen weiter
Bei der adidas Sickline WM treten die Top 52 Herren und Top 8 Damen in einem ‚Head-to- Head’ Format gegeneinander an, das heißt, der schnellste der Qualifikation ‚duelliert’ sich mit Platz 52, der zweitschnellste mit Platz 51, und so weiter. Die Reihenfolge der einzelnen Heats erfolgt im klassischen Turnierraster. Der jeweils schnellere Kajaker eines Laufs kommt in die nächste Runde zusammen mit zwei ‚Lucky Losern’, den zwei Zeitschnellsten der ausgeschiedenen Athleten. Auch die Top 28 treten wieder im K.O.-System gegeneinander an. Die 14 Athleten, die sich in dieser Runde durchsetzen, kämpfen mit zwei weiteren ‚Lucky Losern’ um Edelmetall. Im Damenfinale paddeln die Top 5 um den Titel.
Die Teilnehmer sind sich einig, dass die adidas Sickline WM einzigartig ist, denn hier treffen die besten Athleten der unterschiedlichsten Kajakdisziplinen in einem Rennen aufeinander: Extrempaddler, Freestyle- und Slalomweltmeister sowie Expeditionskajaker. Durch das Knockout System ist es schwierig, überhaupt ins Finale zu kommen. Jeder Athlet, der das schafft, hat die Fähigkeit eine Medaille zu holen.

Safety first

Aus Sicherheitsgründen ist die Wellerbrückenstrecke von den Behörden das ganze Jahr über gesperrt und wird nur für den Zeitraum der adidas Sickline WM geöffnet. Um die bestmögliche Absicherung der Athleten zu gewährleisten, arbeiten Wasserrettung, Bergrettung und das österreichische Rote Kreuz Hand in Hand mit dem veranstaltungseigenen „Swiftwater Rescue Team“. „Die Strecke ist buchstäblich überschwemmt mit hochqualifizierten Sicherheitsposten, die innovative Rettungsmittel wie eine redundante Seilbahn einsetzen und die Wellerbrücke zumindest ein Wochenende lang in die sicherste Wildwasserstrecke der Welt verwandeln“, sagt Event Direktor Mike Hamel. „Die Athleten gehen bei dieser Weltmeisterschaft an ihre physischen und psychischen Grenzen. Wir möchten, dass sie sich ganz auf ihr Rennen konzentrieren können und sich keine Gedanken darüber machen müssen was passiert, wenn sie im 6 Grad kalten Wasser schwimmen.“
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