03.07.2017, 20:05 Uhr

Wiener Schmäh und bayrischer Rock mit Kultstatus - Wolfgang Ambros und Spider Murphy Gang beim ArtClub Open Air 2017 in Imst

IMST(alra). Wenn Wolfgang Ambros & die No.1 vom Wienerwald und die Spider Murphy Gang für einen Konzertabend angekündigt sind, dann darf man davon ausgehen, dass sich eine über Jahrzehnte gewachsene Fanbasis zum musikalischen Legendentreffen einfindet. So geschehen am 1.Juli beim Open Air des ArtClub im Stadtpark in Imst - mit 1200 Besuchern.

Die Spider Murphy Gang ließ bereits ab 20 Uhr keinen Zweifel daran, dass die "Rock´n´Roll-Schuah" auch nach 40 Jahren Bandgeschichte noch wie angegossen passen. Die Gangmitglieder - Günter Sigl, Barny Murphy, Willie Duncan, Ludwig Seuss und Otto Staniloi - lieferten ganz entspannt bayrischen Kultsound und sie taten dies mit beachtlichem musikalischen Nachdruck. Unüberhörbar hatten die Hits mit der markanten Patina der 80iger Jahre - wie "Skandal im Sperrbezirk", "Schickeria" und "Sommer in der Stadt" nichts an Wirkung verloren - alles wurde mitgesungen und die ersten Reihen waren ohnehin fest in blau-weißen Händen.

Ganz ohne "Frosch im Hois" lieferte Günther Sigl, der heuer seinen unglaublichen 70.Geburtstag feierte, ein Versprechen - "Zehn Jahre gehn scho no" - das Publikum setzte dem, nach einem tollen Konzert viel Applaus, nichts als Zustimmung entgegen!


50 Jahre Ambros on tour - Lieder mit zeitloser Botschaft!

Wolfgang Ambros - seit gut 50 Jahren auf Tour - hat sich durch sämtliche Höhen und Tiefen eines Lebens durchgesungen und mit seiner ruppigen und unverfälschten Art immer wieder den Nerv und wohl auch die Seele seiner Fans getroffen - bringt er doch mit seinen Texten die zeitlose Essenz des Menschseins mit Schmäh und auch Weisheit und vor allem in eingängige Melodien verpackt unters Volk.

Körperlich sichtlich gezeichnet betrat die Austro-Pop-Legende kurz vor 22 Uhr die Bühne in Imst und bat das Publikum ihm nachzusehen, dass er das Konzert nur mehr im Sitzen absolvieren kann. Die Fans sahen ihrem Idol einiges nach und schwelgten in den legendären Hits, die sie immer wieder durch Zurufe einforderten. Woraufhin Ambros in stoischer Ruhe entgegnete "das ist keine Juke-Box - alles der Reihe nach" - dem Wunsch aber ohnehin entsprach und von "A Mensch möcht i bleib´n" bis zu "Schifoan" alle Klassiker in den nostalgischen Streifzug verpackte.

Musikalisch war der Abend bestens in das kraftvolle Bandgefüge eingebettet, das Ambros stützte und ihm stets als seine No.1 zur Seite steht - Gitti Guggenbichler, Ursula Gerstbach, Günter Dzikowski, Peter Koller, Harry Stampfer und Erich Buchebner. Zwischendurch ließ sich Ambros die Gitarre oder etwas zu trinken reichen, auch vom Publikum gesanglich unterstützen - und die treue Fangemeinde trug ihr "Wolferl" sehr gewogen durch etwas mehr als eine Stunde. Alle Kräfte packte Wolfgang Ambros noch aus und kam trotz der erkennbar großen Anstrengung gleich für mehrere Zugaben auf die Bühne zurück, um sich bei "lauen" 12 Grad, die diese Tiroler Julinacht zu bieten hatte, im wärmenden Applaus seiner ungebrochen großen Anhängerschar zu baden.
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