07.09.2014, 15:11 Uhr

Zurück in die Zukunft?

Die Historiker Sr. Margareta An er Lan referierte über die wechselhafte Geschichte der Kirche Tirols.
Innsbruck: Haus der Begegnung der Diözese Innsbruck |

Im Innsbrucker Haus der Begegnung fand am Freitag, dem 5. September, die große jährliche religionspädagogische Jahrestagung der IRPB Innsbruck-Stams statt.

„Woher kommt die katholische Kirche Tirols und wohin kann sie sich – angesichts sinkender Mitgliederzahlen - weiter entwickeln?“ So könnte man Themenstellung der Tagung der katholischen Bildungseinrichtungen im Zeichen des heurigen 50-Jahr Jubiläums der Diözese Innsbruck umreißen. Der Einladung zu einer interessanten Zeitreise in das Jahr 1964 mit vielen Inspirationen für das Jahr 2064 waren zahlreiche ReligionspädagogInnen und Interessierte gefolgt.

Gestern

Dabei entwickelte die Historikerin und langjährige Ursulinen-Schulleiterin Sr. Margareta An der Lan einen Blick auf die Geschichte Kirche Tirols und der Diözese und würdigte das kostbare Erbe aber auch den sich daraus ergebenden Auftrag: „Wenn wir gemeinsam aufbrechen, kann vieles geschehen und ich wünsche uns allen den Mut zum Aufbruch!“

Heute und morgen

Univ.-Prof. Dr. Christian Bauer wiederum lieferte in ein paar „theologischen Lockerungsübungen“ Inspirationen für die nächsten 50 Jahre. Beginnend mit der trockenen Feststellung „Es wird alles weniger!“ forderte er zum „Aufbruch in die Krise“. Das umfasse sowohl ein in die moderne Zeit Aufbrechen als auch ein sich selbst Aufbrechen. Der Weg führe die Kirche wie im schon alttestamentarischen Ägypten von der „Befreiung (aus der Sklaverei) im Exodus“ zur „Zerstreuung im (babylonischen) Exil“. So sieht er die Tiroler Kirche schon jetzt als eine „Kirche in der Minderheit“, eine „Kirche in der Diaspora“, auch wenn viele das noch nicht wahrhaben wollten. Aber: „Gegen die Realität hilft kein Wünschen!“
Dann ließ er drei Propheten der Zukunft zu Wort kommen, K. Rahner, M Delbrel und E. Schillebeeckx, die schon vor über 50 Jahren beispielhaft gewirkt hätten. Er verspüre einen Rückenwind aus Rom mit dem Auftrag des „Umbaus der Kirche“ und lieferte Anregungen unter anderem aus der modernen Werbung zum „Aufbruch in die Jüngerschaft“.

Musik und Arbeitskreise

Die Referate wurden musikalisch um rahmt vom Duo Johannes Scheicher und Charlie Rathgeb-Weber, die auch ein eigens für den Tag komponiertes Lied „Aufbrechen – 50 Jahr isch a lange Zeit…“ vortrugen. Nach den verschiedenen Arbeitskreisen am Nachmittag endete die Tagung mit einem liturgischen Abschluss und einer vom Bischof gespendeten Agape.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.