03.02.2018, 15:21 Uhr

100 Millionen für Nichts? Die GRÜNE Antwort auf die geplanten Tunnel auf der Fernpass-Route

Zusammen mit den Spitzenkandidaten Bernd Suitner, für Imst, und Regina Karlen, für Reutte, stellte Ingrid Felipe Spitzenkandidatin der GRÜNEN in Tirol, die Antwort der GRÜNEN auf die geplanten Tunnelprojekte auf der Fernpassroute vor
IMST (dl) Vergangenen Donnerstag, 01. Feber 2018, bezog Ingrid Felipe, Spitzenkandidatin der GRÜNEN in Tirol, in Imst, zusammen mit den Spitzenkandidaten der Bezirke Reutte und Imst Stellung zum im Wahlkampf um die Landtagswahlen unlängst wieder in den Fokus gerückten Thema „Transitverkehr über die Fernpass-Route“.


Mit dem Start in den Wahlkampf für die Tiroler Landtagswahl am 25. Februar rückten mit dem Thema „Transitverkehr über den Fernpass“ zwei Großprojekte wieder in den Fokus, um die es in den vergangenen Monaten eher still geworden war: Der geplante Fernpass-Scheiteltunnel, sowie der Tschirganttunnel, der Nassereith und Haiming verbinden wird, soll die Verkehrslage, vor allem an An- und Abreisetagen deutlich entspannen. Doch die Tiroler GRÜNEN trauen der mit den Großprojekten versprochenen Entlastung auf der Route durch das Außerfern, über den Fernpass in den Bezirk Imst, nicht und positionieren sich als Gegner dieser Großprojekte.

Unterstützt wurde Ingrid Felipe, Spitzenkandidatin der GRÜNEN in Tirol, bei der Vorstellung der „GRÜNEN Antwort“ auf die angedachten Tunnelprojekte im Sportzentrum Imst durch Bernd Suitner, Spitzenkandidat der Bezirksliste Imst, und Regina Karlen, Spitzenkandidatin der Bezirksliste Reutte.


Der Fernpass-Scheiteltunnel ist ein Transit-Magnet

Die Tiroler GRÜNEN, allen voran Ingrid Felipe, befürchten, dass durch die Realisierung der Tunnelprojekte und der damit verbundenen Verbesserung der Fernpassroute, einerseits, das Verkehrsaufkommen steigen wird und damit alles andere als Entlastung herbeigeführt wird. Zudem sehen die Tunnelprojekte nur einspurige Verkehrsführungen vor, was dem Verkehrsfluss nach Meinung der GRÜNEN nicht weiter verbessern würde. Andererseits beziehen sich die GRÜNEN auf Aussagen seitens der Asfinag, die darauf hindeuten, dass die Rentabilität der angedachten Tunnelprojekte ohne Integration des Schwerlastverkehrs nicht gegeben sei. So identifiziert Felipe den mit 100 Millionen Euro veranschlagten Fernpass-Scheiteltunnel als LKW-Magneten und die die zukünftige Realisierung einer zweiten Transitroute durch Tirol. „Die Hauptgefahr“, so Felipe, „ist, dass im Zuge der geplanten Tunnelprojekte das sektionale Fahrverbot für LKW über 7,5t auf der Fernpass-Bundesstraße fallen könnte. Der Trend im Fernlastverkehr zeigt steil nach oben – wenn das Fahrverbot für LKW über 7,5t fällt, dann verdreifacht sich der Fernlastverkehr über den Fernpass“, so Felipe.



Investitionen in öffentliche Verkehrsmittel sind sinnvoller

Eine vom Land initiierte Petition zum Fernpass-Scheiteltunnel war von den Bürgermeistern des Außerfern ohne Rücksprache mit den Gemeinderäten und damit ohne Rücksprache mit der Bevölkerung unterzeichnet worden. Das Ziel der Tiroler GRÜNEN ist deshalb, neben derzeit angestellten Machbarkeitsstudien für alternative Bahnprojekte, die Einbeziehung der Bevölkerung in dieser Angelegenheit. Das soll im Bezirk Reutte durch eine Befragung der Bevölkerung geschehen. Gegenstand der Befragung sind vorgeschlagene Bahntunnel, etwa durch das Lechtal. Analog zur Arbeit der vergangenen fünf Jahren als Koalitionspartner der ÖVP in Tirol, in denen die GRÜNEN sich unter anderem für den Ausbau und die Investitionen in den öffentlichen Personen Nahverkehr eingesetzt hatten, sehen die GRÜNEN die notwendigen Investitionen in Bahntunnel-Projekten besser angelegt. "Ohne Zweifel - Investitionen sind notwendig" so Felipe "wir GRÜNEN würden diese Investitionen aber lieber in öffentliche Verkehrsmittel tätigen. Eine zweigleisige Bahnverbindung kann sowohl für Schwerlastgüter, als auch für die An und Abreise nach Tirol genutzt werden. An dieser Stelle sind also auch die Tourismusverbände in den betroffenen Bezirken gefragt." Zudem fürchtet Felipe eine Zukunft, in der sich die versprochene Verkehrsentlastung der beiden angestrebten Projekte Fernpass-Scheiteltunnel und Tschirganttunnel als gescheitert erweist. "Wenn die geplante Entlastung durch die beiden angestrebten Tunnelprojekte am Fernpass nicht gelingt, dann ist das in naher Zukunft nicht mehr zu ändern. Dann hätten wir hunderte Millionen für Nichts investiert."
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