09.03.2018, 19:09 Uhr

Fußball als Lebensschule

Michael Heidegger (links) und Thomas Klaus sind die Köpfe hinter der „Tiroler Fußballschule“. (Foto: Peter Leitner)

Thomas Klaus aus Mötz und Michael Heidegger aus Oetz starten innovatives Sportprojekt

MÖTZ, OETZ (pele). Eingetretene Pfade verlassen und Kindern auf innovative Art und Weise den Fußballsport näher bringen – das wollen die beiden Coaches Thomas Klaus aus Mötz und Michael Heidegger aus Oetz. Beim theoretischen Ansatz soll’s freilich nicht bleiben. Der Weg ist vielmehr vorgezeichnet für ein theoretische-praktisches Komplettpaket, das den Fußballsport gleichzeitig zu einer Art Lebensschule machen soll. Professionell und individuell wird der Arbeitsansatz gewählt. Die persönliche Entwicklung eines jeden Sportlers werden im Vordergrund stehen.

Doch wie kam es eigentlich dazu, die „Fußballschule Tirol“ zu gründen? Klaus, der Nachwuchsleiter bei der SPG Silz/Mötz und auch als LAZ-Trainer im Einsatz war, trug die Idee schon lange mit sich rum. „Im Laufe der Jahre habe ich festgestellt, dass der Nachwuchs ein extremes fußballerisches Manko hat und gleichzeitig die nötige Mentalität fehlt, um diesen Sport wirklich auszuüben. Da war für mich klar, dass es ganz einfach an der richtigen Ausbildung fehlt. Nehmen wir ein Beispiel: Alessandro Schöpf war bislang der letzte aus dem Oberland, der wirklich den Sprung auf die internationale Fußballbühne geschafft hat. Und er ging schon sehr früh zum FC Bayern München“, erklärt Klaus. Für den außer Frage steht: „Profitum ist auch für Tiroler Talente möglich, wenn sie richtig gefördert werden.“

Im Internet präsent

In einem ersten Arbeitsschritt wurde die „Tiroler Fußballschule” im Internet (www.fussballschule.tirol) sowie auf verschiedenen Social-Media-Kanälen (Facebook, Instagram) präsent. Breiter Raum wird darin der Traineraus- und -weiterbildung eingeräumt. Denn gerade da passieren nach Ansicht von Klaus und Heidegger im Nachwuchsbereich viele Fehler, werden die Kinder doch oftmals von Personen betreut, denen schlicht das nötige Fachwissen fehlt. „Zu 90 Prozent wird der Körper trainiert, dabei wird Fußball vor allem im Kopf gespielt“, beruft sich Heidegger auf eine Fußballweisheit des legendären Johan Cruyff. Das Ziel der „Fußballschule Tirol“: Die Kids sollen handlungsschneller werden und diese Fähigkeit dann auch im Spiel umsetzen.

Mit ihren Ideen wollen Klaus und Heidegger künftig auch in Schulen vorstellig werden, die bisher angesprochenen Lehrer seien sehr offen für ihr Projekt. Richtig zur Sache gehen wird es dann im Sommer, wenn am Sportplatz in Oetz vier bis fünf Trainingscamps zu je drei Tagen abgehalten werden. Fix geplant sind ein Bambini-Camp für Acht- bis Zehnjährige, ein Juniors-Camp für Elf- bis 14-jährige und ein Mädels-Camp für Elf- bis 14-jährige, wobei die Mädchen der jüngeren Jahrgänge auch bei den Burschen mitmachen dürfen. Dabei sein wird dem modernen Konzept entsprechend mit Jade Kite aus England auch eine eigene Physiotherapeutin. Inhalte werden mentales Training, fußballspezifisches Training, Athletik, Gehirn-Skipping mit Koordination und auch die Ernährung sein.

Stützpunkttraining geplant

Je nach Resonanz der Sommer-Camps soll bereits im Herbst 2018 ein eigenes Stützpunkttraining aufgezogen werden. Und auf eines legt das Trainer-Duo auch noch besonderen Wert: „Wir sehen uns keineswegs als Konkurrenz zum Tiroler Fußballverband, sondern als Ergänzung.Wir arbeiten völlig unabhängig, können durch unsere schlanke Strukturen auf kurzfristige Entwicklungen schnell reagieren. Mittelfristig ist für uns durchaus auch eine Zusammenarbeit mit dem TFV vorstellbar.“
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