26.01.2012, 11:21 Uhr

Gesundheitsbranche darf nicht zweiter Tourismus werden

Zukunftsbranche braucht gute Arbeitsbedingungen und gute Bezahlung

BEZIRK. Die Gewerkschaft vida freut es, dass die Gesundheitswirtschaft für die WKO an erster Stelle steht. „Menschen, die in Gesundheitsberufen tätig sind verdienen sich auch mindestens so gut behandelt zu werden, wie jene um die sie sich kümmern. Um die Branche attraktiver zu gestalten und nicht ein ähnlich schmales Interesse wie im Tourismus zu erzeugen, muss auch die Bezahlung stimmen“, meint Tirols vida-Vorsitzender, Günter Mayr. ++++

Zu wenige Lehrlinge im Tiroler Tourismus hausgemacht
In regelmäßigen Abständen beschweren sich Wirtschaftskämmerer, dass es zu wenig Interesse junger TirolerInnen für eine Lehre im Tourismus gibt. „Das liegt auf der Hand, zeichnet sich die Branche doch seit Jahren durch schlechte Arbeitsbedingungen, schlechte Bezahlung und unfreundliche Arbeitszeiten aus. Es ist an der Zeit und im Ausgabenbereich der Wirtschaft diese Missstände zu beheben, dann kommt auch das Interesse wieder zurück“, so der zuständige vida-Landessekretär, Philip Wohlgemuth.

Vorgehen bei aktuellen KV-Verhandlungen ist falscher Weg
Leider scheint die WKO bei den laufenden KV-Verhandlungen für Beschäftigten im privaten Gesundheits- und Sozialbereich (BAGS) und der Privatkrankenanstalten und konfessionellen Einrichtungen den falschen Weg einzuschlagen. „Beide Lohnverhandlungen wurden am vergangenen Freitag ergebnislos abgebrochen, weil man eine Erhöhung unter der Inflationsrate angeboten hat. Man verfolgt den falschen Weg und läuft in Gefahr den Gesundheitsbereich zu einer Niedriglohnbranche verkommen zu lassen. Dieser Weg würde zu einer ähnlichen Problematik wie jener im Tourismus führen. Die Betreuung und die Pflege von Menschen wird immer wichtiger für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft und hält sie auch zusammen. Die ArbeitnehmerInnen verdienen daher eine spürbare Lohn- und Gehaltserhöhung“, ergänzt Wohlgemuth abschließend.
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