14.01.2009, 00:00 Uhr

Sinkender Optimismus in der heimischen Werbebranche Einbußen werden einkalkuliert

Der Optimismus in der österreichischen Werbewirtschaft sinkt weiter. Sowohl Werbeagenturen, als auch die werbenden Unternehmen erwarteten für die Entwicklung der Werbeaktivitäten eine deutliche Tendenz nach unten. 50,8 Prozent stellen sich darauf ein, dass die Werbeaktivitäten in Österreich in den nächsten zwölf Monaten abnehmen werden. Im Juli 2008 gingen nur 20,3 Prozent von sinkenden Werbeausgaben aus. Im Oktober 2008 waren es bereits 40,2 Prozent, so fasst Hannes Handle, Obmann der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Tirol, die Ergebnisse des aktuellen Werbe-Optimismus-Index zusammen, der heute in Wien präsentiert wurde.
Der Werbe-Optimismus-Index analysiert Entwicklungen und Erwartungen in einem mehrstufigen System aus insgesamt vier Blickwinkeln, nämlich aus denen der österreichischen TOP 500-Auftraggeber, der Werbeagenturen, der Konsumenten und der Medien. Der aktuelle Werbe-Optimismus-Index zeichnet ein umfassendes Bild der Branchenkonjunktur im 4. Quartal 2008 und einen Ausblick auf das schwierige Jahr 2009.

Zweckoptimismus und nüchterner Realismus

Die Erhebung der aktuellen Stimmungslage unter Werbeagenturen auf der einen Seite sowie den Top 500-Auftraggebern in Österreich auf der anderen Seite ergibt, dass der Optimismus in der österreichischen Werbewirtschaft weiterhin sinkt. Im Vergleich zur Werbetreibenden Wirtschaft sind die Agenturen noch optimistischer gestimmt. 37,3 Prozent der Agenturen beurteilen die Konjunkturaussichten positiv, während das nur 21,1 Prozent der Werbetreibenden so sehen, so Handle.

Wann kommt wieder der Aufschwung?

Dass auf die heimische Werbewirtschaft in den Geschäftsjahren 2009 und 2010 eine verschärfte Marktsituation und ein verstärkter Verdrängungswettbewerb zukommen, liegt für den Werbeexperten auf der Hand. Ich rechne damit, dass die Bankenkrise noch länger ein sehr großes Thema sein wird, da alle Bereiche auf Gelder aus der Bankenwelt angewiesen sind. Ich gehe davon aus, dass das Wirtschaftsklima 2009 weiter labil bleibt. Die Auswirkungen der globalen Banken- und Wirtschaftskrise werden sowohl heuer als auch noch 2010 sehr stark zu spüren sein. Für viele Marktteilnehmer liegt in der Krise aber auch eine Chance. Ab dem 2. Halbjahr 2009 sollte sich ein leichter Aufwärtstrend bei der Werbekonjunktur bemerkbar machen, hofft Handle.

Ambivalente Situation am Arbeitsmarkt in der Werbung

Obwohl die Marktbedingungen so schwierig wie schon lange nicht mehr sind, gaben 22,9 Prozent der Agenturen an, die personellen Kapazitäten im Jahr 2009 sogar erweitern zu wollen. Die Werbebranche will die Krise nicht auf ihre Mitarbeiter abwälzen. Sie ist sich bewusst, dass gerade in schwierigen Zeiten kreative Kompetenz und Innovationsgeist besonders wichtig sind. Trotzdem ist zu befürchten, dass es durch die weltweite Werberezession auch in Österreich zu Zuspitzungen am Arbeitsmarkt kommen kann. Aus Sicht der Werbung ist vor allem die Politik gefordert, so rasch wie möglich Vertrauen und Stabilität für die Wirtschaft wieder herzustellen, so der Fachgruppenobmann.

Werbung sichert Arbeitsplätze und kurbelt die Wirtschaft an

Die positiven Auswirkungen von Werbung auf die Gesamtwirtschaft stehen unterdessen außer Zweifel. Das bestätigen die Antworten auf eine entsprechende Zusatzfrage zum Werbe-Optimismus-Index: 83 Prozent der Befragten gaben an, dass Werbung Arbeitsplätze sichert, 76 Prozent vertreten die Auffassung, dass Werbung die Wirtschaft ankurbelt und rund 40 Prozent betonen die Wichtigkeit von Werbung in ökonomisch schwieriger werdenden Zeiten. Demgegenüber glauben nur 18 Prozent, dass Werbung nur einen geringen Beitrag zur Krisenbewältigung leisten kann, weiß Tirols oberster Werber, der abschließend feststellt: Werbung ist die Chance in der Krise. Es muss damit gerechnet werden, dass es auch im Bereich Werbung und Marketing Verlierer geben wird. In den übrigen Wirtschaftszweigen wird sich das genauso abspielen. Wir sitzen alle im selben Boot, doch Werber sind Meister im Rudern.
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