Praevenire Initiative Gesundheit 2030
Gesundheitssystem: Gut, aber leider zu teuer

Derzeit gehen viele finanzielle Ressourcen verloren, weil die Zahl der Spitalsbesuche zu hoch ist.
  • Derzeit gehen viele finanzielle Ressourcen verloren, weil die Zahl der Spitalsbesuche zu hoch ist.
  • Foto: holwichaikawee/Shutterstock.com
  • hochgeladen von Marie-Thérèse Fleischer

Eine unabhängige Expertengruppe arbeitete von 13. bis 17. Mai 2019 im Stift Seitenstetten daran, jenes weiterzuentwickeln. Und auch in den kommenden Monaten finden im Rahmen der „Praevenire Initiative Gesundheit 2030“ weitere Gespräche statt, um einem finanzierbaren und für die Zukunft gewappneten Gesundheitssystem näherzukommen.

Gutes, teures System

„Internationale Statistiken zeigen, dass wir ein sehr teures Gesundheitssystem haben. In Finnland findet eine gleich gute Versorgung statt wie hierzulande – aber sie kostet pro Kopf 1.000 Euro weniger“, machte Praevenire-Präsident und ehemaliger Finanzminister Hans Jörg Schelling aufmerksam. Dafür sind die Österreicher jedoch auch dankbar: In einer Befragung zeigten sich knapp zwei Drittel mit der heimischen Gesundheitsversorgung zufrieden. „Wir haben ein tolles System, aber innerhalb der Bevölkerung besteht die Sorge, dass es in Gefahr ist“, fasste Werner Beutelmayer, Vorstand des Marktforschungsinstituts market, die Umfrageergebnisse zusammen.

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Wohnortnahe Versorgung

Die Sorgen sind nicht ganz unbegründet: So wurden etwa der Mangel an Ärzten am Land und die wachsende Anzahl an älteren Menschen diskutiert. „Es gibt viele Gesundheitsberufe, wo wir Nachwuchsprobleme haben, z. B. in der Pflege. Diese Berufe müssen vom System mehr wertgeschätzt werden“, wünschte sich Thomas Holzgruber, Kammeramtsdirektor der Ärztekammer für Wien. „Zudem müssen Vorkehrungen für eine Infrastruktur getroffen werden, mit der die Versorgung wohnortnah gewährleistet ist“, meinte Schelling.

Zu oft im Krankenhaus

Als Problem stellen sich häufige, teure Krankenhausaufenthalte dar. Gerald Bachinger, Sprecher der Patientenanwälte Österreichs, meinte: „Innerhalb der EU hat Österreich den zweithöchsten Wert an Krankenhausentlassungen.“ Es fehlt hierzulande noch an Personen, die die Patienten durch den Dschungel des Gesundheitssystems führen und an die richtige Stelle bringen. „Das würde am besten funktionieren, wenn man von einem guten Hausarzt- bzw. Primärversorgungsmodell ausgeht“, befand Andreas Huss von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), welche ab 1. Jänner 2020 die Gebietskrankenkassen in den Bundesländern ersetzen wird. Die Praevenire-Experten waren sich einig, dass darum mehr Studierende für den Beruf des Allgemeinmediziners begeistert werden müssen.

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