Influenzasaison
Knappheit bei Grippe-Impfdosen trotz Rekordmengen befürchtet

Für Kinder ist die Grippeimpfung in dieser Saison kostenlos im Impfprogramm vorgesehen. Das könnte vor allem ältere Menschen schützen. Denn Studien belegen, dass über 60-Jährige bereits bei einer 20-prozentigen Durchimpfung von Schulkindern besser vor einem schweren Verlauf der  Influenza geschützt sind, als bei einer Impfung von 90 Prozent der Senioren.
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  • Für Kinder ist die Grippeimpfung in dieser Saison kostenlos im Impfprogramm vorgesehen. Das könnte vor allem ältere Menschen schützen. Denn Studien belegen, dass über 60-Jährige bereits bei einer 20-prozentigen Durchimpfung von Schulkindern besser vor einem schweren Verlauf der Influenza geschützt sind, als bei einer Impfung von 90 Prozent der Senioren.
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Für die diesjährige Influenza-Saison wird es in Österreich 1,86 Millionen Grippe-Impfdosen geben - also mehr als das Doppelte im Vergleich zum Vorjahr. Trotz dieser Rekordmenge könnte es heuer erstmals zu einer Impfstoffknappheit kommen.

ÖSTERREICH. Ein Teil der Impfdosen soll kostenlos für die Impfung von Kindern und Senioren in Pflegeeinrichtungen zur Verfügung gestellt werden. Erstmals wurde die Influenza-Impfung in das Gratiskinderimpfprogramm aufgenommen. Das wurde am Mittwoch im Rahmen eines Pressekonferenz des Österreichischen Verbandes der Impfstoffhersteller (ÖVIH) bekannt gegeben. Dadurch soll die Verbreitung der Influenza deutlich eingedämmt werden.

Kinder sind "Motor“ der Grippeepidemie

Geimpft werden sollen jene, die ein höheres Risiko haben, dass eine Influenzaerkrankung schwer verläuft. Das betrifft etwa Menschen mit Herzkreislauferkrankungen, Diabetes und ältere Menschen ab 60. Auch Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder zählen zur Risikogruppe. Außerdem soll eine Vorbereitung der Influenza-Viren in der Bevölkerung verhindert werden. Es sei daher wichtig jene zu impfen, die sich leicht mit Influenza anstecken. Das betreffe etwa Kindergärtnerinnen, Altenpfleger, Lehrkräfte oder Mitarbeiter in Tourismusbetrieben. Eine wichtige Rolle in der Influenza-Verbreitung spielen Kinder. „Kinder spielen eine wichtige Rolle bei der Übertragung und Verbreitung der Influenza, sie sind 'der Motor“ der Grippewelle.“, erklärt Maria Paulke-Korinek von der Abteilung Impfwesen im Gesundheitsministerium. 

Risikogruppen schützen

Studien zeigen, dass die Impfung von Kindern auch Erkrankungen in anderen Altersgruppen verhindern könne. Demnach seien über 60-Jährige bereits bei einer 20-prozentigen Durchimpfung von Schulkindern besser vor einem schweren Verlauf und Tod durch Influenza geschützt, als bei einer Impfung von 90 Prozent der Senioren. 

Erstmals „kostenfreie Kinderimpfung“

„Mit der kostenfreien Impfung im Kinderimpfprogramm verfolgen wir außerdem die Strategie, Herdeneffekte zu erreichen“, betont Paulke-Korinek. Neu sind dieses Jahr nicht nur Gratisimpfdosen für Kinder, sonder auch, dass erstmals alle Ärztinnen und Ärzte impfen dürfen, unabhängig von ihrer Fachrichtung. In der Praxis bedeutet das zum Beispiel, dass der Kinderarzt oder die Kinderärztin die begleitenden Eltern oder Großeltern gleich mitimpfen kann.

Knappheit trotz Rekord-Impfstoffmenge

Trotz einer Rekordmenge an Influenza-Impfstoffen könnte es heuer aber erstmals zu einer Impfstoffknappheit kommen. Gründe dafür seien die in den letzten Jahren mangelnde Impfbereitschaft der Österreicher, die Notwendigkeit einer frühzeitigen Bestellung von zusätzlichen Impfstoffmengen und die Besonderheiten in der Produktion. „In den letzten Jahren haben sich in Österreich nicht einmal 10 Prozent der Bevölkerung impfen lassen. Jedes Jahr mussten wir als Impfstoffhersteller Tausende nicht verwendete Influenza-Impfstoffdosen vernichten“, erläutert Renée Gallo-Daniel, Präsidentin des österreichischen Verbandes der Impfstoffhersteller. Die Hersteller gingen normalerweise in ihren Planungen von den Vorjahresmengen aus. Ist der Bedarf höher, müsse dies spätestens Anfang des Jahres an die Produktionsstätten gemeldet werden.

Personen v.l.n.r.: Rudolf Schmitzberger, Leiter des Impfreferats der Österreichischen Ärztekammer; Maria Paulke-Korinek, Leitung Abteilung für Impfwesenn im Gesundheitsministerium, Renée Gallo-Daniel, Präsidentin des Österreichischen Verbandes der Impfstoffhersteller (ÖVIH).
  • Personen v.l.n.r.: Rudolf Schmitzberger, Leiter des Impfreferats der Österreichischen Ärztekammer; Maria Paulke-Korinek, Leitung Abteilung für Impfwesenn im Gesundheitsministerium, Renée Gallo-Daniel, Präsidentin des Österreichischen Verbandes der Impfstoffhersteller (ÖVIH).
  • Foto: Uta Müller-Carstanjen/ÖVIH
  • hochgeladen von Julia Schmidbaur

Influenza-Saison Generalprobe für Covid-19- Impfung

Für November werden aber weitere Impfdosen erwartet. "November, Dezember treffen 300.000 Dosen des nasalen Kinderimpfstoffes ein. Das ist medizinisch gesehen ein optimaler Zeitpunkt, um bis ins Frühjahr optimal geschützt zu sein ", sagt Rudolf Schmitzberger von der Österreichischen Ärztekammer. Ärzten käme dabei eine wichtige Rolle zu. Sie sollen manche ihrer Patienten diesmal auch darum bitten, auf ihre Impfung zugunsten jener zu verzichten, die ein höheres Risiko hätten, "in der Hoffnung das November, Dezember auch für alle anderen restliche Impfstoffmengen vorhanden sein werden", erklärt Schmitzberger. Die Influenza-Saison sei auch eine Generalprobe für die Covid-19- Impfung im nächsten Jahr. 

ÖVIH fordert bessere Planung

Um zukünftig besser vorbereitet zu sein, fordert der Österreichischer Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) eine langfristige Planung. „Um eine Situation wie heuer zu vermeiden, brauchen wir für die Zukunft eine bessere Planung gemeinsam mit allen Playern, das heißt von der öffentlichen Hand über die Apothekerkammer bis hin zu den Großhändlern“, betont Präsidentin Gallo-Daniel. Festgelegt werden müssten unter anderem konkrete Impfziele, Abnahmemengen und Distributionsmaßnahmen. „Nur so können wir unser gemeinsames Ziel, eine Zurückdrängung der Erkrankung mit all ihren Folgen auch erreichen", so Gallo-Daniel abschließend.

Noch rund 800 Impfdosen vorrätig
Für Kinder ist die Grippeimpfung in dieser Saison kostenlos im Impfprogramm vorgesehen. Das könnte vor allem ältere Menschen schützen. Denn Studien belegen, dass über 60-Jährige bereits bei einer 20-prozentigen Durchimpfung von Schulkindern besser vor einem schweren Verlauf der  Influenza geschützt sind, als bei einer Impfung von 90 Prozent der Senioren.
Personen v.l.n.r.: Rudolf Schmitzberger, Leiter des Impfreferats der Österreichischen Ärztekammer; Maria Paulke-Korinek, Leitung Abteilung für Impfwesenn im Gesundheitsministerium, Renée Gallo-Daniel, Präsidentin des Österreichischen Verbandes der Impfstoffhersteller (ÖVIH).

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