"Diabetes ist wie ein unerwünschter Untermieter"
Lebensqualität trotz Diabetes

Peter P. Hopfinger, 63, ist seit mehr als 20 Jahren insulinpflichtig. Er gründete bereits 1996 die Internet-Plattform www.diabetes-austria.com und ist Autor mehrerer Bücher, zuletzt „DIAGNOSE DIABETES“ erschienen im KNEIPP-Verlag.
  • Peter P. Hopfinger, 63, ist seit mehr als 20 Jahren insulinpflichtig. Er gründete bereits 1996 die Internet-Plattform www.diabetes-austria.com und ist Autor mehrerer Bücher, zuletzt „DIAGNOSE DIABETES“ erschienen im KNEIPP-Verlag.
  • Foto: Veronika Kub/ www.diabetes-austria.com
  • hochgeladen von Margit Koudelka

Peter P. Hopfinger ist seit mehr als 20 Jahren insulinpflichtig. Er ist Gründer der Internet-Plattform www.diabetes-austria.com.

Diagnose Diabetes mellitus: Was sind die häufigsten Fragen bzw. Befürchtungen der Patienten, wenn Sie diese Diagnose bekommen?
PETER P. HOPFINGER:
Die Mehrzahl der Typ-2-Diabetiker hat zu Beginn bestimmt Fragen und Befürchtungen in Sachen Ernährung. Sowohl Essen als auch Trinken müssen neu überdacht und alte Verhaltensmuster in vielen Fällen über Bord geworfen werden. Auch die eingeforderte (sportliche) Bewegung ist für viele Übergewichtige ein großes Problem. Aber nur solange bis erste Erfolge beobachtet werden. Beim Typ 1-Diabetes ist es ganz anders: da fürchtet man sich vielleicht ganz zu Beginn vor Spritzen, aber sehr bald vor allem vor Unterzuckerungen, die sehr fatal enden können.

Was müssen Diabetiker in puncto Ernährung besonders beachten?
Das gilt auch für Gesunde: eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst, mit wenig tierischem Fett und wenig weißem Mehl. Fertiggerichte aus der Tiefkühltruhe sind nicht wirklich gesund. Tja und ganz wichtig: ausreichend (1,5 bis 2 Liter/pro Tag) Wasser oder ungesüsste Tees trinken.

Welche Rolle spielt körperliche Aktivität/Sport für Diabetiker?
Auch dieser Bereich ist nicht nur für Diabetiker wichtig. Die Evolution hat uns als Lauftiere mit bis zu 40.000 Schritten täglich konzipiert. Das war auch unser Erfolgskonzept, um große Tiere zu Tode hetzen zu können. Heute sind wir zufrieden, wenn wir 10.000 Schritte am Tag machen, manche machen im Dreieck Couch-Kühlschrank-Toilette täglich nur 1.000 Schritte. Klar ist: wenn man weniger Energie verbraucht, als man zu sich nimmt, wird man Gewicht zulegen und eher krank.

Blutzucker messen, Medikamente, Insulin spritzen … Wie „aufwändig“ ist Diabetes?
Der Zeitaufwand ist durch moderne Geräte wesentlich kürzer geworden, als noch vor 20 Jahren. Alles in Allem schätze ich ihn nicht höher als 15 Minuten täglich ein. Das schließt Blutzucker- und Blutdruckmessung ebenso ein, wie die tägliche Kontrolle der Füsse oder auch des Gewichts.

Was ist Ihr wichtigster Rat für den Umgang mit der Erkrankung im Alltag?

Der Diabetes ist wie ein unerwünschter Untermieter, der sich in dein Leben platziert und sich in den meisten Fällen nie wieder entfernt. Er bezahlt keine Miete und will dennoch mit Aufmerksamkeit behandelt werden. Tut man ihm diesen Gefallen kann man auch mit Diabetes mit großer Lebensqualität altern. Tut man's nicht, rächt er sich mit Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Blindheit, Amputationen oder auch Impotenz. Kluge wissen jetzt wohl, was zu tun ist.

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