Seltene, aber gefährliche Erkrankung
Meningokokken-Meningitis: Nur das Impfen schützt

Das Erkennen der Meningitis ist aufgrund der unspezifischen Symptome selbst für Ärzte nicht einfach.
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  • Das Erkennen der Meningitis ist aufgrund der unspezifischen Symptome selbst für Ärzte nicht einfach.
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Innerhalb von nur 24 Stunden kann die Meningokokken-Meningitis (Gehirnhautentzündung) das Leben komplett auf den Kopf stellen, aber auch zum Tod führen. Das verdeutlicht ein Betroffener: "Mit 18 Jahren bin ich daran erkrankt und meine Überlebenswahrscheinlichkeit war mit 5 % sehr gering. Ich lag zwei Wochen im Koma, ein Jahr war ich im Krankenhaus und auch danach habe ich Jahre gebraucht, um wieder fit zu werden", schildert Johannes Hellmann.

Warum eine Meningitis so gefährlich ist

Als Meningitis wird eine Entzündung der Hirn- bzw. Rückenmarkshäute und eventuelle auch des Gehirns bezeichnet. "Verursacher können Bakterien, Viren oder Parasiten sein. Die Übertragung erfolgt durch eine Tröpfcheninfektion", erklärt Dr. Michael Sprung-Markes, niedergelassener Kinderarzt in 1160 Wien. Häufigste Auslöser der Erkrankung sind Meningokokken. Diese Bakterien lassen sich in die Stämme A, B, C, W und Y unterteilen. In Europa kursieren vor allem die Stämme B, C, W und Y. Die invasive Meningokokken-B-Krankheit ist Hauptursache für die lebensbedrohliche Meningitis. Etwa jeder Zehnte Erkrankte stirbt an der Infektion. In Österreich wurden von 2008 bis 2017 gesamt 594 invasive Meningokokken-Erkrankungen gemeldet, 67 Betroffene sind an der Infektion verstorben. "Am häufigsten erkranken Säuglinge unter dem 1. Lebensjahr. Deren Immunantwort ist noch schwach ausgeprägt, weshalb eine frühe Impfung dringend anzuraten ist", appelliert Dr. Sprung-Markes.

Schwierig zu erkennen

Das Erkennen der Erkrankung ist aufgrund der unspezifischen Symptome selbst für Ärzte nicht einfach. Vor allem im Säuglings- und Kleinkindalter kann eine Meningitis leicht mit einer harmlosen Infektionskrankheit wie bspw. einem grippalen Infekt oder einem Harnwegsinfekt verwechselt werden. "Warnende Symptome im 1. Lebensjahr sind oft eine gräuliche Hautfarbe, ein schräges Schreien des Kindes, eine vorgewölbte Fontanelle und lange Atemaussetzer (Apnoe). Die Säuglinge strecken sich nach hinten durch und trinken schlecht. Nach dem ersten Lebensjahr treten vor allem Symptome wie Fieber, Erbrechen, Kopfschmerz und eine ausgerägte Nackensteifigkeit auf. Wenn bereits Einblutungen in der Haut (sogenannte Petechien; siehe Bild) erkennbar sind, ist das Fortschreiten der Meningitis kaum aufzuhalten", schildert Dr. Sprung-Markes. Behandelt wird die Infektion mit Antibiotika, wobei auch alle Kontaktpersonen mitbehandelt werden müssen, bspw. Eltern, Geschwister, Mitschüler, Ärzte und auch zufällig anwesende Patienten in einer Ordination.

Nur das Impfen schützt

Eine aktuelle globale Umfrage des Pharmaunternehmens GSK unter über 2.600 Eltern ergab, dass nur die Hälfte der Befragten wusste, dass es mehrere Stämme der Bakterien gibt und nur jeder Dritte wusste, dass ein Impfstoff gegen Meningokokken B existiert. Außer für den Stamm X sind für alle Stämme Impfungen verfügbar, jedoch schützt keine einzige Impfung vor allen Stämmen gleichzeitig. Daher ist es wichtig einen breitest möglichen Impfschutz durch mehrere Impfungen zu erlangen.

Der aktuelle österreichische Impfplan empfiehlt folgende Schutzimpfungen:

  • Meningokokken-B-Impfung: Für alle Kinder und Jugendlichen. Möglichst früh ab dem vollendeten 2. Lebensjahr. Nicht im Kinderimpfprogramm enthalten.
  • Meningokokken-C-Impfung: Für Kleinkinder ab dem vollendeten 1. bis zum vollendeten 10. Lebensjahr. Auch schon ab einem Alter von 2 Monaten möglich. Nicht im Kinderimpfprogramm enthalten.
  • Meningokokken-ACWY-Impfung: Ab dem vollendeten 10. Lebensjahr bis zum vollendeten 19. Lebensjahr. Im Kinderimpfprogramm enthalten und damit kostenfrei.

Ein Meningokokken-Impfschutz wird unter anderem auch Menschen mit Immundefekten und Reisenden in Gebiete mit hohem Infektionsrisiko empfohlen.

Das Erkennen der Meningitis ist aufgrund der unspezifischen Symptome selbst für Ärzte nicht einfach.
Wenn bereits Einblutungen in der Haut (sogenannte Petechien; siehe Bild) erkennbar sind, ist das Fortschreiten der Meningitis kaum aufzuhalten.
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