Innere Stadt
Demos sorgen für Verluste bei Geschäften

Wegen Demonstrationen kommt es immer wieder zu Sperren. Die Wirtschaftskammer schlägt Alarm.
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Vor allem kleinere Betriebe leiden unter den Straßensperren und Demos in der Innenstadt.

INNERE STADT. Die Klein- und Mittelbetriebe in der City sind in der Regel keine Freunde von Demonstrationen. Nicht weil Demos etwas Schlechtes sind, sondern weil sie meistens am Ring oder mitten in der City stattfinden. Die Demos in Kombination mit Touristenströmen, die auch noch bis in die kalte Jahreszeit hineinreichen, erzeugen ein unattraktives Bild für die Wiener. "Es wäre wichtig, Klein- und Mittelunternehmen aktiv zu unterstützen, indem man für gute Rahmenbedingungen sorgt", sagt etwa ein Händlerpaar aus der Weihburggasse, das lieber anonym bleiben möchte.

Tatsächlich sind die Demos ein größeres Problem in der City. Auch Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP) fordert seit Längerem ein Konzept für die Innenstadt. Erste Gespräche soll es darüber auch schon gegeben haben, "aber wir hoffen, dass im kommenden Jahr noch mehr Fahrt in die Geschichte kommt", so der City-Chef. Es könne ja nicht sein, dass man für jede Demo den Ring für mehrere Stunden sperre.

Einbußen im Umsatz

Immer wieder wird die Problematik auch vonseiten der Wirtschaftskammer angesprochen. Besonders an den Adventsamstagen seien Demonstrationen eine Herausforderung für die Betriebe. Bei den Donnerstagsdemos, die dieses Jahr ihre Renaissance gefeiert haben und jede Woche stattfinden, verhält es sich nicht anders. "Die wöchentlichen Demos kosten die Händler teilweise bis zu 70 Prozent des Umsatzes und vernichten somit auch Arbeitsplätze", sagt Rainer Trefelik, Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Wien. Vor allem klein- und mittelständische Betriebe treffe das besonders hart, sie würden teilweise ums Überleben kämpfen.

"Zufahrtssperren, die Beschneidung von Parkmöglichkeiten, Massentourismus sowie andauernde Demos rund um und in der City sind jedenfalls keine guten Rahmenbedingungen und nicht mehr lange tragbar", so das Händlerpaar. Es gehe um Existenzen, aber auch um das "Gesicht der Innenstadt", das wiederum von den kleineren Betrieben geprägt und zum Beispiel mit der Weihnachtsbeleuchtung gepflegt werde. "Die Weihnachtsbeleuchtung wird nicht von internationalen Ketten oder Konzernen, sondern ausschließlich von den heimischen Handelsbetrieben mitfinanziert", erklären die Händler.

Nicht an Demos rütteln

"In einem demokratischen Land wie unserem ist die freie Meinungsäußerung ein wichtiger Grundpfeiler. Das ist auch gut so", sagt Trefelik. Was nicht auf Verständnis trifft, ist, dass scheinbar jede Demo an den zentralen Einkaufsknotenpunkten in der Wiener City oder auf der Mariahilfer Straße stattfindet. Bei einer so hohen Frequenz an Demonstrationen sieht der WKW-Obmann Rainer Trefelik dringenden Handlungsbedarf.

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