Archäologie
Die Faszination des Vergangenen

Julia Budka forscht für das Institut für Orientalische und Europäische Archäologie der Akademie der Wissenschaften.
  • Julia Budka forscht für das Institut für Orientalische und Europäische Archäologie der Akademie der Wissenschaften.
  • Foto: LMU München
  • hochgeladen von Katharina Kropshofer

Die Archäologin Julia Budka untersucht die historische Lebensweise in Ägypten und dem Sudan.

INNERE STADT. Sie könne sich noch sehr gut an ihre erste Ausgrabung erinnern, meint Julia Budka. Vor mehr als 20 Jahren kam sie zu Beginn ihres Studiums der Ägyptologie und Archäologie auf eine erste Lehrgrabung, wenig später ging es bereits zum ersten Mal nach Ägypten. „Als Anfängerin erkennt man erstmals nichts. Aber ich war fasziniert davon in ein Team integriert zu werden, in dem alle verstanden, was sie sahen und das auch gut erklärten.“

Heute ist Budka Professorin für Ägyptische Archäologie und Kunstgeschichte an der LMU München und forscht auch für das Institut für Orientalische und Europäische Archäologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hauptsächlich in der Gegend des heutigen Ägyptens und Nordsudans.

Ein beidseitiger Austausch

Die zwei Gebiete hängen zusammen: Die Ägypter, interessiert an Ressourcen wie Gold, kolonisierten im zweiten Jahrtausend vor Christus die Nubier in der Gegend des heutigen Nordsudans. „Es wird oft wie eine Einbahnstraße dargestellt, als ob die Nubier nur auf die „kultivierteren“ Ägyptern warteten“, so Budka. In Wahrheit geschah der Austausch aber in beide Richtungen. Trotz Konflikten würde sie das Zusammenleben als geglückt bezeichnen. „Es zeigt auch, wie menschlich ein Kulturkontakt ist: Es werden Dinge übernommen, manche abgelehnt, andere adaptiert.“ Erkenntnisse, die auch heute für ein gemeinsames Leben in Städten relevant sind.

Budkas Forschungsweise zeichnet aus, dass sie Siedlungsarchäologie mit Grabarchäologie verbindet. „Das ist wichtig, weil wir durch menschliche Überreste in Gräbern viel über die damalige Bevölkerung rausfinden können.“ In einem neuen Projekt beschäftigt sie sich mit dem dörflichen Leben entlang eines Abschnitts des Niltals – und das über fünf Jahrtausende hinweg. „Wir erforschen, wie die Leute gewohnt, was sie angebaut, was gegessen haben. Und dann vergleichen wir das Gefundene wieder mit uns gut bekannten Stadtanlagen in Ägypten und dem Sudan.“

Auch wenn am Anfang eines Projekts stets eine Forschungsfrage steht, führen gerade neue Methoden immer weiter: „Wir arbeiten heute sehr interdisziplinär – mit Geologen, Botanikern, Physikern oder Chemikern. Das Inspirierende ist, dass wir so immer auf weiterführende Fragen kommen. Denn wir wollen das große Ganze verstehen, wissen wie die Leute gelebt haben, um so auch ein kleines bisschen über uns selbst zu lernen.“

Ein bisschen ägyptische Luft könne man übrigens auch in Wien schnuppern: „Ich würde raten, in den Schönbrunner Schlosspark zu gehen und den Obeliskbrunnen anzusehen. Auch wenn er auf Rom Bezug nimmt, kann man in den abgebildeten Hieroglyphen erfahren, welche Vorstellungen zu Ägypten im Europa des 18. Jahrhunderts vorhanden waren.“

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