Gummihufe und Co.
Fiaker verhandeln mit der Stadt Wien

Die Fiaker haben ihre Forderungen in einem Katalog zusammengefasst. Jetzt starten die Verhandlungen.
  • Die Fiaker haben ihre Forderungen in einem Katalog zusammengefasst. Jetzt starten die Verhandlungen.
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  • hochgeladen von Maximilian Spitzauer

Die Fiakerbetriebe haben Forderungen an die Stadt gestellt. Wie der Status quo aussieht und was der Bezirk zu den akutellen Diskussionen zu sagen hat.

INNERE STADT. Beim Thema Fiaker gehen derzeit die Wogen hoch: Proteste werden angekündigt, wieder abgesagt und bei den Gegendemos kommt es zu Vorfällen. Nun tritt der Bürgermeister in Verhandlungen mit den Fiakerbetrieben.

Der Auslöser für die derzeitige Situation ist ein Forderungsschreiben, das die Wiener Fiaker ausformuliert haben. Denn die Betriebe fühlen sich von der Stadt im Stich gelassen und sehen die Zukunft eher trist, weil sie immer mehr belastet würden.

Eines der schwerwiegendsten Probleme für die Fiaker sind die Standplätze. Auf dem Stephansplatz wurden schon im Zuge des Umbaus zwölf Plätze gestrichen. Vor dem Umbau waren es noch 24. Jetzt könnten auch die Standplätze auf dem Michaelerplatz wegfallen, weil eine private Initiative den Platz umgestalten möchte. "Der Stephans- und der Michaelerplatz sind unsere wichtigsten Standplätze", betont Ursula Chytracek, Sprecherin der Fiaker.

Den Betrieben wurden zwar alternative Plätze angeboten, allerdings waren diese für die Fiaker nicht zufriedenstellend. Der Bezirk ist verpflichtet, eine vorgeschriebene Anzahl von 58 Standplätzen einzuhalten, einfach streichen könnte man sie also sowieso nicht. "Wir sind strikt gegen eine Verlegung in die Seitengassen, um neu auftretende Probleme zu verhindern", erklärt City-Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP). Alternativen wurden auch von den Fiakern vorgeschlagen, "diese konnten aber aus verschiedenen Gründen von der Stadt nicht angenommen werden", sagt Chytracek.

Vorschrift ist Vorschrift

Figl appelliert aber auch an die Fiaker: "Es wurde uns schon gemeldet, dass eine Fiaker-Kolonne gesehen wurde, die bis zur Brandstätte reichte. Es braucht daher eine klare Einhaltung der Vorschriften und regelmäßige Kontrollen, damit das Zusammenleben funktioniert."

Auch die geplante Einführung von Gummihufen ist eine weitere Belastung für die Fiaker: Die Beschläge würden zwar die Straße schonen, sind aber bei Weitem nicht so lange haltbar wie Hufeisen. "Natürlich steigen damit die Kosten beim Hufschmied", sagt Chytracek. Für die City wären sie wiederum eine Entlastung, da man mit dem Reparieren der Schäden auf den Straßen kaum hinterherkommt. "Sollten die Studienergebnisse die Eignung der Beschläge bestätigen, fordere ich eine gesetzliche Verpflichtung", sagt Figl entschlossen. Immerhin fallen jährlich etwa 700.000 Euro an Reparaturkosten für die Innenstadt an.

Fürs Erste beginnen jetzt einmal die Verhandlungen mit der Stadt. "Wir sind zuversichtlich, dass wir eine passende Lösung für uns und die Stadt Wien finden werden", sagt Chytracek. Ob die Plastikhufe nun kommen und wo die Fiaker künftig stehen dürfen, wird sich noch zeigen.

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