Neue Sterbehilfe-Regelung
Diakonie-Direktorin: Begutachtungsfrist "skandalös"

Die Sterbehilfe wird in Österreich neu geregelt. Mit 1. Jänner 2022 wird die Beihilfe zum Selbstmord für Schwerkranke legal.
  • Die Sterbehilfe wird in Österreich neu geregelt. Mit 1. Jänner 2022 wird die Beihilfe zum Selbstmord für Schwerkranke legal.
  • Foto: pixabay/truthseeker08 (Symbolbild)
  • hochgeladen von Sabine Knienieder

Die Diakonie übt scharfe Kritik an der kurzen Begutachtungsfrist zur neuen Sterbehilfe-Regelung.

ÖSTERREICH. Die Dauer von drei Wochen sei "skandalös", sagte Direktorin Katharina Maria Moser am Sonntag in der ORF-"Pressestunde". Auch dass in einer so sensiblen Frage hinter verschlossenen Koalitionstüren verhandelt worden sei, findet Moser falsch. Wie schon Bischof Michael Chalupka forderte Moser einen Rechtsanspruch auf Palliativversorgung. "Ich finde bislang keinen Rechtsanspruch auf Hospiz und Palliativversorgung festgehalten. Der wäre zentral", betonte Moser. 

Die Diakonie-Direktorin begrüßt, dass es hier mehr Mittel geben soll. Doch sei der Vollausbau 2026 "reichlich spät". Auch wäre ein Anspruch zentral. Dabei gehe es vor allem darum, dass man die entsprechende Versorgung auch im hintersten Tal wahrnehmen könne.

Diakonie kein Anbieter von assistiertem Suizid

Offen ließ Moser, wie die Diakonie in ihren Einrichtungen auf den Wunsch nach Sterbehilfe reagieren wird. Ob man allfällig gegründete Vereine in die Diakonie-Häuser hinein lassen würde, um dort bei Selbstmord zu assistieren, ist für Moser noch zu überlegen. Klar sei aber, dass die Diakonie sicher kein Anbieter von assistiertem Suizid werde. Die Aufgabe der Organisation liege in der Palliativ- und Hospizversorgung. Dass man ausziehen muss, lehnte Moser aber ebenfalls ab. 

Bischof Glettler: Respekt und Kritik für Sterbeverfügungsgesetz

Der für Lebensschutzfragen zuständige Innsbrucker Bischof Hermann Glettler respektierte am Samstag im Interview mit "Kathpress" im vorliegenden Entwurf die Bemühung des Gesetzgebers, eine sensible und verantwortungsvolle Regelung vorzulegen. Aber: "Trotz der gesetzlichen Straffreistellung der Beihilfe zum Suizid muss auch in Zukunft die Vermeidung von Selbsttötungen für eine humane Gesellschaft oberste Priorität haben", so Glettler.

Die Katholische Kirche werde im Verbund mit vielen Institutionen und im Einklang mit anderen Religionsgemeinschaften sich weiterhin für jede Form notwendiger "Assistenz zum Leben" einsetzen, doch "am klaren Nein zu jeder Form der Beihilfe zur Selbsttötung festhalten -trotz der gesetzlichen Straffreistellung."

Mehr zum Thema:

Assistierter Suizid ab 2022 erlaubt

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