Donaustadt: Freundschaften über alle Landesgrenzen

Simon Manzoni und Erick Zott wissen: „Sport verbindet über Kultur- und Sprachbarrieren hinweg!“
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Der in Wien lebende Chilene Erick Zott hat ein bewegtes Leben hinter sich und nun in der Donaustadt einen wichtigen Lebensmittelpunkt gefunden. Als Student der Soziologie wurde Zott vom Pinochet Regime verhaftet und in der berüchtigten "Colonia Dignidad" gefoltert. Stromstöße durch den Mund und die Genitalien gehörten dort zur Tagesordnung. Als er 1976 des Landes verwiesen wurde hat ihm Österreich als politischen Flüchtling aufgenommen. Hier hat er seine zweite Heimat gefunden, 30 Jahre bei der UNO gearbeitet und parallel dazu begonnen Integrationsprojekte zu etablieren.

Integration durch Tanz und Sport

Zunächst nur als Projekt zur Förderung der Beziehung zwischen Latinos und Österreichern gedacht, hat seine Latino-Bar Floridita mittlerweile Kultcharakter. Hier können Interessierte lateinamerikanische Tänze wie Salsa oder Merengue lernen und sich abends bei einem der über 300 Cocktails unterhalten. Noch stärker fördert Zott jedoch die Integration zwischen verschiedenen Kulturen und Nationalitäten mit seinem 2004 gegründeten Fußballverein UN Alianza Latina, der ohne Fördermittel auskommt und von privaten Spenden unterstützt wird. „Lediglich eine Anerkennung vom Integrationsfond haben wir erhalten“, meint Zott und freut sich über jede Unterstützung. Zurzeit ist die UN Alianza Latina Untermieterin beim Kaisermühlner SC am Sportplatz Am langen Feld.

Gemeinnütziger Fußballclub in der Donaustadt

Der gemeinnützige Fußballclub stellt eine Besonderheit in Wien dar. Er hat bei der UEFA erreicht, dass der Verein als Mannschaft anerkannt wird, in der hauptsächlich Spieler mit Migrationshintergrund spielen, obwohl laut Bestimmungen maximal drei „ausländische“ Spieler zugelassen sind. Heute spielt der UN Alianza Latina in der Wiener Meisterschaft, 1. Klasse B, und belegt zurzeit den 2. Platz. Der Kader umfasst rund 60 Spieler, neben Österreichern, Spaniern und Deutschen, hauptsächlich Migranten aus Lateinamerika. Auch Mitglieder aus der Türkei, Serbien, Bosnien und Ägypten tragen zum multikulturellen Team bei. Auf die Kulturunterschiede wird bewusst Rücksicht genommen, ein aktives Kennenlernen der österreichischen Kultur ist gewünscht und Sprachbarrieren werden mit viel Engagement überwunden. Die Einzigartigkeit des Projekts zur kulturellen und sozialen Integration hat auch den ehemaligen Admira Wacker-Spieler Simon Manzoni, gebürtiger Italiener, überzeugt. Er spielt seit 2010 in der Kampfmannschaft und versucht Netzwerke mit anderen Integrationsprojekten, wie der Käfigliga oder Brasilcamps, aufzubauen.

Autor:

Sabine Krammer aus Floridsdorf

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