ICBC kommt 2019
China-Großbank investiert 100 Millionen Euro in Wien

ICBC ist mit zehn Standorten innerhalb der EU vertreten – Wien wird bald der elfte.
  • ICBC ist mit zehn Standorten innerhalb der EU vertreten – Wien wird bald der elfte.
  • Foto: Adrian Grycuk/www.pl.wikipedia.org/wiki/Industrial_and_Commercial_Bank_of_China#/media/File:ICBC_Kamienica_pod_Gryfami.JPG
  • hochgeladen von Linda Osusky

Während  in Kanada die Finanzchefin des chinesischen Technologiekonzerns Huawei, Meng Wanzhou, verhaftet wurde und der US-Handelskrieg mit China in eine neue Runde geht, lud der Anwalt und Präsident der Austrian-Chinese Business Association, Georg Zanger, in einem Wiener Ringhotel zu einer hochkarätigen Veranstaltung.

Auf dem Podium diskutierten der Botschaftsrat der chinesischen Botschaft zu Österreich, Xingle Gao, Ex-Bundeskanzler Christian Kern und René Siegl, Chef der Austrian Business Agency. Es ging über die Anwerbung chinesischer Firmen aus Großbritannien, die womöglich wegen dem Brexit nach neuen Standorten in der EU suchen.

"Im Herzen Europas"

Gao lobte dabei die Vorteile Österreichs, das mit seiner geografischen Lage im Herzen Europas, politischer Stabilität und Kultur punktet. Die ABA verzeichnet rund 100 chinesische Unternehmen in Österreich. Auch der Konzern Huawei ist seit etwa zehn Jahren in Wien Donaustadt angesiedelt und beschäftigt rund 100 Mitarbeiter.

Brexit betrifft chinesische Firmen kaum

Was die Umwerbung chinesischer Firmen aus Großbritannien angeht, ist René Siegl skeptisch. 90 Prozent der chinesischen Investments dort beträfen Immobilien. "Außerdem hat China kein EU-Freihandelsabkommen wie Japan und daher ändert der Brexit für diese Firmen eigentlich nichts," so Siegl.

Wien als Tor zu Südosteuropa

Sicher ist jedenfalls, dass die chinesische Großbank Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) im ersten Halbjahr 2019 in Wien einen Standort eröffnet und hier 100 Millionen Euro investieren wird, wie Gao gegenüber der Wiener Bezirkszeitung sagt. Der Wiener Standort werde kein Privatkundengeschäft anbieten, sondern soll laut Medienberichten Großprojekte in Südosteuropa unterstützen. Dazu könnte die Einbindung dieser Region in die Seidenstraßen-Strategie Chinas gehören. 

Schnellzug Budapest – Belgrad

Geplant ist etwa eine Hochgeschwindigkeitszugstrecke, die Budapest mit Belgrad und letztendlich mit Athen verbinden soll. Damit sollen Güter vom Athener Hafen Piräus, der sich mehrheitlich im Besitz der chinesischen Reederei Cosco befindet, noch schneller ihren Weg in die EU finden. In Belgrad wurde bereits vor einem Jahr mit dem Bau der Gleisstrecke begonnen. In Budapest wartet man noch auf grünes Licht aus Brüssel. Die EU-Kommission hat laut der Neuen Zürcher Zeitung für den ungarischen Abschnitt der Hochgeschwindigkeitsbahn ein Verfahren eingeleitet, um die Vergabe von Baukonzessionen zu überprüfen. Vor 2021 ist mit einem Baubeginn auf ungarischem Boden nicht zu rechnen.

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* CRRC: Ein chinesischer "Drache" erobert Europa von Wien aus per Bahn

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