Sportunion machts vor
Digitales Sporteln als neuer Trend

Der Präsident der Sportunion Österreich, Peter McDonald, trianiert zu Hause digital.
  • Der Präsident der Sportunion Österreich, Peter McDonald, trianiert zu Hause digital.
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  • hochgeladen von Maria Jelenko-Benedikt

Sportunion-Chef Peter McDonald im Gespräch mit RMA-Chefredakteurin Maria Jelenko über die Zukunft Österreichs Sportvereine und die digitalen Initiativen der Sportunion.

RMA: Alle 15.000 Sportvereine Österreichs mit ihren über 500.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben Sportbetrieb und -events eingestellt, um das Corona-Virus einzudämmen. Was bedeutet das für die Zukunft der Vereine?

PETER MCDONALD: Viele diese gemeinnützigen Vereine, die ja keine Rücklagen bilden dürfen, kommen in eine Existenz gefährdende Situation, weil sie durch Einnahmenausfälle, laufende Mietzahlungen und andere Kosten in Liquiditätsprobleme schlittern könnten. Da geht es nicht nur um die ganz großen Vereine, sondern die kleinen, die mit ihren Events einen wichtigen kulturellen und sozialen Beitrag in unseren Gemeinden leisten. Als soziale Institutionen sind Sportvereine mit ihrem sozialen, integrativen, gesundheitsfördernden und wertbildendem Charakter zudem Teil der „kritischen Infrastruktur“ im Land, darum muss die flächendeckende Vereinsstruktur für die Nachkrisenzeit sicherstellen. Ziel muss es sein 100 Prozent der Vereine durch die Krise zu bringen. Gesundheits- und Jugendarbeit der Zukunft darf nicht verloren gehen. Auch deshalb kämpfe ich dafür, dass die Sportvereine in den Hilfspaketen berücksichtigt werden. Finanz- und Sportminister haben in uns bereits zugesagt, die Sportvereine nicht im Regen stehen zu lassen und den Zugang dafür zu öffnen. Konkret brauchen wir als ersten Schritt Soforthilfe von 50 Millionen Euro im Breitensport, 50 Millionen für den Spitzensport, die rasch und unbürokratisch zur Verfügung gestellt werden. Außerdem appelliere ich an Gemeinden und Länder, auf ihre Mieteinnahmen aus Sportstätten und Vereinslokalen in dieser Zeit zu verzichten, um einen Beitrag zu leisten, dass wir alle Vereine sicher durch die Krise bringen.

Sie haben ein digitale Plattform auf Social Media ins Leben gerufen. Was genau ist das?

In dieser schwierigen Phase hat sich die Regierung ja klar zum Sport bekannt, indem Ausnahmen für sportliche Betätigungen ausdrücklich genehmigt sind, wenn auch nicht so wie wir es bisher gewöhnt waren. Denn Sport spielt eine wichtige Rolle für die physische und mentale Gesundheit des Einzelnen. Das wollen wir unterstützen: Mit dem Hashtag #sportunionathome bündeln wir Sportangebote aus sozialen Kanälen auf der Plattform sportunion/athome. Diese Initiativen und Ideen für Motivation zur Ausübung des Sports daheim werden vor allem von Jungen sehr stark angenommen.

Es gibt aber auch eine Art digitales Sportprogramm?
Wir arbeiten an der beschleunigten Umsetzung unser Vision „Digital Sports(Union)“. Unsere größeren Sportvereine österreichweit werden ein Kursprogramme für 7 Tage auf die Beine stellen, das aus allen Bundesländern interaktiv via Videokonferenz genutzt werden kann, in Kürze auf sportunion.at/digitalsports. Auf sportunion.westwien kann man unser Pilotprojekt für den sozialen Zusammenhalt bereits sehen und mitmachen. In einem Stundenplan kann jeder an Übungen teilnehmen, so schaffen wir auch eine soziale Interaktion innerhalb der Programme, die zum Beispiel Pilates, Joga, Zoomba umfassen. Das ist ein idealer Ausgleich auch beim Homeoffice, um die Arbeit zu unterbrechen. Die Übungen sollen künftig flächendeckend „quasi rund um die Uhr“ stattfinden, je nach zeitlicher Möglichkeit und Interesse kann man teilnehmen. So ist man Teil einer Gruppe, auch wenn man physisch nicht dabei ist, ähnlich wie beim Vereinsleben. Es würde mich sehr wundern, wenn nicht digital Sports als eine Ergänzung des Vereinslebens diese Ausnahmezeit weit überleben würde.

Hilfe vor Ort mit dem österreichweiten Netzwerk #schautaufeinander

Infos: sportunion.at/digitalsports  Sportunionathome

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