Bildungsexperte Landertshammer
"Unser Bildungssystem fördert Fachkräftemangel"

Viele Eltern sehen ihre Kinder lieber in der Schule.
  • Viele Eltern sehen ihre Kinder lieber in der Schule.
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  • hochgeladen von Linda Osusky

Unser Bildungssystem stellt die Weichen für die Berufswahl zu früh. Das ist schädlich für die Wirtschaft.

ÖSTERREICH. Im Kampf gegen den Fachkräftemangel sind Lehrlinge ein zentrales Element. Doch ihre Zahl ist – aus verschiedenen Gründen – in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen. Immerhin: 2017 gab es 106.613 Lehrlinge, was nur einem leichten Rückgang von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. 2007 waren es hingegen noch knapp 130.000 Lehrlinge.

Mit zehn Jahren erste Weichenstellung

Wirtschaft und Politik werben eifrig für die duale Ausbildung, auf die sich neben anderen Faktoren der wirtschaftliche Erfolg Österreichs stützt. Doch Experten sehen auch ein Problem im Bildungssystem: Die erste Weichenstellung für den künftigen Berufsweg findet nämlich bereits im Alter von zehn Jahren statt. Zu diesem Zeitpunkt müssen Schüler entscheiden, ob sie eine weiterführende Schule besuchen oder eine berufliche Ausbildung anstreben.

Gemeinsame Schule als Lösung

Aus Sicht von Michael Landertshammer ist das zu früh: "Frühe Bildungswegentscheidungen sind problematisch, weil sie andere Optionen ausschließen oder schwer zugänglich machen", so der Leiter der Abteilung Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer. Eine spätere Bildungswegentscheidung würde sich hingegen positiv auf die Fachkräftegewinnung auswirken, glaubt Landertshammer. Das Konzept einer gemeinsamen Schule für alle 6- bis 14-Jährigen findet er daher gut – unter der Voraussetzung, dass der Unterricht individualisiert wird.

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