26.10.2016, 13:55 Uhr

"HANNAH - Ein buddhistischer Weg zur Freiheit". Ab 4. November 2016 österreichweit im Kino.

Fotocredit: connected pictures
Wien: Urania | „Ein buddhistisches Ritual in Tibet zu erleben – das war wie ein LSD-Trip“, sagt Hannah Nydahl in dem Film, der ihr Leben und ihre Lehren dokumentiert. Es ist ein Schlüsselsatz, denn er situiert die lange und wunderbare existentielle Reise von Hannah und ihrem Mann Ole Nydahl, auch bekannt als Lama Ole, in einem ganz konkreten historischen Kontext: Dem der Hippies der späten 1960er Jahre, die auf der Suche nach spirituellen Erlebnissen waren und sich dazu auch halluzinogener Drogen bedienten. Auch Hannah und Ole wurden im gegenkulturellen Milieu Kopenhagens sozialisiert: „Wir wussten damals noch nichts über Karma“, sagen sie später. Doch ihre Hochzeitsreise, die sie im Jahr 1968 nach Kathmandu führte, sollte ihr Leben für immer verändern: Dort lernten sie den 16. Karmapa, den ersten bewusst wiedergeborenen Lama Tibets, kennen und wurden seine ersten westlichen Schüler.



Die Nydahls sahen im Studium und in der weltweiten Verbreitung der Lehren der tibetischen Karma-Kagyü-Schule ein Lebensprojekt, dem sie sich mit all ihrer Kraft und Energie widmeten – bis zum frühen Krebstod von Hannah, die auch als „Mutter des Buddhismus“ bezeichnet wurde, im Jahr 2007. Während 35 Jahren bereisten die Nydahls 80 Länder und eröffneten weltweit mehr als 600 buddhistische Zentren – oft unter schwierigsten Umständen: In Polen gerieten sie um 1980 in die von der Gewerkschaft Solidarnosc ausgelöste politische Umbruchssituation, in Kolumbien wurden sie von Guerilla entführt und fast getötet.

All dies wird in dem Film „Hannah – Ein buddhistischer Weg zur Freiheit“ thematisiert, den Marta György Kessler gemeinsam mit Adam Penny produziert hat – wobei auch immer wieder die prekäre politische Situation des von den Chinesen unterjochten Tibet zur Sprache kommt.

Die Regisseurin ist selber praktizierende Buddhistin und jahrelang mit Hannah und Ole Nydahl durch die Welt gereist. Ihre dokumentarische Arbeit erweist sich dementsprechend als „Labour of Love“, in die sie fünf Jahre Vorbereitungszeit investierte: Für den Film wurden zahlreiche Interviews mit Verwandten von Hannah, mit Mitstreitern und Zeitzeugen gemacht. Außerdem werteten die Filmemacher privates Film- und Fotomaterial aus und bereisten einige der Länder, in denen die Nydahls tätig waren, um dort Szenen nachzudrehen.

So entstand ein dichtes Gewebe aus Erzählungen, intensiver Minimal-Musik und farbenprächtigen Bildern von tibetischen Klöstern und der überwältigenden Landschaft des Himalaja. „Visuell ist der Film ein reines Vergnügen“, schrieb die Village Voice (NYC). „Ganz in ausgebleichten, verträumten Fotografien der Sechziger und satten Farbtönen auf Tapisserien, Tempeln und Statuen.“

Oft kommt Hannah Nydahl, die hunderte Stunden von Audio- und Videoaufzeichnungen hinterlassen hat, selbst zu Wort und erläutert mit Humor und Empathie die Philosophie von den unbegrenzten Möglichkeiten des Geistes, die es mit den Mitteln der buddhistischen Spiritualität zu aktivieren gelte. „Hannah“ ist das Portrait einer faszinierenden Frau, die ihr Leben ganz der Verwirklichung ihres Traumes widmete. „Der Film sollte sich von den anderen buddhistischen Dokumentarfilmen abheben,“ sagt Regisseurin Marta Kessler. „Wir wollten einen Film schaffen, der nicht nur Hannahs und Oles Kraft und Freiheit ausdrückt, sondern auch die tiefe Bedeutung eines Lebens, das sich in der heutigen westlichen Gesellschaft ganz den Lehren des Buddhismus widmet.“

Premiere im Wiener Urania am Donnerstag, 3. November 2016 um 20.15 Uhr

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