18.10.2017, 10:51 Uhr

Smarte Sexspielzeuge bergen ungeahnte Gefahr

Sexspielzeuge mit Bluetooth stellen ungeahnte Gefahr für den Nutzer dar. Foto (c) bigstockphoto.com/95798555/DarioLoPresti
Wien: Wien | Skurriler Hacker-Fall mit Bluetooth Sexspielzeugen bringt die Sicherheitsthematik erneut ins Rollen

Aus England erreichen uns dieser Tage beunruhigende Nachrichten – jedenfalls für all jene, die bisher unbeschwerte Abwechslung beim Liebesspiel genossen haben. Bei einer IT-Sicherheitsprüfung wurde festgestellt, dass es für Hacker ein Kinderspiel ist sich in Sexspielzeuge einzuhacken und sie zu manipulieren. Wie das funktioniert? Natürlich via Bluetooth! Denn die kleinen Love-Toys sind mit dieser Funktechnik ausgestattet und ganz bequem übers Handy steuerbar. Da sie meist sogar ohne Passwort zugänglich sind, können sich unbefugte, die sich in unmittelbarer Nähe des Geräts befinden, relativ einfach Zugriff verschaffen und die Kontrolle übernehmen. Sobald der Hacker Zutritt gewonnen hat, ist der eigentliche Besitzer machtlos und hat keine Chance mehr, das Gerät abzustellen.

Von diesem Problem sind die Österreicher nicht minder betroffen. In Wien sind die Menschen in puncto Sex offenherziger und aktiver als in so manch einer anderen Stadt der Welt. Das hat jedenfalls eine Umfrage von Lazeeva ergeben, welche Städte aus der ganzen Welt auf 10 unterschiedliche Faktoren untersucht hat. Wenn es darum geht, wie versaut die Bewohner sind, liegt Wien auf Platz 31. Der Sex-Toy Konsum liegt bei 6,1 (auf einer Skala von 0 bis 10) was im Vergleich auch eine beachtliche Zahl ist.


Sicherheitsfalle Sexspielzeug – wer hätte das gedacht?

Dass man ausgerechnet in dieser Branche auf solch eine fatale Sicherheitslücke stoßen muss, ist durchaus beunruhigend. Man möchte sich kaum ausmalen, was ein Hacker damit alles anstellen kann. Ob in einer Nachttischschublade, in der Handtasche oder wo auch sonst der Vibrator gerade steckt – wenn dieser plötzlich auf Höchstgeschwindigkeit läuft, könnte das zu einer ziemlich unangenehmen Situation führen. Neben der Tatsache, dass solch eine Situation peinlich sein könnte, ist hier auch die Verletzungsgefahr nicht außer Acht zu lassen. Wer sich also im Bett ganz gerne mal Abwechslung verschafft, sollte sich vielleicht doch lieber auf die herkömmlichen Toys wie einem Wandvibrator oder dem klassischen Dildo beschränken.

Der gläserne Mensch – die Grenzen werden immer wieder neu ausgelotet

All jene, die sich zwischen dem Jahr 2014 und jetzt zum Kauf eines Vibrators der Smart Devices Corporation in den USA entschieden haben, erhalten nun eine Entschädigung in der Höhe von 10.000 US-Dollar. Der Grund: das Gerät habe die Privatsphäre seiner Käufer verletzt. Über eine App, die es möglich macht das Gerät auch via Handy zu steuern, wurden Daten der Nutzer gesammelt und für eigene Marktforschungszwecke verwendet. Die User hatten keine Ahnung, dass das Nutzerverhalten aufgezeichnet und direkt auf einem Firmenserver in Kanada zu Analysezwecken verwendet wurde.
Dieser skurrile Fall macht auf ein sehr präsentes Thema in Bezug auf die Verwendung von Daten aufmerksam. Ob Fitnessarmband, Spielzeug, Hörgerät oder Küchenherd –die Geräte aus unserem täglichen Gebrauch können mehr, als uns bewusst ist. Die Vorteile der technischen Innovation liegen klar auf der Hand – wem gefällt es nicht den Brühvorgang der Kaffeemaschine bequem von der Couch aus zu starten? Der vermehrte WLAN-Einsatz bringt aber gleichzeitig neue Gefahren mit sich, die man als Nutzer im Auge behalten soll.
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