11.02.2015, 22:34 Uhr

Citizenfour und warum es Spontan-Applaus im Kino gibt

Edward Snowden zeigt in Citizenfour, was für eine beeindruckende Persönlichkeit er ist
Wien: Gartenbaukino |

Citizenfour ist der lange erwartete Film über und mit Edward Snowden. Und er hat im gut besuchten Gartenbaukino die Besucher begeistert.

Die Geschichte von Edward Snowden ist fast allen Menschen bekannt: Der Geheimdienst-Mitarbeiter, der jahrelang die IT-Infrastruktur zur Bürger-Massen-Überwachung durch die NSA betreut hat und dann zum "Whistleblower" (Informant) geworden ist, der unter hohem persönlichen Risiko die Machenschaften der Geheimdienste aufgedeckt hat.
Was vorher als Verschwörungstheorie gegolten hat, hat sich durch ihn als völlig wahr heraus gestellt.

Viele Menschen, auch ich, sehen Snowden als Helden. Er muss auch heute noch für den Verdienst an der Menschheit einen hohen Preis zahlen, muss bei einer Rückkehr in seine Heimat USA mit einer hohen Haftstrafe rechnen und hat in Russland Asyl gefunden.
Dort scheint es ihm in der Zwischenzeit auch recht gut zu gehen.

Der Film "Citizenfour" spielt genau WÄHREND der Zeit, wo die Enthüllungen an die Öffentlichkeit gelangt sind, also im Juni 2013. Die Hauptprotagonisten neben Snowden selbst sind dabei die Filmemacherin Laura Poitras und der Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald.
Poitras wird von Snowden dabei als Hauptansprechperson für seine hochbrisanten Informationen auserkoren und dreht während der Gespräche von Snowden mit Greenwald und anderen Enthüllungsjournalisten und Helfern ihren Film.

Edward Snowden erscheint darin als die starke Persönlichkeit, für die man ihn schon vorher halten hat können. Es ist wirklich beeindruckend, wie er seinen Entschluss in die Tat umsetzt, dass er die Welt besser machen und verhindern möchte, dass die Menschheit mittels Totalüberwachung Richtung Versklavung geht.
Er entscheidet sich auch ganz bewusst dafür, dass er offiziell als Quelle der Journalisten genannten wird, um eine Zeichen zu setzen, für seine Überzeugungen persönlich einzustehen.

Der Film ist bereits zu Jahresanfang 2015 gestartet, ich habe ich am 03. Feber im Gartenbaukino gesehen. Und es war für mich abseits von Premieren oder Sondervorführungen mit anwesenden Schauspielern oder Regisseuren das 1. Mal, wo es im Kino nach Ende des mit rund 150 Menschen gut besuchten Films, von rund 1 Dutzend Zuschauern Spontanapplaus gegeben hat.
Die beeindruckende Persönlichkeit Edward Snowden hat sich diesen auch voll verdient!

Der Film läuft derzeit noch im Gartenbaukino Wien und im Filmzentrum im Rechbauerkino Graz.
Ob im Kino oder wo anders: Citizenfour ist höchst sehenswert.

Update 23.02.2015:

Citizenfour hat gerade den Oscar als bester Dokumentarfilm bekommen. Herzliche Gratulation zu dieser hoch verdienten Auszeichnung!
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