10.10.2017, 13:17 Uhr

"Zum Kuckuck" oder "Plötzlich Papa"

(Foto: www.pixabay.com)

Mehr als nur ein Film – eine bitter-süße Geschichte – mit ganz vielen Fragen für den Alltag...

Zuvor eine Kurzfassung: eine Sommerliebe in Südfrankreich zwischen einem einheimischen Skipper Sam und einer englischen Touristin (Kirstin) – man sieht sich „nie“ wieder….. bis, ja bis die Touristin ein Jahr später am Boot auftaucht, und dem sehr überraschten Sam die mittlerweile 3 Monate alter Gloria übergibt und mit dem Taxi verschwindet. Sam reist ihr nach London hinterher, denn er will das Kind nicht behalten, aber er findet die Kindesmutter nicht.

Mit der Hilfe von Bernie schult Sam auf Stuntman um und versucht sein Bestes als alleinerziehender Vater. Gloria entwickelt sich zu einem fröhlichen Mädchen, das – und keiner sagt es ihr – eine schwere Krankheit hat. Nach 8 unbeschwerten Jahren, in denen Sam Gloria sogar mit falschen E-Mails vorspielt, ihre Mutter sei Geheimagentin und überall auf der Welt unterwegs und komme „bald“ nach London, entschließt sich die Mutter wieder aufzutauchen, einschließlich ihres neuen Freundes (gleichzeitig ihr Anwalt). Sie möchte Verpasstes nachholen und baut einen guten Draht zu Gloria auf. Trotzdem: es bleibt nicht ohne Konflikte als sie ihren „Anspruch“ auf das Kind erhebt.
Die Sache geht vor Gericht, denn die Mutter möchte das Sorgerecht und Gloria mit nach New York nehmen, wo sie jetzt lebt. Das Gericht entscheidet – zugunsten des Vaters (unter der Auflage, dass er einen seriöseren Beruf ausübt und Gloria regelmäßiger zur Schule geht). Da spielt die Mutter ihren letzten Trumpf aus – und verlangt einen Vaterschaftstest. Das sehr überraschende Ergebnis: Sam ist nicht der Vater. Gloria ist ein Kuckuckskind. Die Mutter setzt gerichtlich durch, dass sie Gloria nach New York mitnehmen darf, doch im letzten Moment läuft Gloria mit Sam davon und sie verschwinden nach Südfrankreich und verbringen dort einen wundervollen Sommer, an deren Ende Gloria stirbt.

Eine bittersüße Geschichte. Ich habe daraus folgendes gelernt:

1) Im ganzen Prozess von Trennung, Obsorge, Wohnort wurde nie das Kind gefragt, wie es dem Kind mit der Situation geht, was es eigentlich möchte bzw. wurde zu keinem Zeitpunkt auf das Kindeswohl abgestellt. Das Kind wurde nie angehört, sondern es wurde über das Kind entschieden.

2) Kinder lieben Mutter und Vater – auch wenn diese einander nicht viel zu sagen haben, sondern sich feindselig gegenüberstehen. Kinder versuchen oft zu integrieren, was schwer zu integrieren ist.

3) Eltern können sehr besitzergreifend sein – das ist „Mein Kind“.

4) Menschen können ein Kind liebevoll erziehen, auch wenn es nicht ihr biologisches Kind ist.

Mit nachdenklichen Grüßen
Natascha Freund
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