23.06.2017, 14:19 Uhr

Auseinandersetzung am Donaukanal: Ausflugsschiff beschädigt Badeschiff

Chef Gerold Ecker vor seinem jüngst vergrößertem Badeschiff. (Foto: Kozeschnik-Schlick)

Durch ein laut Badeschiff-Geschäftsführer "rücksichtsloses Vorbeifahren" habe ein Ausflugsschiff die Brücke zwischen Pool- und Gastronomiebereich auseinandergerissen.

WIEN. 32 Meter sind es vom Rand des Badeschiffs bis zum gegenüberliegenden Rand des Donaukanals. Das reicht offenbar nicht aus, um den Schiffverkehr ohne Gefahr an dem ankernden Schiff vorbeizumanövrieren. Immer wieder, beklagt der Betreiber des Schiffes, komme es duch die hohen Wellen der vorbeifahrenden Ausflugsschiffe zu einer Gefährdung der Gäste und zu Wasserverlust im Pool.

Am Donnerstag, den 22. Juni soll ein Schiff gegen 17 Uhr sogar die Stahlbrücke zwischen dem Pool- und dem Gastronomiebereich des Badeschiffs aus der Verankerung gerissen haben. So musste das Badeschiff den Pool sperren - zum Nachteil der Gäste und auch zum finanziellen Nachteil der Betreiber am heißesten Tag des Jahres.

Laut Augenzeugen, heißt es vom Badeschiff, könnte es sich beim vorbeifahrenden Schiff um die MS Wien der DDSG Blue Danube gehandelt haben. "Diese verursacht in beide Richtungen einen Wellengang mit einer Höhe von bis zu zwei Metern", heißt es in einer Stellungnahme. Bei der DDSG weiß man von dem Vorfall noch nichts. "Die MS Wien war zum bezeichneten Zeitpunkt bei der Reichsbrücke", heißt es auf Nachfrage. Das Schiff könne den Schaden also nicht verursacht haben.

Gutes Einvernehmen - aber in letzter Zeit weniger

"Dann war es eben ein anderes Ausflugsschiff, andere fahren da ja nicht vorbei", sagt Michael Scheiber vom Badeschiff. Tatsache sei: Die 4 bis 5 Millimeter dicken Bleche, mit denen die Stahlbrücke verankert war, sind ausgerissen. "Es geht uns darum, dass das eine wirkliche Gefahr darstellt, wenn da beispielsweise ein Fuß von einem Kind eingeklemmt wird", sagt Scheiber.

Das Zusammenleben am Kanal sei schon seit Jahren immer wieder Thema: "Wir bitten die Betreiber, nicht mit Vollgas an uns vorbeizufahren, damit die Bugwelle nicht zu hoch ist, und in den allermeisten Fällen funktioniert das auch gut", so Scheiber. In letzter Zeit sei es aber wieder vermehrt zu rücksichtslosem Verhalten gekommen. Schon vor einigen Wochen wurde die Brücke das erste Mal beschädigt. Und, wie dieses Video zeigt, sorgte ein Twin City Liner während der Reparaturarbeiten wieder für Turbulenzen am Badeschiff:


Video: Badeschiff Wien
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