29.01.2012, 00:38 Uhr

Die Demos zum Burschenschafterball und Auschwitzgedenken

Wien: Heldenplatz | 27.01.2011 Gedenkkundgebung zur Befreiung von Auschwitz & Die Demo gegen den WKR Ball in der Hofburg
Am Vormittag fand die Kundgebung zum Gedenken der Befreiung des KZ Auschwitz am Ende des zweiten Weltkrieges. Diese Kundgebung verlief friedlich mit Rednern von unter anderem Überlebender des Holocaust sowie aus politischen Parteien. Der Heldenplatz vor der Krypta war etwa zur Hälfte Gefüllt und daher von rund 300 Leuten besucht.

Für das leibliche Wohl in der Eiseskälte sorgte kostenlos der Arbeitersamariterbund, der Würstchen & Tee ausgab und das bis zum späten Abend.

Am Abend dann starteten zwei Kundgebungszüge gegen 18:00 Uhr von der Hauptuni am Ring durch die Innenstadt und vom Europaplatz / Christian Broda Platz die Mariahilferstraße runter, ehe man am Ring vor dem Burgtor zusammentraf.
Beide Demozüge waren sehr laut, jedoch der von Wien Mariahilf runter war weit aggressiver als der Zug von der Uni weg.
Dies begründete sich auch darauf, dass beim Demozug auf der Mariahilferstraße die ANTIFA stark vertreten war und das mit ausländischer Unterstützung.
Trotzdem verliefen beide Demozüge relativ friedlich, bis auf Knallkörper und kleinen Feuerwerkskörpern sowie einer Farbkugel und einer Glasflasche gegen die begleitende Polizei.

Am Heldenplatz war es abermals laut und man traf zusammen auf die wenigen schon anwesenden Kundgebungsteilnehmern zu den Konzerten. So waren es dann rund 2000 Besucher am Heldenplatz.
Ein kleiner Teil spaltete sich bald ab und machte die Innenstadt unsicher, indem sie bei den Sperren rund um die Hofburg für Unruhe sorgte.
Dabei kam es auch vereinzelt zu Zusammenstößen mit der Polizei die etwas Desorientiert und unorganisiert wirkte. Dies war wohl auf die Tatsache beruhend, dass Einheiten aus Niederösterreich und Oberösterreich mit den Einheiten der Wiener Polizei Kommunikationsprobleme hatten und die Befehlsstrukturen nicht wirklich zu Funktionieren schienen.

Nahe der Freiung in der Herrengasse gelang dadurch schließlich zwei Gruppen von Demonstranten, die zum Ball fahrenden Busse mit den Ballbesuchern zu stoppen. Man setzte sich an einer der Sperren auf den Boden und baute so eine Sitzblockade auf. Währenddessen sorgten vermummte für Ablenkung der Polizei, indem sie weitere Sperren aus Müll und herrenlosen Tretgittern aufbauten um weitere Busse & Taxis sowie die Polizei an der Zufahrt zu hindern! Die desorganisierte und teilweise Orts unkundige Polizei irrte herum um die Täter zu fassen, was nur bedingt gelang.

Bis genug Polizeieinheiten in der Herrengasse waren, verweilten die Ballbesucher in den Bussen bzw. Taxis. Als sich doch einige aus Kostengründen dazu entschieden die Taxis zu verlassen, kamen sie ins „Schussfeld“ der linken Aktivisten.
Nur auf Grund der Anwesenheit eines privaten Ordnungsdienstes war es zu Verdanken, dass es zu keinen tätlichen Zusammenstößen kam.
Erst nach und nach gelang es der Polizei die Lage unter Kontrolle zu bringen und einen halbwegs sicheren Korridor über eine Seitengase auf den Minoritenplatz / Bruno Kreisky Platz / Ballhausplatz und weiter über den Burghof zum Ballsaal zu schaffen.

So konnten die Ballbesucher bis auf verbale Anfeindungen sicher zum Veranstaltungsort gelangen. Doch ein großes Problem stellte das Schuhwerk der Ballgeher dar, welches auf dem Kopfsteinpflaster oft neben der Eiseskälte zur Tortur wurde, weil ja die Busse nicht bis zur Burg fahren konnten.
Schließlich brachen auch am Minoritenplatz Aktivisten durch, wodurch drei Einsatzgruppen dorthin beordert wurden. So war nach einigen Minuten wieder Ruhe und man widmete sich weiter der Sitzblockade in der Herrengasse. Doch auch diese löste sich bald auf und man teilte sich auf in eine kleine Gruppe am Kohlmarkt die dort lautstark vor einer Behelfssperre ihren Unmut kundtat.
Eine größere Gruppe der Aktivisten inkl. einer Sambatrommelgruppe versammelte sich am Ballhausplatz. Dort begrüßten sie die Ballbesucher ebenso lautstark mit lautem Getrommel und Unmutsäußerungen, aber friedlich.

Einige kleine Grüppchen zogen noch eine Weile schimpfend durch die Stadt, doch auch diese dürften soweit friedlich gewesen sein. Gegen Mitternacht kehrte in der Stadt wieder Ruhe und Frieden ein. Doch rund um die Sperren, kam es im laufe des Abends zu Sachbeschädigungen und widerständen gegen die Staatsgewalt sowie Brandstiftungen, welche lt. Polizei 21 Festnahmen zur Folge hatte.

E. Weber / H. Dohnal / S. Treitner
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