03.10.2017, 09:06 Uhr

Gebrauchtes ohne Zeitaufwand verkaufen? So geht's!

Rainer Patak expandiert mit seinem Projekt wiederverkaufen.at in die Bundeshauptstadt. (Foto: Stefan Diesner)

Vom Keller ins Börserl: Gebrauchtes einfach verkaufen lassen? Das geht über die Plattform wiederverkaufen.at. Nächster Termin in Wien: Sonntag, 8. Oktober.

WIEN. "Die besten Ideen entstehen aus eigenen Bedürfnissen", sagt Rainer Patak. Der Profi aus der Werbung hat die Slogans auf Lager, soviel ist klar. Doch was steckt dahinter? Jedenfalls eine tiefe Überzeugung für sein neuestes Projekt. Darauf hätte man gewartet. Dafür gäbe es einen Markt.

Die Rede ist von wiederverkaufen.at. Sie denken jetzt: Kennt Rainer Patak "Willhaben" nicht? Ganz so einfallslos ist der Klosterneuburger allerdings nicht. Sein Projekt könnte man eher als "Willhaben für Menschen mit wenig Zeit" beschreiben. Patak nimmt Altes und Gebrauchtes auf Kommission und verkauft es über die gängigen Plattformen oder an spezialisierte Händler. Der Kunde übergibt die Ware an einer Abgabestelle und bekommt – in der Regel binnen vier Wochen – das Geld minus der Kommission überwiesen. Allerdings will der Unternehmer keine klassische Flohmarktware verkaufen. Heißt: Kein Krimskrams unter 20 Euro, sondern "nur Dinge, die noch einen gewissen Nutzwert haben" – Stichwort Kinderwägen, Fahrräder, Kameras. "Alles was sich in Kellern von Familien ansammelt". Der derzeitige Durchschnittsverkaufspreis liege bei 52 Euro.

Das "eigene Bedürfnis" entstand irgendwann im Jahr 2016, als Rainer Patak im Keller seines Einfamilienhauses über den mittlerweile ausgemusterten Tretroller des dafür schon viel zu groß gewordenen Sohnemanns stolpert. Da fällt ihm auf: Er will den ganze Krempel eigentlich loswerden. Für Internet-affine Menschen sind die nächsten Schritte klar: Foto machen, auf die gängigen Plattformen stellen, Verkaufsgespräche führen, verkaufen. Doch der mittlerweile 44-jährige macht dabei nicht nur gute Erfahrungen, empfindet es sogar als mühsam. Was machen Menschen, die nicht so firm im Netz sind? Was tun Leute, die dafür keine Zeit aufwenden wollen? Klarer Fall: Verkaufen lassen. Und damit war Pataks Geschäftsidee geboren. Im Frühjahr wurde wiederverkaufen.at in Klosterneuburg getestet – für Patak erfolgreich. Jetzt expandiert der Niederösterreicher in die Bundeshauptstadt. Ein naheliegender Schritt.

Pop-Ups an Sonntagen

In Wien will das wiederverkaufen.at-Team – mittlerweile samt Patak acht Personen – jeden Sonntag mit einem großen Zelt auf einem anderen Parkplatz stehen – Pop-Up-Abgabestellen quasi. Derzeit würden die Verhandlungen mit einer Supermarkt-Kette laufen, nur geeinigt habe man sich noch nicht. Bis eine mögliche Nutzung unter Dach und Fach ist, gibt es zumindest einen fixen Termin, wo man seine nicht mehr benötigten Gegenstände binnen Minuten loswerden kann: Am Sonntag, 8. Oktober, von 10 bis 17 Uhr im Mediaquarter Neu Marx (3., Maria-Jacobi Gasse 1).
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