25.10.2016, 08:00 Uhr

Kein Geld: Prachtbauten bröckeln weiter vor sich hin

Risse an der Fassade der altehrwürdigen Secession machen eine baldige Sanierung dringend notwendig. (Foto: Cieslar)

An Staatsoper und Secession nagt der Zahn der Zeit. Die bz hat nachgefragt, wie es um die Sanierung steht.

(pmg). Jeder Wiener kennt die Secession mit ihrer goldenen Kuppel. Auch für Touristen ist dieses Gebäude ein beliebter Anziehungspunkt. Doch die Fassade bröckelt bereits ab, erzählt Geschäftsführerin Annette Südbeck: "Wir haben einen dringenden Sanierungs- und Modernisierungsbedarf. Darum ist eine Generalinstandsetzung der Secession im Zeitraum 2016/2017 notwendig."
Neben rostigen Stellen an der Goldkuppel und deutlichen Rissen an der Fassade gibt es auch im Innenraum Abnutzungserscheinungen an der technischen Anlage, der Lichtdecke und der Klimaanlage. Ein barrierefreier Zugang zum Beethovenfries ist auch nicht gegeben. Alleine kann die Secession die Kosten von 3 Millionen Euro nicht tragen. "Dass wir uns bemühen werden, einen Teil der notwendigen Gelder durch Spenden und Sponsoring zu erwirtschaften, steht außer Frage", bekräftigt Südbeck. "Es bedarf jedoch einer Basisfinanzierung durch die öffentliche Hand." Wann mit einer Sanierung begonnen werden kann, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Stadt, Bund und Secession befinden sich derzeit noch in Verhandlungen.
Aus dem Büro von Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny heißt es dazu: "Es existiert ein Mietvertrag, nach dem die Secession 7 Euro pro Jahr an die Stadt Wien zahlt und dafür für Arbeiten innen und außen selbst zuständig ist. Wir wissen aber, dass die Secession diese Maßnahmen nicht aus eigener Kraft stemmen kann. Wir werden daher eine Unterstützung leisten."
Probleme am Gebäude beschäftigen das Wiener Burgtheater derzeit nicht, denn an der Fassade gibt es keine Mängel. "Als nächste Sanierungsmaßnahme ist die Erneuerung der Bestuhlung im Zuschauerraum 2019 geplant. Diese muss aber erst mit der Holding abgestimmt werden und ist natürlich auch eine Budgetfrage", so Konstanze Schäfer, Leiterin des Pressebüros.
Bei der Staatsoper stehen hingegen in nächster Zeit Sanierungsarbeiten an. Konkret geht es um jene Teile, die noch historisch erhalten geblieben sind: die Schwind-Loggia, das Schwind-Foyer und das Vestibül. Es sind zwei Bauphasen geplant. Der Spielplan wird dadurch aber nicht eingeschränkt. "Die geplanten Sanierungsarbeiten an der Loggia und dem Schwind-Foyer sollen im Sommer 2017 durchgeführt werden. Außerdem soll im Sommer 2018 das Vestibül restauriert werden."

Eine Million Euro nötig
"Die Kosten für die beiden Maßnahmen werden weit über einer Million Euro liegen. Das Ziel ist, dass die historischen Teile zum 150-Jahr-Jubiläum des Hauses 2019 nachhaltig wiederhergestellt sind", erklärt Christian Kircher, Geschäftsführer der Bundestheater-Holding. Die ersten 35.000 Euro konnten bei einem Fundraising-Dinner gesammelt werden, weitere Spenden sind sehr erwünscht. Ein eigenes Crowdfunding-Projekt wird es nach internen Beratungen aber nicht geben. "Es ist wichtig, dass private Beiträge einen Teil der Kosten der notwendigen Sanierung decken. Es ist aber auch Aufgabe der Republik, ihre Kulturgüter und das architektonische Erbe vor dem Verfall zu bewahren. Ich hoffe, dass unsere Stimme gehört wird", so Staatsoperndirektor Dominique Meyer.
Zu den Unterstützern des Fundraising-Dinners zählte auch die Präsidentin des Bundesdenkmalamtes, Barbara Neubauer: "Denkmalschutz und Denkmalpflege brauchen Partner, denen die Erhaltung unseres kulturellen Erbes ein Anliegen ist. Sie unterstützen u.a. die geplante Restaurierung des Schwind-Foyers."
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