19.04.2016, 12:55 Uhr

SPÖ Innere Stadt gegen eine Beheizung der Schanigärten

Wenn es nach den Wirten geht, kann die Melange im Schanigarten künftig auch im Winter genossen werden. Die Anrainer des ersten Bezirks zeigen sich von diesen Aussichten wenig begeistert. (Foto: Stefan Inführ)

Die SPÖ Innere Stadt lehnt die Beheizung von Schanigärten mit Heizstrahlern aus Umweltgründen ab. Brisant: SPÖ-Stadträtin Renate Brauner will die Außenheizung gegen eine Gebühr erlauben.

INNERE STADT. Der Streit um eine ganzjährige Betreibung von Schanigärten erhält eine neue Facette: Die SPÖ Innere Stadt spricht sich nun klar gegen eine Beheizung der kleinen Gastgärten aus, SPÖ-Stadträtin Brauner hingegen gibt ihre Zustimmung.

Vergangene Woche wurde von Brauner ein Fragebogen mit vier Varianten verschickt, mit dem die Wünsche und Vorstellungen der Betroffenen evaluiert werden sollen. Einziger gemeinsamer Punkt in allen vier Modellen ist eine Erlaubnis für Heizstrahler in den Schanigärten.

Die Antworten sind bei Renate Brauner noch nicht eingetroffen, dafür kann die Bezirksorganisation der SPÖ Innere Stadt bereits eine eigene Umfrage vorweisen. "Wir haben eine große Umfrage gemacht und 13.000 Personen gefragt, wovon 1.500 geantwortet haben", so Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Daniela Ecker-Stepp von der SPÖ. "Die einhellige Meinung war, dass die Schanigärten keine Dauereinrichtung werden sollen, da der öffentliche Raum immer weniger wird. Viele Schanigärten sind seitlich bereits so verbaut, dass sie eher an Wintergärten erinnern."

Erderwärmung durch Heizstrahler?

Besonders ablehnend stehen die Bezirksbewohner der Beheizung der Schanigärten mit Heizstrahlern gegenüber. "Wir haben im Ersten über 700 Schanigärten - das wäre eine massive Schädigung der Umwelt! Hier müssen andere Lösungen gefunden werden", so Ecker-Stepp. Um dem Wunsch der Anrainer Nachdruck zu verleihen, wurde beim SPÖ-Parteitag am 16. April ein Antrag auf "Verbot von Heizungen zu gewerblichen Zwecken im öffentlichen Raum" eingebracht. Zwar werden die Heizstrahler ausnahmslos mit Strom aus alternativer Erzeugung betrieben, doch diese Energie könnte laut der SPÖ in andere Anwendungen fließen. "Die gasbetriebenen Heizschwammerl sind zum Glück bereits verboten," so Ecker-Stepp, die gegenüber der bz auch auf die Erderwärmung hinweist, die durch die Beheizung des öffentlichen Raumes vorangetrieben werde.

Hintergrund

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