16.11.2017, 11:01 Uhr

Wideshot Design – Arbeiten im Wiener Science-Fiction Schlaraffenland

Science-Fiction aus Wien: Am Hof befindet sich die Ideenschmiede des Hollywood-Blockbusters "Independence Day". (Foto: Wideshot)

In der Wiener City befindet sich ein Design- und Architekturbüro, dessen Chefs Hollywood, Asien und die Weltmetropolen beliefern. Mit allem, was das Science-Fiction-, Monster- und Märchenherz höher schlagen lässt.

INNERE STADT. In den ehrwürdigen Gemäuern des Palais Collalto, mitten in der Wiener Innenstadt fühlt man sich fast wie in einem kleinen Cyborg-Labor. Hier sind zwei "Jungs", wie sie sich selbst nennen, am Werk. Und die Ergebnisse ihrer Arbeit lassen jedes Monster-, Zombie- und Märchenschlossherz höher schlagen. 

Die Firma Wideshot-Design plant und entwickelt alles mögliche - zwischen dem echten Leben und der Fantasiewelt. Hier werden Raumschiffe für Hollywoodfilme, Märchenschlösser für Millionäre, Monster für große Videospiele, VIP-Lounges für die Formel 1 oder Science Fiction Ausstattung für quasi jeden, der das gern hätte, entworfen. Und hier, in Wien, so die beiden Partner Oliver Bertram und Johannes Mücke, ist der perfekte Standort, um dieser besonderen Kreativität freien Lauf zu lassen. „Der Lebensstandard ist leistbar und es gibt einen großen Pool an kreativen Menschen, etwa an der Angewandten, mit der wir auch oft zusammenarbeiten“, so Mücke. Zu ihren Kunden zählen die echten Stars der Film- und Computerspielbranche. Roland Emmerich etwa oder Disney, Sony oder Rockstar Games.


Boxen, Kuscheln, Independence Day

Das Büro der beiden in der Wiener City besteht eigentlich aus drei zusammengelegten Wohnungen. Dementsprechend verwinkelt sind die Gänge und dementsprechend viel Raum ist vorhanden, um jedem Eck einen anderen futuristischen oder märchenhaften Stil zu verpassen. Zwischen kreativem Chaos, hippen Accessoires, Boxsäcken, Kuschelecken und jeder Menge Fahrrädern arbeiten hier 27 Männer und Frauen an der Umsetzung der Wideshot-Aufträge. „Künstliche Intelligenz wird uns irgendwann mit einer enormen Macht überrollen“, ist sich Bertram sicher. Und Mücke fügt hinzu: “Ich glaube, dass um das Jahr 2045 die künstliche Intelligenz jenen Punkt erreicht haben wird, an dem die weitere Existenz der Menschheit hinter dem sich selbst rasant verbessernden technologischen Fortschritt nicht mehr vorhersagebar ist. Das ist extrem spannend. Und ich habe nur Angst, dass ich sterbe, bevor es so weit ist."


Oliver Bertram und Johannes Mücke - die "Jungs".

Bis dahin wollen sich die beiden Designer ein Standbein an der amerikanischen Westküste aufbauen. Außerdem ist es ihnen ein großes Anliegen, die Entertainment-Industrie in Österreich voranzubringen. Im kommenden Jahr etwa werden zwei Science-Fiction Filme in Wien gedreht und Wideshot entwirft das gesamte Szenenbild dazu. Mücke würde außerdem gerne mal an einem echten Raumschiff mitarbeiten und Bertram ist fasziniert von Zukunftstechnologien, wie selbstfahrenden Autos. „Alle die heute sagen, sie haben so einen großen Spaß am Autofahren, sitzen in zehn Jahren in selbstfahrenden Autos“, so Bertram mit einem Lächeln und der Gewissheit, dass die nahe Zukunft für Wideshot noch jede Menge Spaß und Arbeit bereithalten wird.

Von Emmerich bis Gruber

Der Erfolg gibt den beiden Querköpfen recht. Denn ihr Unternehmen feiert sein siebenjähriges Jubiläum und wurde nun beim German Design Award 2018 ausgezeichnet. Mittlerweile sind Bertram und Mücke, die "Jungs", international erfolgreich und so etwas wie Roland Emmerichs Vertraute. Sie sind bei all seinen Filmprojekten dabei, planen alles, was einen guten Science Fiction Film ausmacht. In Wien arbeiten sie für diese Hollywood Aufträge mit einem anderen bekannten Mann zusammen: Der Physiker Werner Gruber berät das Team bei hochkomplexen physikalischen Themen. „Wir haben einen wissenschaftlichen Beistand gebraucht“, so Bertram. „Unsere Planungen sind so komplex, dass es fundiertes physikalisches Wissen braucht, um das so realitätsnah wie möglich umsetzen zu können.“ Und das könne Gruber perfekt.
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