11.04.2017, 08:00 Uhr

Kommt bald ein Fischmarkt am Donaukanal?

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Bei der Marienbrücke: NEOS-Mandatare Thomas J. Klein, Elisabeth Tanzer und Peter Landrichter mit Fischhändler Stephan Kögl (v.l.).

Frische Fische vom Donaukanal? Wo bis in die 1970er Jahre ein Fischmarkt in Bestand war, soll nun wieder einer entstehen. Der Antrag zur Errichtung wurde im Bezirksparlament einstimmig beschlossen. Jetzt prüfen die Behörden.

INNERE STADT. Der Ruf nach einem Fischmarkt am Donaukanal beschäftigt die NEOS schon seit Herbst 2016. Damals wurde der Antrag im Bezirksparlament aber abgelehnt. Der neue, verbesserte Antrag wurde in der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung der Inneren Stadt einstimmig angenommen. "Wir wollten eine breite Akzeptanz über alle Parteigrenzen hinweg erreichen. Das Projekt dient sowohl den Bezirksbewohnern als auch der Wirtschaft", sagt NEOS-Bezirksrätin Elisabeth Tanzer.

Im 1. Bezirk gibt es derzeit nur den Fischstand am Wochenmarkt auf der Freyung. Wer auf einem Markt frischen österreichischen Fisch einkaufen will, kann das nur am Karmelitermarkt oder am Naschmarkt. "Die City verfügt über zahlreiche anlassbezogene Märkte, Antiquitäten-, Oster- und Weihnachtsmärkte. Da würde ein Fischmarkt gut dazupassen", so die NEOS-Politikerin.


Nachfrage nach Fisch

Wie sehr, erklärt "Biofisch"-Marktfahrer Stephan Kögl, der bereits auf der Freyung einen Fischstand betreibt. "Die Nachfrage nach gutem Qualitätsfisch ist groß. Viele Kunden beklagen, dass es im Ersten schwer sei, frischen Fisch, vor allem österreichischen, zu bekommen, und wenn, dann nur am Wochenende." Kögl war übrigens, wie auch andere Fischhändler und -züchter, bereits in der vergangenen Kommissionssitzung im Bezirk mit dabei.

Der Donaukanal sei als Ort für einen Fischmarkt, wo neben Fisch auch andere regionale und saisonale Produkte angeboten werden könnten, perfekt. Angepeilt ist der Platz zwischen der Salztorbrücke und der Marienbrücke, wo sich bis in die frühen 1970er-Jahre schon ein Fischmarkt befand. "Wir wollen einen regelmäßigen Markt mit fixen Anbietern schaffen, der zur Institution werden soll. Als wertvolle Ergänzung der Nahversorgung", so Tanzer.


Die Verkaufshallen am "neuen Fischmarkt" um die Jahrhundertwende. (Quelle: Wien Geschichte Wiki)

Händler schon gefunden

Vielleicht sogar mit einer eigenen Fischzucht nebenan, den die Firma Blün mit ihrem Aquaponic-Konzept als „schwimmenden Markt“ nebenan errichten könnte. Jetzt müssen das Magistrat der Stadt Wien und die zuständigen Behörden prüfen, welcher Standort am geeignetsten ist, welche Infrastrukturmaßnahmen dazu erforderlich sind und welche Erschließungskosten dabei anfallen würden.

"Wir würden am liebsten gleich losstarten und hoffen, bald in die konkrete Umsetzung gehen zu können", so Tanzer. Eine ganze Reihe an interessierten Fischhändlern und -züchtern hätten die NEOS bereits mit im Boot. Alexander Hengl von der MA 59 (Marktamt) dazu: "Im Antrag des Bezirks soll der neue Fischmarkt auf jener Fläche stattfinden, auf der sich der Fischmarkt von 1904 bis 1971 befunden hat. Damals wurde der Verkaufsplatz aufgrund des fehlenden Trinkwassers geschlossen. Diese Problematik könnte sich dort vermutlich noch heute ergeben."

Andreas Gerlinger von der MA 28 (Straßenverwaltung und Straßenbau), Stabsstellenleiter Donaukanal, der bereits in der Kommissionssitzung vor einem Monat im Bezirk anwesend war, zeigte sich damals erfreut über das vorliegende Konzept: "Es ist das erste richtige Konzept zu einer Nutzung des Donaukanals in diesem Bereich, das über den Freizeitbereich hinausgehe, meinte er", erzählt Bezirksrätin Tanzer.
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Martin G. Enne aus Währing | 12.04.2017 | 12:01   Melden
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