17.10.2014, 17:53 Uhr

Leistbares Wohnen in Wien – ein Traum, der nicht in Erfüllung geht?

Ist Wohnen in Wien noch leistbar? (Foto: BigStock.com, Copyright: SerrNovik)
Wien: Wien | Das Tempo konnte in den letzten Jahren zwar eingebremst werden, trotzdem steigen die Immobilienpreise in Österreich bzw. speziell in Wien weiterhin rasant an. Auch für die Zukunft deuten die Prognosen stark nach oben. Die Folge: Es werden mehr Wohnungen gemietet, weil man sich den Kauf nicht mehr leisten kann.

Im Burgenland und in Niederösterreich bekommt man schon ein kleines Haus für dasselbe Geld, das man in Wien für eine Eigentumswohnung ausgeben muss. Während man in den ländlichen Regionen dafür aber auf über 150 m² mit zwei Stockwerken und eigenem Garten wohnt, geht sich in der Bundeshauptstadt gerade mal eine 3-Zimmer-Wohnung dafür aus. Preise von über 300.000 € für gerade mal 80 m² sind keine Seltenheit, sondern solider Durchschnitt.
Dem Deloitte Property Index 2013 zufolge sind die Preise für Wohnimmobilien in Wien um 9 Prozent und österreichweit um 7 Prozent gestiegen. Damit liegt Österreich europaweit an der Spitze der Preiserhöhungen für Immobilien. Und das, obwohl in Wien ständig neue Wohnungen gebaut werden. Diese stehen allerdings oftmals leer. Der Grund dafür ist, dass sie sich der Durchschnittsbürger schlichtweg nicht leisten kann, weder als Mietwohnung noch als Eigentumswohnung. Stattdessen sind kleinere Wohnungen in den äußeren Bezirken mit 2 bis 3 Zimmern heiß begehrt.


Mietpreise und Kaufpreise im Überblick

In Zeiten, in denen der Leitzins ein historisches Tief erreicht hat und das Sparen bei der Bank beinahe schon ein Minusgeschäft ist, suchen viele Österreicherinnen und Österreicher nach anderen Anlageformen. Der Kauf von Immobilien gilt auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten als eine der sinnvollsten und vor allem sichersten Investitionen. Auch die Zinsen für Ratenkredite sprechen aktuell dafür, die Preise für die Immobilien allerdings dagegen.
Der Preisindex für die Stadt Wien macht diese Misere mehr als deutlich. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für eine Mietwohnung in Wiens teuerstem Bezirk Innere Stadt liegt bei 19,44 €. Der Quadratmeterpreis für eine Eigentumswohnung im selben Bezirk schlägt im Durchschnitt mit 12.689 € zu Buche. Die umliegenden Bezirke wie z. B. Alsergrund, Josefstadt, Neubau und Wieden sind mit durchschnittlich 5.300 € pro m² Kaufpreis wesentlich günstiger als jene im 1. Bezirk, trotzdem liegen sie aber noch weit über dem Österreichdurchschnitt und gehören sogar europaweit zu den teuersten Pflastern. Bei den hochklassigen Mietwohnungen in Wien in bester Lage geht sich das Argument, dassdie monatliche Ratenzahlung ähnlich hoch wie die Miete ist, die Wohnung dafür dann aber nach 20 Jahren ins Eigentum übergeht, nicht aus.

Entweder müssen wesentlich höhere Raten vereinbart werden oder der Kaufpreis kann erst nach wesentlich mehr Jahren abbezahlt werden. Nicht zu vergessen sind dabei die hohen Summen an Zinsen, die sich bis dahin angehäuft haben.

Günstig und heiß begehrt

Bei den Immobilien in den Randbezirken Wiens lohnt sich die Überlegung eine Eigentumswohnung oder ein Haus zu kaufen schon noch und die Investition ist auch noch finanzierbar. Der m² in Simmering kostet im Schnitt z. B. 2.838 €, die Miete liegt pro m² bei 11,29 € für einen Altbau und 12,30 € für einen Neubau. Hier stimmt das Kostenverhältnis zwischen Miete und Kauf, und das Wohnen ist noch leistbar.
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