22.03.2016, 15:48 Uhr

Was ist eigentlich Forex-Trading?

(Foto: (c) Bigstockphoto.com / Dario Lo Presti)
Wer ins Ausland gereist ist, hat mit dem Tausch von Währungen schon mal Erfahrungen gemacht. Forex ist der Tausch von Devisen, allerdings ist dieser Begriff in erster Linie für Trader wichtig. Oder für alle, die Trader werden möchten.

Die Abkürzung Forex kommt von dem englischen Foreign Exchange Market, womit der Devisenmarkt gemeint ist. Kurz wird dieser als FX-Markt bezeichnet. Wie der Name schon sagt, werden auf dem Devisen- oder Forex-Markt Devisenangebot und –nachfrage zum ausgehandelten Kurs getauscht. Lokalisieren lässt sich der Devisenmarkt nicht, da es kaum noch Devisenbörsen gibt. Fast immer wird der Devisenhandel direkt zwischen den Marktteilnehmern abgeschlossen. Devisenbörsen haben kaum mehr eine Bedeutung und die meisten sind abgeschafft worden, dennoch ist der Forex-Markt größte und liquideste Finanzmarkt weltweit, mit einem Tagesumsatz von mehr als 4 Billionen US-Dollar. Für private Trader stellt der Forex-Handel eine große Spielwiese da, auf der von wenigen Tausend Euro bis zu mehreren Millionen gespielt werden kann. Dabei muss der FX-Trader bei den Positionen nur den Einsatz eines Bruchteils vom gehandelten Kapital erbringen. Aus diesem Grund interessieren sich immer mehr Trader für den Forex-Handel.

Wissen das jeder Trader haben sollte

Ein Trader kann auf fallende oder steigende Währungen spekulieren. Mit eingesetzten Hebeln lässt sich auch bei geringem Kapitaleinsatz ein hohes Handelsvolumen erzielen. Der Einsatz von Hebeln ist aber genau zu überlegen. Sie bieten zwar hohe Renditechancen, unterliegen aber auch starken Kursschwankungen und stellen die Gefahr von enormen Verlustrisiken dar, die höher sind als der Kapitaleinsatz. Für private Anleger ist der Forex-Handel dennoch recht attraktiv, denn neben geringen Einsätzen gibt es flexible Handelszeiten.

Beim Devisenhandel werden internationale Währungen getauscht. Einfach gesagt, ist der Devisenhandel der Kauf und Verkauf von der Währung eines Landes gegen die Währung eines anderen Landes. Gehandelt wird immer in Paaren, beispielsweise Euro gegen US Dollar oder US Dollar gegen Japanische Yen. Euro gegen US-Dollar wird am häufigsten gehandelt. Die Steigerung vom Kurs einer Währung ist abhängig von der Nachfrage. Diese wird mitbestimmt von der wirtschaftlichen und politischen Lage eines Staates sowie dem Tourismus oder der Zinssatzhöhe des Landes.

Um Renditen zu bekommen, muss sich der Kurs einer Währung gegenüber der anderen Währung so verhalten, wie es der Trader erwartet hat. Erwartet er, dass der Kurs vom Euro gegenüber dem US-Dollar ansteigt, geht er eine Long-Position ein. Den Short-Trade hingegen würde er wählen, wenn er denkt, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar verliert. Diese Taktik kann dem Trader aus beiden Kursentwicklungen zu Gewinnen verhelfen.

Die kleinste handelbare Einheit bei Währungskursen wird als Pips bezeichnet. Sie werden bis zu vier Stellen hinter dem Komma genau berechnet und gehandelt. Das Lot stellt die Standard-Einheit im Forex-Trading dar und bezeichnet immer 100.000 Einheiten einer Basiswährung. Mini-Lots mit 10.000 Einheiten und Mikro Lots mit 1.000 Einheiten einer Basiswährung werden auch von vielen Brokern angeboten. Ein Trader hat theoretisch die Möglichkeit mit Mikro-Lots bei niedrigen Sicherheitsleistungs-Anforderungen den FX-Handel schon mit wenigen Euros starten, wenn sein Broker das anbietet.

Die sogenannten Hebel sind eine Sicherheitsleistung mit minimalem Kapitaleinsatz. Die Hinterlegung erfolgt beim Forex-Broker und macht die Bewegung eines höheren Handelsvolumens möglich. So kann der Kapitaleinsatz von einem Trader um ein vielfaches erhöht werden. Allerdings können die Verluste genauso hoch sein. Ein Hebel von 1:100 reicht als Sicherheitsleistung von nur einem Prozent. Damit können 100 Prozent Gewinne erzielt werden und ebenso Verluste.

Die Sicherheitsleistung wird als Margin bezeichnet. Sie ist für die Eröffnung einer Währungsposition nötig. Broker verlangen zwischen 0,25 bis 5 Prozent vom Handelsvolumen als Margin. Bei einem Handelsvolumen von 10.000 US-Dollar bei einem Mikro-Lot in der Paarung Euro / US-Dollar wäre das eine Sicherheitsleistung von gerademal 25 bis 300 Euro. Der Broker finanziert quasi den Rest vom Transaktionsvolumen fremd. Wird die Position über Nacht oder das Wochenende gehalten kann das Finanzierungskosten nach sich ziehen. Auf Finanzierungskosten sollte besonders bei langfristigen Trading-Positionen geachtet werden.

Da sich der geringe Kapitaleinsatz am hohen Transaktionswert beteiligt, ist die Hebelwirkung bei dem geringen Eigenkapitalanteil gewaltig. Auf diese Weise lassen sich auf den Grundeinsatz bezogen relativ hohe Gewinne und entsprechende Verluste erzielen. Theoretisch kann es auch passieren, dass die entstandenen Verluste nicht mehr von der Sicherheitsleistung gedeckt werden können. Hier kann es zu einer Nachforderung vom Broker kommen, wenn die Verluste nicht aus dem Handelskonto gedeckt werden können.

Das Forex-Trading ist bei vielen so beliebt, weil es recht schnell erlernt werden kann und durch die Flexibilität. Der Forex-Handel kann fast rund um die Uhr getätigt werden. Von Sonntagabend 22.00 Uhr bis Freitagabend 23.00 Uhr kann ohne Unterbrechung gehandelt werden. Die globale Zeitverschiebung ist unter anderem dafür verantwortlich. Zudem sind die elektronischen Handelssysteme nicht an Öffnungszeiten gebunden wie etwa klassische Börsen. Selbst am Wochenende könnte gehandelt werden. Banken, Versicherungen oder Handelsunternehmen machen einen großen Teil des Marktvolumens aus, aber genau die haben am Wochenende geschlossen und stehen damit nicht zur Verfügung.

Quasi kann der Währungstausch direkt und ohne zeitliche Unterbrechung zwischen den Marktteilnehmern erfolgen. Starten Australien und Neuseeland Sonntagabend den Währungshandel, wird in den USA der FX-Markt gerade geschlossen. Die Fortsetzung des Handels mit Devisen erfolgt damit über alle Zeitzonen und endet Freitagabend um 23.00 Uhr.

Erfolgreich Traden

Einsteiger und Neulinge sollten sich gründlich mit dem Devisenhandel vertraut machen. Dazu haben sie verschiedene Möglichkeiten. Gut ist immer eine Plattform, die ein kostenloses Testkonto bietet. Dabei ist darauf zu achten, dass dieses praxisnah gestaltet ist mit realistischen Kursen, Spannen, Ausführungsgeschwindigkeiten und den wichtigsten Währungspaaren. Von manchen Brokern wird eine Mindesteinzahlung für ein Demo-Konto verlangt. Meldet sich der Tester wieder ab, bekommt er das Geld zurück. Unter Umständen entstehen aber Auszahlungsgebühren der Broker.

Unbegrenzte Testkonten sind ideal. Der Trader kann den Handel üben und neue Handelsstrategien ausprobieren. So kann ein Einsteiger direkt loslegen und erleben wie Gewinne gemacht werden oder Verluste entstehen. Und das Beste daran ist, dass die Verluste ohne echten finanziellen Schaden sind.

Denn ganz ohne Verluste kommen Echtgeld-Trader nicht davon, ein gesundes Money-Management will gelernt sein und auch die Börsenpsychologie spielt beim Trading eine große Rolle. Mit Spielgeld im Demokonto lässt sich natürlich viel emotionsloser eine sinnvolle und verstandsgetriebene Entscheidung treffen. Beim Live-Trading sieht die Sache ganz anders aus. Laut Statistiken ist ein überwiegender Teil aller neu eröffneten Forexkonten in Österreich und Deutschland nach 30 Tagen wieder auf Null, bezogen auf die Ersteinzahlung. Online-Broker locken oft mit hohen Hebeln, auch Leverage genannt. Damit lassen sich wie oben bereits beschrieben, zwar auch hohe Gewinne erzielen, ebenso aber auch genauso hohe Verluste. Ist das Kapital daüberhinaus nicht abgedeckt, kann es zu unangenehmen Nachschusspflichten kommen, so dass der Trader sogar in's "Minus" seines Tradingkontos gelangen kann und dem Online-Broker Geld überweisen muss, um das "Minus" auszugleichen.

Besonders risikoreich sind die Finanzprodukte der Differenzkontrakte, auch CFD (Contract of Difference) genannt. Hier wird auf Kursschwankungen gewettet und die Hebel sind oft sehr groß. Ebenso verführerisch, wie risikoreich sind die sog. "Binären Optionen", bei welchen lediglich darauf spekuliert wird, ob ein bestimmter Kurs steigt oder fällt. Viele Broker aus diesem Bereich werben teilweise mit reißerischen Internetseiten und Bannern, welche hohe Gewinne bei minimalem Risiko vermitteln.

Um die Verbraucher vor Abzocke zu schützen, erörtert beispielsweise die BaFin dieser Tage Maßnahmen gegen CFD- und Binäre-Optionen-Broker und denkt über ein generelles Verbot bestimmter Finanzprodukte aus diesem Bereich nach. Die etablierte und seriöse Branche ist darüber natürlich empört und aufgebracht, da sich diese oftmals seit Jahrzenten aktiven Online-Broker klar von den unseriösen Anbietern abgrenzen wollen. Bonitätsanleihen ist die BaFin bereits massiv und mit Unterstützung der Verbraucherzentrale angegangen. Es bleibt spannend, ob dies nun auch für Teile oder die gesamte CFD- und Binary-Branche gelten wird. Vergleichsportale wie die Brokersuchmaschine Online-Broker.org wollen hier zusätzlich Abhilfe schaffen und nur empfehlenswerte Anbieter analysieren und auflisten, bzw. vor unseriösen Brokern warnen.
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