Vortrag: Die Faulen und die Fleißigen

Anmerkungen zur aktuellen Leistungsgesellschaft, Vortrag
Erwerbsarbeit ist finanziell notwendig, sozial identitätsstiftend und schafft die feinen begehrten Unterschiede zwischen den Individuen. Erwerbsarbeit ist moralisch erwünscht, wird psychologisch als erfüllend angesehen und zum Lebenssinn stilisiert. Kurzum: Erwerbsarbeit ist das "Um und Auf", wie sich die Einzelnen in die Gesellschaft einbinden und wie die Gesellschaft auf die Einzelnen zugreift. Bezogen auf Menschenbild und kulturelle Wertmuster heißt das, dass der moderne Mensch vorrangig als Arbeitskraft definiert wird. Menschen, die arbeitslos sind, werden als außerhalb des Lebensstroms betrachtet, die mit allen Mitteln wieder eingebunden werden müssen.

Die Arbeit strukturiert die Zeit des Alltags, den Tagesverlauf und den gesamten Lebenslauf. Bildungseinrichtungen werden fast ausschließlich danach eingestuft, welche Arbeitsmöglichkeiten sie für AbsolventInnen erschließen können. Erwerbsarbeit ist also nicht nur für die Mehrheit der Bevölkerung unabdingbare materielle Grundlage, sondern auch ideell der zentrale Bezugspunkt menschlicher Existenz. Was passiert, wenn dieses zentrale Paradigma seinen umfassenden Ansprüchen nicht mehr gerecht wird?

Referentin:
Dr.in Johanna RIEGLER, Kultur- und Sozialanthropologin, Wien; sie ist u.a. tätig am Institut für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung, am Zentrum für Soziale Innovationen und an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften; Forschungsschwerpunkte: Theoretische Fragen zum Kultur-, Identitäts- und Differenzbegriff; Soziokulturelle Faktoren in der Globalisierungsdebatte, Arbeitskultur und Paradoxien einer Arbeitsgesellschaft

Datum: Donnerstag, 21.01.2016
Uhrzeit: 19.00 bis 21.00
Veranstalter: Wissenschaft und Verantwortlichkeit (kurz: WuV), Haus der Begegnung sowie Land Tirol und br1 - Betriebsrat wissenschaftliches Personal an der Universität Innsbruck
keine Anmeldung erforderlich

Wann: 21.01.2016 19:00:00 Wo: Haus der Begegnung, Rennweg 12, 6020 Innsbruck auf Karte anzeigen
Autor:

Katja Kini aus Innsbruck

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