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"Aktion Leben": Information über Schwangerenberatung stärken

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Generalsekretärin Kronthaler kritisiert ständig sinkende Unterstützung des Familienministeriums für Informationsangebote.

(KAP). In Österreich gibt es keinen Mangel an Informationen über den Schwangerschaftsabbruch, sondern vielmehr zu wenig Unterstützung für Informationen über Schwangerenberatung. Das erklärte die Generalsekretärin der "Aktion Leben Österreich", Martina Krontaler, am Dienstag im Interview mit "Kathpress" im Blick auf die deutsche Debatte rund um das dort nach wie vor rechtlich verankerte Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche. Der überkonfessionelle Verein, der nach eigenen Angaben "seit Jahren als einzige unabhängige Institution im öffentlichen Raum für Schwangerenberatung wirbt", sieht sich dabei mit stetig sinkender Unterstützung durch das dafür zuständige Familienministerium konfrontiert, beklagte Kronthaler.

"Werbemittel dafür wurden in den vergangenen Jahren ständig gekürzt und die Finanzierung für 2019 ist gänzlich offen", konstatierte die "Aktion Leben"-Generalsekretärin in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitung "Ärzte Woche". Anders als in Deutschland ist Werbung für Abbruchsmöglichkeiten hierzulande im öffentlichen Raum möglich und präsent, weil diese Thematik in Österreich nicht geregelt ist. Darüber hinaus gibt es im Internet zahlreiche Informationsseiten über ungeplante Schwangerschaften, die die Anbieter von Abbrüchen in Österreich auflisten. Auch die Stadt Wien stelle unter der Rubrik "Sozialinfo" Informationen zum Abbruch zur Verfügung, erläuterte Kronthaler.

Weniger gut versorgt mit Informationen seien demgegenüber Frauen und Paare, die zwar große Probleme mit der Schwangerschaft haben, aber noch mit der Entscheidung "Kind Ja oder Nein" ringen, oder die einfach Unterstützung brauchen, so Kronthaler in der medizinischen Fachzeitung. "Das Desinteresse der öffentlichen Hand für Schwangerenberatung kann auch als Indiz für ein Unverständnis für die Komplexität für Schwangerschaftskonflikte aufgefasst werden."

Die "Aktion Leben" biete nicht nur Schwangerenkonfliktberatung an, sondern es gehe immer auch um eine sozialrechtliche und psychologische Beratung. Dies umfasse auch Beratung während und nach der Pränataldiagnostik und beinhalte Fragen rund um die finanzielle Unterstützung in Notlagen. Professionelle, nondirektive Beratung stärke die Frau bzw. das Paar und eröffne Handlungsspielräume, so Kronthaler. Niemand könne einer Schwangeren die Entscheidung abnehmen, aber dafür brauche man zuvor Beratung und Informationen darüber, wo man sie verlässlich bekommen könne, resümierte die Expertin im Interview.

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