Gedanken
Elbigenalp wird zweite Klimabündnis-Pfarre Tirols

v.l.Klimabündnis-Geschäftsführer Andrä Stigger, Pfarrer Otto Walch und Reinhard Oberlohr, Obmann des Pfarrgemeinderats.
  • v.l.Klimabündnis-Geschäftsführer Andrä Stigger, Pfarrer Otto Walch und Reinhard Oberlohr, Obmann des Pfarrgemeinderats.
  • Foto: Schwester Maria Verena
  • hochgeladen von Georg Herrmann

INNSBRUCK. „Die dringende Herausforderung, unser gemeinsames Haus zu schützen, schließt die Sorge ein, die gesamte Menschheitsfamilie in der Suche nach einer nachhaltigen und ganzheitlichen Entwicklung zu vereinen“ heißt es in der Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus. Diesem Aufruf folgen neben der Diözese Innsbruck, die im Mai 2018 ihre Nachhaltigkeitsstrategie veröffentlichte, auch immer mehr Pfarren in Tirol. Nach Debant in Osttirol ist nun auch die Pfarre Elbigenalp im Außerfern dem Klimabündnis Tirol beigetreten.

Umdenken

Teil des Aufnahmeprozesses zur Klimabündnis-Pfarre ist ein ganzheitlicher KlimaCheck: Von Energie und Mobilität, über Beschaffung und Abfall, bis hin zu Kommunikation. Das Ergebnis zeigt: Die Pfarre Elbigenalp kann schon vieles vorweisen, wie beispielsweise eine Photovoltaikanlage am Grundstück. Trotzdem gibt es noch einiges zu tun, ist Pfarrer Walch überzeugt. Er möchte vor allem durch Bewusstseinsbildung ein Umdenken in der Pfarrgemeinde bewirken. So soll beispielsweise der Pfarrgarten zur Verfügung gestellt werden, um vermehrt auf das Thema Bodenschutz aufmerksam zu machen. Geplant ist auch die Förderung von umweltfreundlicher Mobilität, etwa durch die Anschaffung von hochwertigen Fahrradständern oder die Bewerbung von Fahrgemeinschaften zum Gottesdienst.

Mobilitäts- und Energiestammtische

Walch selbst geht schon seit Jahren mit gutem Beispiel voran und veranstaltet regelmäßige Mobilitäts- und Energiestammtische. Der Schutz der Umwelt ist ihm ein Herzensanliegen: „Wir leben in unserem Hochmut über der Natur, saugen ihre Ressourcen aus. Wir verbrauchen viel mehr, weil wir in unserer Unsicherheit überall Garantiedepots anlegen. Es gilt den Schritt zurück in die Natur zu tun, die Zusammenhänge besser zu verstehen und damit deutlich abgespeckt, echter und gesünder zu leben“, so der Pfarrer. Daniela Soier von der Diözese Innsbruck schließt an: „Als Umweltbeauftragte freue ich mich, dass die Pfarre Elbigenalp mit dem Beitritt zum Klimabündnis ein Signal setzt und ich hoffe, dass auch andere Pfarren diesen klima- und schöpfungsfreundlichen Weg nehmen.“

Netzwerks

Neben der Diözese und den zwei Tiroler Pfarren, sind bereits 77 Gemeinden, 47 Bildungseinrichtungen und 33 Betriebe dem Klimabündnis Tirol beigetreten. Die Mitglieder profitieren von einem starken Netzwerk, das auch die Möglichkeit zur Zusammenarbeit auf lokaler Ebene bietet. Die Neue Mittelschule Lechtal, ebenfalls in Elbigenalp, feiert heuer ihr 10-jähriges Jubiläum als Klimabündnis-Schule. „Ich bin überzeugt davon, dass wir die Klimakrise nur lösen können, wenn alle an einem Strang ziehen“, so Andrä Stigger, Geschäftsführer von Klimabündnis Tirol. „Das Klimabündnis versucht deshalb viele Leute auf kommunaler Ebene zusammenzubringen um gemeinsame Klimaschutzprojekte umzusetzen.“

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Autor:

Georg Herrmann aus Innsbruck

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