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Lebensschutz: Bischof Glettler ruft zu Unterzeichnung einer Online-Petition auf

Bischof Glettler ruft zu Unterzeichnung einer Online-Petition auf
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INNSBRUCK. Innsbrucks Diözesanbischof Hermann Glettler bittet um Unterstützung der Online-Petition „Mit Würde sterben – helfen statt töten“. Die Gesetzeslage zur Sterbehilfe in Österreich sei nicht reformbedürftig, stellt der Bischof fest.

Position

In der Diskussion um eine mögliche Aufhebung des Verbotes der aktiven Sterbehilfe in Österreich hat Innsbrucks Bischof Hermann Glettler klar Stellung bezogen: „Die Gesetzeslage ist nicht reformbedürftig. Es sieht so aus, als ob wir schlechte Gesetze hätten. Das stimmt nicht“, sagte der Bischof in einem Gespräch mit der Kirchenzeitung Tiroler Sonntag. Vielmehr befürchtet der Bischof, dass Menschen an ihrem Lebensende vermehrt als Pflegefall oder Kostenfaktor wahrgenommen werden. „Einem möglichen Erwartungsdruck ausgeliefert zu sein, doch endlich Schluss zu machen, ist entwürdigend“, so Glettler. Menschliche Würde liege „darin begründet, dass uns das Leben von Gott geschenkt wurde – so überraschend der Anfang war, so unverfügbar sollte auch das Ende sein.“ Was am Ende zählt, sei das, was auch schon das übrige Leben kostbar gemacht habe: "Nicht allein gelassen zu sein. Wer sich geliebt weiß, trägt das stärkste Argument für das Leben in sich - trotz aller Belastungen und Grenzerfahrungen, die niemandem erspart bleiben."

Unterstützungserklärung

Glettler, in der Bischofskonferenz u.a. zuständig für den Bereich Lebensschutz, ruft dazu auf, ein Zeichen für das Leben zu setzen und die Online-Petition „Mit Würde sterben – helfen statt töten“ zu unterzeichnen. Österreich habe sich in der Frage der Sterbehilfe „bewusst für einen Weg entschieden, der Sterbende begleitet aber nicht tötet“, so der Bischof in seinem Aufruf. Dieser „österreichische Konsens“ sei 2001 im Rahmen einer parlamentarischen Enquete festgelegt worden und verstehe sich als Kontrapunkt zu jeglicher aktiven Sterbehilfe. „Je mehr Unterstützungserklärungen von Seiten der Bevölkerung vorliegen, umso mehr müssen diese in der Diskussion berücksichtigt werden“, meint Glettler mit Verweis auf die Homepage www.lebensende.at.

Eckpunkte

Die Internetseite des Instituts für Ehe und Familie (IEF) gibt Einblick in die laufende Diskussion und stellt die Eckpunkte des sog. „österreichischen Konsens“ vor, der die Behandlungsautonomie des Patienten betont und sich klar für den Einsatz palliativer Behandlungsmethoden und den Ausbau des Hospizwesens einsetzt. Auf der Seite finden sich Argumente und Stellungnahmen für die Beibehaltung der derzeitigen Regelung und gegen eine gesetzliche Erlaubnis der assistierten Selbsttötung und des Tötens auf Verlangen. Österreichweit haben sich Bischöfe und Theologen in den vergangenen Tagen für eine Beibehaltung der derzeit gültigen Gesetzeslage ausgesprochen, darunter der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Franz Lackner, und Kardinal Christoph Schönborn. Sie plädieren für eine „Kultur der Fürsorge und des Mitleidens“ (Lackner), um Menschen in der letzten Phase ihres Lebens nicht allein zu lassen. Wer einen Sterbewunsch äußere, sagte Kardinal Schönborn, brauche keine Hilfe zur Selbsttötung, sondern menschliche Nähe, Schmerzlinderung und Beistand.

Diskussion

Anlass für die aktuelle Diskussion ist eine öffentliche Verhandlung des österreichischen Verfassungsgerichtshofs über die Beihilfe zum Suizid, nachdem vier Antragsteller ein Recht auf aktive Sterbehilfe eingeklagt hatten. Nach geltendem Recht sind die aktive Sterbehilfe (Töten auf Verlangen) sowie die Mitwirkung am Suizid in Österreich verboten und mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren belegt.

Informationen

Informationen und Argumente sowie Online-Unterstützungserklärungen für die Beibehaltung der derzeit geltenden Rechtslage können abgegeben werden auf www.lebensende.at

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