Covid-19
Monitoring soll Veränderungen des Gesundheitszustandes vermindern

Werden Patienten zu spät in ein Krankenhaus gebracht, besteht die Gefahr, dass diese nicht mehr auf der Normalstation behandelt werden können, sondern einen Intensivplatz benötigen.
  • Werden Patienten zu spät in ein Krankenhaus gebracht, besteht die Gefahr, dass diese nicht mehr auf der Normalstation behandelt werden können, sondern einen Intensivplatz benötigen.
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  • hochgeladen von Georg Herrmann

INNSBRUCK. Die häusliche Quarantäne hat sich als sehr effiziente Maßnahme zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus erwiesen und damit das Gesundheitssystem insbesondere die Intensivstationen deutlich entlastet. Das Telegesundheitssystem COVID-19 bietet eine effektive und sichere Möglichkeit, die Patienten in häuslicher Umgebung laufend zu überwachen und bei Verschlechterungen rechtzeitig zu intervenieren.

Projekt dient der Sicherheit

Mit einem neuen telemedizinischen Projekt lässt die Medizinische Universität Innsbruck in Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Integrierte Versorgung Tirol aufhorchen. „Wir wollen Covid-19-Patienten in der Heimquarantäne engmaschig telemedizinisch begleiten, um frühzeitig auf Verschlechterungen der Erkrankung im speziellen der Atemsituation reagieren zu können“, erklärt Axel Bauer, Direktor der Univ.-Klinik für Innere Medizin III. „Damit soll den Patienten Sicherheit gegeben werden“, erklärt Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg, und weiter: „Wir erwarten uns, dass schwere Verläufe durch das laufende Monitoring und das schnelle und adäquate Reagieren auf eintretende Veränderungen des Gesundheitszustandes vermindert werden. Damit sorgen wir nicht nur für eine bestmögliche Versorgung von Patienten, sondern ermöglichen den Verbleib in den eigenen vier Wänden. Abgesehen davon, dass auf diese Weise zusätzlicher Stress vermieden wird, werden die Krankenhausstrukturen, insbesondere die Intensivstationen entlastet.“

Systembeobachtung

Die häusliche Quarantäne hat sich als sehr effiziente Maßnahme zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus erwiesen und damit das Gesundheitssystem insbesondere die Intensivstationen deutlich entlastet. „Jedoch gilt es bei den Patienten in häuslicher Quarantäne eine möglichst engmaschige Symptombeobachtung sicherzustellen, um die Patienten rechtzeitig in ein Krankenhaus zu transferieren, wenn es notwendig ist“, weiß Gerhard Pölzl, ärztlicher Leiter des Covid-19-Projekts. Werden Patienten zu spät in ein Krankenhaus gebracht, besteht die Gefahr, dass diese nicht mehr auf der Normalstation behandelt werden können, sondern einen Intensivplatz benötigen.

Informationssystem

„Das Telegesundheitssystem COVID-19 bietet eine effektive und sichere Möglichkeit, die Patienten in häuslicher Umgebung laufend zu überwachen und bei Verschlechterungen rechtzeitig zu intervenieren“, erklärt Andreas Huber, Vorstand des Landesinstituts für Integrierte Versorgung Tirol: „Technologische Basis bildet das Telegesundheits-Informationssystem des AIT Austrian Institute of Technology, mit dem wir schon seit vielen Jahren eng im Bereich der Telemedizin zusammenarbeiten.“ Dieses Telegesundheitssystem wird im Bundesland Tirol bereits seit dem Jahr 2017 zur Betreuung von Herzinsuffizienz-Patienten im Regelbetrieb eingesetzt.

Sensoren messen automatisch

Positiv getestete Patienten, die ihr Einverständnis zu diesem Programm gegeben haben, werden im IT-System registriert. „Mittels eines Ohr- oder Hautsensors und/oder einer Handy-App werden die Werte des Patienten an ein Team aus rund 20 Personen der Medizinischen Universität Innsbruck übermittelt, das rund um die Uhr, sieben Tage die Woche eine Überwachung garantiert“, so Pölzl, und weiter: „Bei rapider Krankheitsverschlechterung erhalten die Teams Alarmsignale um sofort reagieren zu können. Die Sensoren, mit denen die Patienten ausgestattet werden, nehmen automatische Messungen von verschiedenen Parametern wie Körpertemperatur, Sauerstoffsättigung und Atemfrequenz vor. Die Ergebnisse werden direkt an das Kontrollteam übermittelt.“

Team ab sofort einsatzbereit

Das wissenschaftliche Team unter der ärztlichen Leitung von Gerhard Pölzl, der unter anderem das telemedizinische Programm HerzMobil Tirol aufgebaut hat, steht ab sofort zur Symptomkontrolle bereit. Personen, die positiv auf Covid-19 getestet wurden und unter Symptomen leiden, können sich unter folgender Telefonnummer registrieren lassen: +43 512 504 27070 oder +43 660 78 38 393. Ebenso können sie ihre Teilnahme unter folgender E-Mail-Adresse bekannt geben: lki.me.tele-covid@tirol-kliniken.at

Betreuung

Sobald das Einverständnis des Patienten vorliegt, wird er vom Covid-19-Monitoring-Team kontaktiert und die Geräte werden direkt nach Hause geliefert. Dort findet auch gleich eine Einschulung auf die Geräte statt. Die Betreuung läuft drei Wochen, kann bei Bedarf aber auch verlängert bzw. verkürzt werden.

Sicherheit und Unterstützung

„Ich möchte an die Tiroler Bevölkerung appellieren, diese telemedizinische Betreuung großflächig anzunehmen“, ruft LR Tilg zur Teilnahme auf. „Damit wollen wir Covid-19-Patienten in einer schwierigen Zeit, die sie in ihren eigenen vier Wänden verbringen, Sicherheit und Unterstützung geben, um diese Erkrankung so gut wie möglich zu überstehen“, so der Landesrat abschließend.

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