Stubai Magazin
Stubaier Gletscher: Neue 3S-Bahn ab 2016

Der Winter 2015/16 ist der letzte der alten Eisgratbahn. Sie ist 1973 in Betrieb gegangen. Ab April 2016 wird die alte Bahn abgetragen und ab Herbst 2016 durch die neue Dreiseil-Umlaufbahn auf den Stubaier Gletscher ersetzt.
  • Der Winter 2015/16 ist der letzte der alten Eisgratbahn. Sie ist 1973 in Betrieb gegangen. Ab April 2016 wird die alte Bahn abgetragen und ab Herbst 2016 durch die neue Dreiseil-Umlaufbahn auf den Stubaier Gletscher ersetzt.
  • hochgeladen von Karl Künstner

Der Neubau der Eisgratbahn ist das bisher größte Einzel-Seilbahnprojekt Österreichs. Warum braucht es eine neue 3S-Bahn auf den Stubaier Gletscher?
Reinhard Klier: Die Eisgratbahn hat eine sehr wichtige Funktion für das Skigebiet. Sie ist eine Zubringerbahn mit der die Gäste morgens auf den Gletscher und abends rasch wieder ins Tal fahren können. In diesem Zusammenhang spielt auch das Thema „Wind“ eine besondere Rolle. Vergangenen Winter hatten wir dreizehn Sperrtage am Gletscher. An manchen dieser Tage war das Skifahren am Gletscher durchaus möglich, doch konnte die Bahn aufgrund des starken Windes nicht fahren. Das wird sich mit der neuen Bahn ändern. Außerdem ist die jetzige Eisgratbahn 1973 in Betrieb gegangen. Es wurde also Zeit.

Was uns zur Frage führt: Was kann die neue 3S-Bahn besser?
Reinhard Klier:
„3S-Bahn“ steht für Drei-Seil-Bahn. Das bedeutet die Kabinen hängen auf zwei Tragseilen und werden von einem Seil gezogen. Damit fahren die Gondeln praktisch wie auf Schienen. Aufgrund ihrer Größe sind sie auch weniger windempfindlich. In jeder Gondel haben 32 Personen Platz. So steigern wir die Kapazität von derzeit 1.400 auf 3.000 Personen pro Stunde. Das bedeutet kürzere Wartezeiten zu den Stoßzeiten. Derzeit kommt es abends, wenn alle gleichzeitig ins Tal möchten und die Talabfahrt nicht offen ist, öfters zu längeren Wartezeiten. Auch das soll sich mit der neuen Bahn ändern.

Wie wird das Projekt bei einem derart straffen Zeitplan organisatorisch umgesetzt?
Reinhard Klier:
Die große Herausforderung liegt darin, den Skibetrieb und den Bau der neuen Seilbahn parallel zu führen, ohne dass sie sich gegenseitig beeinträchtigen. Dazu muss die Logistik exakt geplant werden. Bereits im Juni haben wir mit dem Bau der neuen Mittelstation Fernau begonnen. In den Sommermonaten konnten die Versorgungslei­tungen für die neue Bahn verlegt werden – insgesamt über 90 Kilometer an Strom-, Daten- und Wasserleitungen. Dazu haben wir unterhalb der Seilbahntrasse eine neue Zufahrtsstraße errichtet, die ab Winter 2016 als Skiroute und zweite Talabfahrt neben der „Wild‘n Grube“ genutzt wird.

Wie lässt sich ein so großes Projekt im Hochgebirge mit dem Umweltschutz vereinbaren?
Reinhard Klier:
Eine intakte Natur ist uns besonders wichtig. Deshalb halten wir die Eingriffe in die Natur möglichst gering. Die neue Bahn hat weniger Stützen zudem verlaufen Zufahrtsstraße und Versorgungs­leitungen unterhalb der Seilbahntrasse. Die neue Trasse reicht zwar einige Meter in das bestehende Schutzgebiet – als Ausgleich dafür wurden aber an anderer Stelle 45 Hektar zusätzlich unter Schutz gestellt. Diesen Standort haben wir auch gewählt, weil so ein Großteil der Pendelbusfahrten überflüssig wird. Wir schätzen, dass wir rund 26.000 km einsparen. Langfristig liegt der schonende Umgang mit der Natur auch in unserem wirtschaftlichen Interesse.

Was bekommen die Skifahrer im heurigen Winter von den Bauarbeiten mit?
Reinhard Klier:
Bis zum 2. April 2016 wird es keine Beeinträchtigung des Skibetriebs auf dem Gletscher geben. An diesem Tag fährt die jetzige Eisgratbahn dann zum letzten Mal. Den Gletscher erreichen die Skifahrer aber weiterhin über die Gamsgartenbahn. Während des Winters wird zeitgleich an der Talstation und an der Mittelstation gearbeitet. Ab Februar, wenn es nicht mehr ganz so kalt ist, transportieren allradgetriebene Lkw auf der Zufahrtsstraße unterhalb der Eisgrat- bzw. Gamsgartenbahn technische Anlagen und Baumaterial zur Mittelstation Fernau. Die Seilbahn­technik muss gleichzeitig mit der neuen Stahlhalle installiert werden. Besonders spektakulär wird sicherlich der Transport der drei großen Umlenkrollen. Im Sommer 2016 wird die Bergstation Eisgrat neu­gebaut, dann müssen die Seile aufgezogen werden, das alleine dauert zirka neun Wochen, und wenn alles nach Plan läuft, eröffnen wir im Oktober 2016 die neue Eisgratbahn.

Was können sich die Gäste von der neuen Bahn und der neuen Talstation erwarten?
Reinhard Klier:
Die neue Eisgratbahn bringt die Skifahrer schneller und komfortabler auf den Gletscher und es wird weniger wetterbedingte Sperrtage geben. Mit der neuen Talstation wird der Weg für die Gäste verkürzt. Sie parken praktisch vor der Talstation und können ebenerdig in die Gondeln einsteigen. In den Gondeln stehen 24 Sitz- und acht Stehplätze bereit. Skier und Snowboard nehmen sie in die Gondel mit, das erleichtert das Ein- und Aussteigen erheblich.

Stubaier Gletscher: Opening am 10.-11. Okt. 2015

Weißwurst meets Pistenspaß beim Ski-Opening am Stubaier Gletscher auf 2.900 m. Die „Weiße Wiesn“ lockt mit traditionellen Schmankerln wie Weißwurst, Brezn und Brettljause. Das erste Fass Bier ist gratis für die Gäste im Skigebiet! Und weil zur „Weißen Wiesn“ auch der richtige Style gehört, wird das Stubaier Ski-Trachtenpärchen gekürt. Also Dirndl und Lederhose auspacken und rauf auf die Piste!

Infos: <a target="_blank" rel="nofollow" href="http://www.stubaier-gletscher.com">www.stubaier-gletscher.com</a>

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