PSYCHOPHILOSOPHISCHE SERIE: SIEBEN SÜNDEN IN EINER SACHE
7 Sünden II: Habsucht/Gier. Motor des Kapitalismus.

"Leben ist das Verwirklichen von Möglichkeiten, und für den Gehirnmenschen gibt es nur expansive Möglichkeiten." Dieser Satz vom Stifter der kulturmorphologischen Studie "Der Untergang des Abendlandes" Oswald Spengler zeichnet uns den Weg zum Thema, nämlich der Gier als Motor der Weltschichte überhaupt, weil wenn man die Gier nietzscheanisch zum Willen zur Macht verklärt, ist dieser ist in jedem Kulturkreis zu finden, der sich altersgemäß lebendig zeigt. Nicht von ungefähr beginnt sich auch bei uns der Gedanke durchzusetzen, dass der Geist nicht nur den Körper zeugt, fortbildet & erhält, sondern auch der psychologische Grund zur materialistischen Vermögensbildung ist.

"Gott will nicht, daß der Mensch arm ist.", das lehrt der amerikanische Millionär Robert Kiyosaki und findet mit seinem höchstpersönlichen RICH-DAD / POOR-DAD Konzept auch in Europa & weltweit eine motivierte Fan-Gemeinde. Dafür wird er von seiner eigenen Klasse angefeindet. Die sagen: " Do not tell people, what you know. Keep them poor." Und Kiyosaki weiter:" The poor will always be amongst us. It starts here", und er tippt bedeutsam mit dem Zeigefinger an sein hochdotiertes Haupt. Für ihn sind zum Beispiel OPTIONEN durchaus nichts unanständiges. Er erklärt sie gerne in Analogie zum Versicherungwesen und wahrlich sind in Amerika an sich unversicherbare Themen wie Naturkatastrophen mit diesem Finanzinstrument absicherbar.

Der psychische Urgrund für dieses Geschäft auf der Anbieterseite: DAS SCHNELLE GELD, der maximale Umsatz pro Zeiteinheit pro Thema, zum Beispiel in der Landwirtschaft, denn der Bauer fürchtet die Stürme. So stellt sich die Gier im Positiven als elementare Rationalisierung vor, im Negativen werten wir sie sündhaft, das meint das deutsche Wort HAB-SUCHT. Wie alle Süchtigen geht der Habsüchtige im Ernst- als Endfall über Leichen & nicht nur die eigene Leiche, wie bei einem Junkie. Nein, ein Norm-Süchtling, das ganze Umfeld ist betroffen und das Ausmaß der Zerstörung wird ermessbar, wenn man an Lebensnotwendigkeiten wie Wasser, Nahrung, leistbaren Wohnraum, Energie & den Zugang zur menschlichen Fortbildung denkt. Besonders katastrophal zeigt sich das NICHT-WISSEN im Bereich der FINANCIAL EDUCATION, in der sich ach-so-gebildete Schnitt-Bürger völlig als Finanz-Analphabethen zeigen, wenn man ausgerechnet bei entscheidungsmaßgeblichen PolitikerINNEN einmal Risikoeinschätzung der verschiedenen assets vom Sparbuch über Immobilien bis zu Beteiligungen, Aktien und Derivaten abfrägt.

Für den typischen Innsbrucker Regionalpolitiker sind Renditen über 10 Prozent sittenwidrig & hirnlos gierig. Die Gut-Menschabteilung vergisst aber, warum der Wirt bei dem sie freudvoll zechen, Aufschläge von 200 Prozent und mehr braucht, um lebensfroh wirtschaften zu können. Wieder einmal sehen wir, dass nichts mehr bildet als das Leben und es verwundert daher nicht, dass sich Verständnis für Andere womöglich bei jenen zeigt, die selbst schon mehrere Höllen kapitalistischer Existenz durchschritten haben. Wer selbst noch nie im Seelenkerker der Pleite saß, kann nicht ermessen, was wir den Griechen, Portugiesen & anderen kulturgeschichtlichen Mitteleuropäern unseres Südens angetan haben. Die Welt krankt nach unserer Wahrnehmung an einer Habsucht, die es ablehnt die Mittel des Lebens gemäß einer göttlichen Fülle kreisen zu lassen, nationalökonomisch nannten wir das DEFLATION, was nichts anderes bedeutet, als dass nichts mehr einen Wert in sich trägt, weder Leistungen noch Lebensmittel bis zum Menschenleben selbst. Eine gesunde INFLATION wie zu Bruno Kreiski-Zeiten von 4 Prozent entspricht einer moderaten Massnahme gegen das Hamster-Horten der schon Über-Wichtigen. Die fürchten die totale Inflation als Notwehrmaßnahme der Werktätigen, dem Volke also. Schrecklich das Omen: Nichts war je so billig wie SEX & DRUGS and Fire-WEAPONS. Die globale Geldmenge ist unschätzbar, selbst für Fachleute, Billionen (US-trillions) werden allein am FOREX-MARKT bewegt, am Tag wohlgemerkt. Wir haben Verständnis für den Reichen mit eigener Noterfahrung, gerade nach den großen Kriegen überwand das die Klassenschranken zu einer politischen Mindest-Einheit, einem Mindest-Konsens in der sozialen Frage.

Im friedlichen Alltag kapitalistischer Versorgtheit wurde der Scrooge des Charles Dickens wenigstens zu Weihnachten zum psychiatrischen Mitleidsträger. Sonst dürfen wir von den Reichen sprichwörtlich das Sparen lernen, die finanziell Ahnungslosen glauben das. Die Wahrheit ist, dass die Reichen bei Allen & Allem sparen, außer bei sich selbst. Wer anderer Meinung ist, saß noch nie hinter der Kassa und muß womöglich recherchieren, was TRINKGELD bedeutet. Wir sind der Meinung, Trinkgeld ist kein Almosen, sondern die Begleitmusik zu einer guten & schönen Leistung. Aus einer solchen psychischen Konstitution, wie der des Habgierigen resultiert viel Unheil und so haben wir Christen die faktischen Handlungen der Hab-Süchtigen mit dem Kainsmal der Todsünde markiert.

Doch Gott vergibt, dem, den er liebt. Also potentiell uns allen... doch wenn ein Reicher kröch durchs Nadelöhr, ich selbst auf Gott den Meineid schwör. Gottlob sein Sohn hat uns das Recht geregelt, so sei hier weiter nicht geflegelt...das darf man im Geist der Predigten eines Abraham a Santa Clara wohl auch mal sagen dürfen. Ergebenst Ihr/Euer Henricus "Astriacus Austriacus", ego et ergo Heinrich als himmelreicher Österreicher, wie zu Abrahams Salzburg anno domini 1684, amen!

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