Gustav Mahler – ein Visionär der musikalisch um Verständnis ringt – Jubiläumskonzert des Uniorchesters Innsbruck

Uniorchesters Innsbruck mit den Chören füllen das gesamte Podium des Saales Tirol
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  • hochgeladen von Gerhard Egger

Mit „Standig Ovations“ beklatschten die Besucher des Konzertes des Uniorchesters Innsbruck die gelungene Darbietung der Symphonie Nr.2 von Gustav Mahler. Dirigent Claudio Büchler verstand es großartig, den Kammerchor Walther von der Vogelweide, den Chor des Tiroler Landeskonservatoriums, den Chor des Mozarteums Innsbruck (Leitung Francois-Pierre Descampes), die Sängervereinigung Mühlau (Leitung Viktor Schellhorn) und die Capella Vocalis (Leitung Joachim Mayer) mit den herausragenden Solistinnen Josefine Weber (Sopran) und Gudrun Pelker (Mezzosopran) und dem Uniorchester sowie dem Fernorchester (Leitung Dorian Keilhack) harmonisch zu verbinden. Besonders der fulminante Schluss, der fünfte Satz der zweiten Symphonie, in dem alle der über 250 Akteure mitwirkten und der von der Auferstehung des Menschen handelt, riss die Zuhörerschaft regelrecht vom Hocker.

Im Vergleich dazu war die Uraufführung im Jahre 1895 in Berlin mit wenig Lob bedacht. Mahler wurde mit Kritiken wie „zu modern“, „brutale Geschmacklosigkeit“ und „hohlem Nichts – Lärm, Skandal, Unfug“ insofern fertig, als dass er sich der Tiefe seiner gelungenen musikalischen Umsetzung dieses schwierigen Themas Tod und Auferstehung bewusst war. Dass jeder Mensch seinen sterblichen Körper verliert, bedeutet nicht das Ende seiner Existenz. Mahler versuchte ganz klar herauszustreichen, dass nach kurzer Ruh Unsterblichkeit eintreten werde. Er fordert den Menschen auf, zu glauben, dass nichts verloren ist, dass wir nicht umsonst geboren wurden, nicht umsonst gelitten und geliebt haben. Für ihn ist die logischste Konsequenz für das Vergehen die der Wiedervereinigung der Elemente. In einem Augenblick werden sich sie Kräfte der Auferstehung durch Gott sammeln, um die zu Staub gewordenen Leiber der Menschen wieder zu beseelen. „Bereite dich zu leben“ und „sterben werd‘ ich, um zu leben“ ruft er mit musikalischer Inbrunst in die angespannte Zuhörerschaft hinein. Für ihn ist die zukünftige ewige Verbindung mit dem Licht, das zuvor zu keinem Aug gedrungen ist, Realität.

Die Frage stellt sich, ob Mahler, dem Visionär der Auferstehung, die Menschen nicht nur damals bei der Uraufführung nicht folgen konnten? Was haben die Menschen dieses Mal beklatscht, eine exzellente musikalische Darbietung, oder den tiefen religiösen Inhalt um das Verständnis der Auferstehung des Menschen? Ist uns Mahler immer noch in seiner Erkenntnis weit voraus? - Dennoch, den Musiker- und Sänger-Innen gebühren das höchste Lob und die uneingeschränkte Anerkennung für ihre grandiose Leistung an diesem wunderbaren Sommerabend im Kongresshaus in Innsbruck.

Wo: Congress Innsbruck - Saal Tirol , Rennweg, 6020 Innsbruck auf Karte anzeigen
Autor:

Gerhard Egger aus Telfs

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