Fakten
50-Meter-Schwimmhalle in Innsbruck

Die Schwimmhalle ist wieder im Gespräch.
  • Die Schwimmhalle ist wieder im Gespräch.
  • Foto: Visualisierung: Bauconzept
  • hochgeladen von Georg Herrmann

INNSBRUCK. „Das Abwägen der unterschiedlichen Argumente hat uns nunmehr dazu veranlasst Ihnen mitzuteilen, dass die Realisierung dieses Projektes aus jetziger Sicht nicht mehr realistisch erscheint und daher von uns nicht mehr weiterverfolgt werden kann“, heißt es im Schreiben an den Landesschwimmverband. Das war am 5. Juni. Seitdem hat sich dei Situation wieder verändert. Im Innsbrucker Gemeinderat wurde einem dringenden Antrag der FPÖ die Dringleichkeit zu erkannt, der anschließende Abänderungsantrag der SPÖ wurde von allen Fraktionen mitgetragen, Bürgermeister Willi wurde mit Verhandlungen beauftragt und nur einem Tag später, erneuert LhStv. Geisler die finanzielle Unterstützung des Landes in der Höhe von 8,33 Millionen Euro. Das Stadtblatt hat die interessantesten Fakten aus unterschiedlichen Unterlagen.

Unterlagen und Studien

Aus dem Bericht zum Kostenanteil für ein Bundesleistungszentrum, 2019
"Das Land Tirol, die Stadt Innsbruck und die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) haben daher bereits im Jahr 2012 eine Studie finanziert, um den Bedarf nach einem 50-Meter-Sporthallenbad zu prüfen, die Rahmenbedingungen dafür aufzuzeigen und eine Standortempfehlung auszusprechen. Die Studie wurde im Jänner 2012 bei GMF (Gesellschaft für Entwicklung und Management von Freizeitsystemen GmbH & Co KG) in Auftrag gegeben und bestätigt den dringenden Bedarf nach einem 50-Meter-Sporthallenbad in Tirol. Als Standort wird die Landeshauptstadt Innsbruck empfohlen und hier wiederum das Areal des Freibades Tivoli.

Der Tiroler Landtag hat in seiner Sitzung am 14. November 2014 die Frage der Errichtung einer neuen 50-m-Schwimmhalle in Tirol bzw. bevorzugt in Innsbruck diskutiert und folgenden Beschluss gefasst: „Der Tiroler Landtag unterstützt die Initiative zur Errichtung einer 50-m-Schwimmhalle und spricht sich für eine Verfolgung dieses Projektes in dieser Gesetzgebungsperiode aus. Die Tiroler Landesregierung wird ersucht, an die Stadt Innsbruck und den Bund heranzutreten und diese aufzufordern bis Mai 2015 einen Zeitplan für die Umsetzung dieses Projekts bekannt zu geben.“

Im Auftrag des Landes Tirol (Landeshauptmannstellvertreter ÖR Josef Geisler) und der Stadt Innsbruck (Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer) wurde im Juli 2015 die Erstellung einer Machbarkeitsstudie mit Standort Freischwimmbad Tivoli an die Fa. Bauconzept mit Sitz in Lichtenstein/BRD vergeben. Die Fa. Bauconzept kann als sehr erfahrenes Planungsunternehmen bezeichnet werden, welches über zahlreiche Referenzen insbesondere im Schwimmbadbau verfügt. Die Kosten der Studie wurden je zu einem Drittel von Stadt, Land und IKB getragen.

Das Ergebnis dieser Studie liegt seit Dezember 2015 vor und soll als Entscheidungsgrundlage für die Kostentragung von Stadt, Land und Bund dienen. Die Studie enthält u. A. einen detaillierten Zeitplan, der die mögliche Errichtung ab Beschlussfassung zur Umsetzung durch die Träger (Bund, Land, Stadt) mit entsprechenden Meilensteinen darstellt. Im Falle einer positiven Finanzierungszusage soll die Studie als weitere Grundlage für die Ausschreibung eines (Architektur)-Wettbewerbes für den Bau eines 50m-Sporthallenbades am Standort Freischwimmbad Tivoli dienen. Seitens der Stadt Innsbruck bzw. seitens der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG ist beabsichtigt, im Falle der Errichtung des 50-Meter-Sporthallenbades mit Standort Freischwimmbad Tivoli das bestehende Hallenbad Höttinger Au aufzulassen. Die Studie enthält daher neben einem 50-Meter-Sportbecken auch ein 25-Meter-Schwimmbecken, welches bei Wettkämpfen als Einschwimmbecken und in der übrigen Zeit dem Schul-, Vereins- und Breitensport dienen soll. Für eine mögliche Kostenaufteilung zwischen Bund, Land und Stadt soll daher nachstehend jener Kostenanteil an den Gesamtkosten ermittelt werden, der aus der Sicht des Bundes den Bundes(sport)interessen dient.

Die Gesamtkosten des Vorhabens betragen laut Studie (ohne Grundstückskosten) netto EUR 27,2 Mio. Nachdem seit der Fertigstellung der Studie bereits 3 Jahre verstrichen sind und sich inzwischen einige Parameter geändert haben, wurden die Kosten aktualisiert und auf EUR 32 Mio hochgerechnet. Da für eine mögliche Kostenaufteilung zwischen Bund, Land und Stadt kein allgemein gültiger Kostenschlüssel zur Verfügung steht, wird im Folgenden eine nachvollziehbare Berechnung der Kostenanteile vorgeschlagen.

Das Vorhaben 50m-Sporthallenbad in Innsbruck besteht im Wesentlichen aus den Wasserflächen für 8 Bahnen 50m (plus 2m fahrbare Startbahn) und 6 Bahnen 25m. Als weitere Kostenpositionen werden die gesamte Bäder-, Lüftungs- und Heizungstechnik, die Zuschauertribüne für maximal 360 Zuschauer, das für internationale Wettkämpfe und den Trainingsbetrieb angemessene Raumprogramm, die Tiefgarage, die Außenanlagen und ein Vereinsgebäude für ansässige Schwimmsportvereine gesondert bewertet.

Der Bewertung, welcher Kostenanteil an den Gesamtkosten auf das 50m-Sportbecken entfällt, wird die Überlegung zugrunde gelegt, dass die Kosten für die Bädertechnik, die Infrastruktur, die Tribüne, das Raumprogramm und die Tiefgarage in linearem Verhältnis zu den Wasserflächen gesetzt werden können. Dem gegenüber sind die Kosten für das Vereinsgebäude und die Außenanlagen, die im Interesse der Stadt und des Landes bzw. der IKB als Betreiber des Freibades errichtet werden sollen, von den Gesamtkosten des 50m-Sporthallenbades zur Gänze (100%) in Abzug zu bringen. Unter Berücksichtigung des Verhältnisses der Wasserflächen von 52x21m (50m-Sportbecken) zu 25x16m (25m-Becken) und der o.a. Interessen ergibt sich ein Kostenanteil für das 50m-Sportbecken von 1-25*16/52*21 = 63%, der um das Vereinsgebäude und den Außenanlagen (=1,05 Mio) reduzierten Gesamtkosten (Gesamtkosten von 32 Mio EUR abzüglich Kosten Vereinsgebäude und Außenanlagen von zusammen EUR 1,05 Mio ergibt eine Kostenbasis von EUR 30,95 Mio). Auf das 50m-Sportbecken samt Bädertechnik, Infrastruktur, Tribüne, Raumprogramm und Tiefgarage entfallen sohin entsprechend dem linearem Verhältnis der Wasserflächen anteilsmäßig 63% von EUR 30,95 Mio, das sind EUR 19,5 Mio (30,05 * 0,63 = EUR 19,5 Mio). Wie in anderen Projekten, die auch im Interesse des Bundes errichtet werden, sollte hiervon der Bund ein Drittel, das sind EUR 6,50 Mio tragen.

Nicht berücksichtigt wurde dabei der Umstand, dass entsprechend dem nachstehenden Nutzungsplan, das 25m-Becken zu ca. 20% von Bundesschulen genutzt wird. Im Sinne der Erhaltung und Pflege der „Volksgesundheit“ insbesondere der zunehmenden Fettleibigkeit der Bevölkerung und anderer „Zivilisationskrankheiten“, liegt die Verbesserung des allgemeinen Bäderangebotes in Tirol im Interesse des Bundes. Auch dieser Umstand wurde bei der obigen Kostenermittlung nicht berücksichtigt. Nicht zuletzt wird darauf hingewiesen, dass das vorliegende Projekt auf einem Grundstück im Eigentum der Stadt Innsbruck errichtet werden soll. Auch der Wert des Baugrundes wurde in der vorliegenden Kostenaufteilung noch nicht berücksichtigt.

Auf das Land Tirol und die Stadt Innsbruck gemeinsam würde somit ein Kostenanteil von EUR 25,5 Mio entfallen (32,0 - 6,50 = EUR 25,50 Mio). Auf dieser Kostenbasis kann seitens der Stadt Innsbruck in Verhandlungen mit dem Land Tirol bezüglich einer Kostenteilung getreten werden. Dabei kann neben dem Bereits vorliegenden Grundsatzbeschluss der Tiroler Landesregierung vom 14. November 2014, das Ergebnis der vorliegenden Studie des Planungsverbandes Innsbruck Umgebung sowie der Umstand ins Treffen geführt werden, dass das neue Hallenbad auch dem Spitzensport auf Landesebene (Landessportzentrum) und dem Schulsport dienen soll."

Studie Sportbad Innsbruck, 2016
U.a . wurden fünf mögliche Standorte untersucht: "Unter Berücksichtigung der Standortattribute und der perspektivischen Standortentwicklung wurde die Bebauung im Norden an der Anzengruberstraße in Abstimmung mit der Stadt, der Innsbrucker Kommunalbetriebe und der Steuerungsgruppe favorisiert. Es besteht die Möglichkeit, eine begrünte Liegefläche auf dem Dach der Halle anzuordnen und das Freibad wird durch die Halle nicht verschattet. Die südliche Gebäudekante der Halle wird angeschüttet, und das Hallendach wird mit einer intensiven,  begehbaren Dachbegrünung ausgebildet. Das Gründach erhält Plattformen zum Liegen, zudem wird der Dachrand zur Absturzsicherung bepflanzt und umzäunt. Das Vereinshaus wird abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Das Freibad erhält einen neuen Zugang von der Nordseite, überdacht und zugleich Eingang für die Sportschwimmhalle. Die Wegebeziehungen weiten sich nach Osten zur Terrasse, nach Süden zu den Liegeflächen und nach Westen mit Zugang zu den Becken. Das Bistro der Halle ist auch vom Freibad aus nutzbar." Datail am Rande: "Das Tivoliareal ist denkmalgeschützt. Zur hauptsächlichen Denkmalschutzsubstanz gehört das Areal an der Purtscheller Straße als Ensemble. Dazu gehören die Hauptkasse, der Sprungturm, die Tribüne, der Umkleidetrakt, das Restaurant, und die Brücke."

Projektbericht Sportbad, 2019
Zum Zustand Sporbad Höttinger-Au: "Das Hallenbad Höttinger Au wurde im Jahr 1982 eröffnet und 1993 generalsaniert. Es war seit jeher als Sportbad konzipiert. Das Bad dient seit seiner Errichtung als Trainings- und Wettkampfbad für zahlreiche Vereine und Schulen. In den Jahren 2006 – 2009 wurden technische Adaptierungen vorgenommen und kleinere baulichen Maßnahmen umgesetzt, um die Bedingungen für Sportschwimmer zu verbessern. In-zwischen ist das Hallenbad Höttinger Au insgesamt in die Jahre gekommen und muss mittelfristig gene-ralsaniert werden. Im Einzelnen steht die wärmetechnische Sanierung des Gebäudes, die Erneuerung der Heizzentrale und der Lüftungsanlage samt Gebäudeleittechnik, die Sanierung der Warmwasser- und Heizungsverteilung sowie die Adaptierung für Menschen mit besonderen Bedürfnissen an. Seitens des Betreibers ist man bemüht, den Badebetrieb stetig aufrecht zu erhalten und die Wartungs-, Betriebs- und Instandhaltungs-kosten in einem überschaubaren Rahmen zu behalten, aufgrund des Alters der Anlage können jedoch kostenintensive technische Maßnahmen oder ein plötzlicher Ausfall wesentlicher Anlagenteile nicht aus-geschlossen werden. Die anhand einer fundierten Kostenschätzung ermittelten Sanierungskosten betra-gen Euro 4,5 Millionen. Im Falle der Errichtung eines neuen Hallenbades würden diese Sanierungskosten entfallen."

Zur weiteren Nutzung: "Im Rahmen der Erstellung der Studie für das 50-Meter-Sporthallenbad wurden auch Potentiale für weiter Nutzungen untersucht. So wurde zum Beispiel die Errichtung eines Studentenheimes an der Nord- West Ecke des Grundstückes geprüft. Die erstellten Studien der Schwimmhalle sowie des Studentenheimes diente insbesondere dazu, die Machbarkeit am Standort zu prüfen. Es ist beabsichtigt, die zu realisieren-den Projekte, welche zur Umsetzung gelangen könnten, durch ein Wettbewerbsverfahren zu ermittelt. Die Studie sieht die Errichtung einer Schwimmhalle vor, welche ein zur Liegewiese hin geneigtes Dach vorsieht. Die Schwimmhalle öffnet sich so nach Norden hin und ermöglicht so eine natürliche Belichtung. Im weitgehend unter dem Erdreich liegenden Baukörper sind Garderoben - Lager und Technikräume sowie eine Tiefgarage untergebracht. Der Hauptzugang wurde nordseitig vorgeschlagen. Im Bad selbst findet eine Unterteilung in Wettkampf, Training und Badebetrieb statt. Im Erdgeschoss ist das Foyer mit den Kassen sowie einem Bistro vorgesehen. Die Auslegung und Ausstattung des Baus hat nach den Vorgaben der Wettkampfregeln der FINA und des OSV zu erfolgen. In der Schwimmhalle ist ein 50m-Becken und ein multifunktionales Einschwimm-becken geplant. Im 50m Becken sind 8 Bahnen vorgesehen (Breite des Beckens ca. 21,0m, Tiefe 2,0 m). Durch eine mobile Startbrücke kann das 50m-Becken in zwei 25m-Bereiche geteilt und z.B. für das Schul-schwimmen und den Breitensport genützt werden. Das etwas seichtere Einschwimmbecken dient bei Wettkämpfen zum Einschwimmen und als Entmüdungsbecken, in der übrigen Zeit dem Schulsport und der Schwimmausbildung."

In der Studie Hallenbad Hötting von "wiesflecker-architekten zt gmbh" vom Mai 2019 werden verschiedene Variaten der Verbauung der Fläche dargestellt.

Weitere Nachrichten aus Innsbruck finden Sie hier

Informiert in den Tag starten!

Mit dem Bezirksblätter "Update am Morgen".

Jetzt lesen

Autor:

Georg Herrmann aus Innsbruck

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

17 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?

Werde Regionaut!

Jetzt registrieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen