Dreiheiligen
Ängste in der Bienerstraße

Das zweite Haus mit dem roten Dach soll E+3-Geschosse bekommen. Die Anrainer wollen sich in der Bienerstraße dagegen wehren.
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  • Das zweite Haus mit dem roten Dach soll E+3-Geschosse bekommen. Die Anrainer wollen sich in der Bienerstraße dagegen wehren.
  • hochgeladen von Agnes Czingulszki (acz)

Die geplante Aufstockung in der Kapuzinergasse 43-45 – Standort der Teestube, des HOSI und des Vereins für Obdachlose – sorgt für Aufregung unter den Anrainern und Anrainerinnen der Bienerstraße.

INNSBRUCK. Die Bewohner der Bienerstraße haben immer wieder zu kämpfen. Verdichtungen stehen auf der Tagesordnung, Grünflächen müssen weichen, Wohngebäude werden errichtet. Nach den erst kürzlich fertiggestellten Wohntürmen der Innsbrucker Immobiliengesellschaft und der Wohnungseigentum soll demnächst eine neue Aufstockung in diesem Gebiet kommen. Die Anrainer fürchten Ghettoisierung und die Verschlechterung ihrer Lebensqualität. Dem Bauträger – die Androschin-Privatstiftung, die Eigentümerin des Areals ist – werfen sie u. a. "Etikettenschwindel" vor. Um was geht es? In der Kapuzinergasse 43-45 – hier befindet sich der Verein für Obdachlose mit der Teestube sowie auch die Homosexuelle Initiative Tirol (HOSI) – soll es zu einer Aufstockung kommen, in der voraussichtlich 42 Wohnungen entstehen werden. Das Gebäude, das heute zwei Stockwerke hat, soll künftig Erdgeschoss plus drei Etagen und eine Dachterrasse bekommen. Die Wohnungen werden für 5 Mio. Euro von der Stiftung selbst gebaut – so billig, dass auch Menschen, die die Mindestsicherung erhalten, dort leben können. Die Wohnungsvergabe soll durch den Verein für Obdachlose abgewickelt werden, Menschen, die von Obdachlosigkeit bedroht sind, können hier auf Zeit eine Wohnung finden. Die Anrainer haben etwas dagegen, wollen sich aber nicht als "unsozial" abstempeln lassen. Ihre Befürchtung: Die geplanten E+3 Stockwerke sind praktisch gesehen einem fünfstöckigen Gebäude gleichzusetzen, da bereits schon das Erdgeschoss höher gebaut wird und man auch eine Dachterrasse hat. Man fürchtet, dass dadurch Baudichte durch die Hintertür gewonnen wird. Ein anderer wunder Punkt, der vielleicht das ganze Projekt zum Kippen bringt: die vorgeschriebene Stellplatzverordnung. Für die über vierzig Wohnungen soll es 6 bis 8 Stellplätze geben. "Nicht ausreichend", wie die Anrainer sagen. Und wenn doch so gebaut werden kann: "Warum darf das dann nicht jeder?" Die Ängste der Anrainer werden aber nicht nur im Zusammenhang mit diesem Projekt geschürt. Sämtliche weiteren Aufstockungsprojekte, die in der Umgebung geplant sind und nicht oder nur spärlich kommuniziert werden, befeuern den Unmut der Bevölkerung.

"Ein Geschenk an die Stadt"

Für Michael Hennermann, GF des Vereins für Obdachlose, ist dieses Projekt "ein Geschenk an die Stadt". Ein privater Bauträger, der dringend notwendigen Wohnraum für Menschen, die von Obdachlosigkeit bedroht sind, zu einem günstigen Mietzins zur Verfügung stellt. Er kann die Ängste der Bevölkerung einerseits nachvollziehen, andererseits versichert er aber: "Wir sind ja selbst daran interessiert, dass das Zusammenleben gut funktioniert. Auch, was das Sonnenplatzl betrifft, konnten wir eine Verbesserung erreichen und es gibt auch in dieser Hinsicht keine Probleme." Einer dieser Wohnungen zu bekommen, ist vertraglich an Bedingungen wie Nachbarschaftshilfe oder verpflichtende Teilnahme an BewohnerInnentreffen gebunden.

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