Am eigenen Leib: Als Tierpfleger im Alpenzoo

"Wer ist das und was macht die da?", scheint sich der Elchbulle zu denken, als ich seine Box ausmiste.
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  • "Wer ist das und was macht die da?", scheint sich der Elchbulle zu denken, als ich seine Box ausmiste.
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"Hüpf rauf, dann fahren wir zu den Rehen!", ruft Rainer Mair mir zu, als er mich um 8 Uhr morgens am Alpenzoo-Tor empfängt. Ein Tag als Tierpfleger im Alpenzoo in Innsbruck steht mir bevor – und schon bald wird klar, dass das viel mehr bedeutet als nur Tiere zu streicheln. Es bedeutet vor allem harte Arbeit.

Elche lieben Bananen

Die erste Anlaufstelle ist eine Scheune, in der ich zusammen mit Rainer Mair zunächst eine große Menge Karotten, Semmeln, Äpfel, Heu und Kraftfutter vorbereite. Obst und Gemüse bekommt der Alpenzoo von einem Supermarkt, der die Lebensmittel sonst entsorgen muss. Vollgepackt mit dem Futter versorgen wir zuerst die drei Rehe, danach die Gämsen. "So, jetzt gehts zu den Elchen!", so der Tierpfleger. Er schnappt sich eine große Menge an Bananen. "Wieso um alles in der Welt Bananen?", frage ich ihn. "Elche lieben Bananen! Das wissen die wenigsten." Zusammen mit ein paar Karotten werden sie verfüttert. In Windeseile geht es weiter – die Boxen müssen noch ausgemistet und neu mit Stroh ausgelegt werden. "Es läuft bei mir immer so ab, dass ich am Vormittag alle Tiere füttere und die Ställe ausmiste. Die Nachmittage verbringe ich dann mit Revierarbeiten, wie zum Beispiel Reparaturen", erklärt Rainer Mair. Trotz oder gerade wegen der vielen Arbeit liebt er seinen Beruf: "Ich könnte mir nichts anderes vorstellen!"

"Hygiene ist das wichtigste"

Tierpflegerin Viktoria Kapferer hat ihre Lehre im Alpenzoo absolviert und ist nun für das Vogelrevier zuständig – sie betreut unter anderem die Waldrappen, die Schnee- und Birkhühner sowie die Dohlen: "Bei den Vögeln ist es das wichtigste, auf Hygiene zu schauen", erklärt sie mir. Anders als bei Huftieren müssen Vögel zwei Mal am Tag gefüttert werden. Und da darf ich dann wirklich nicht zimperlich sein: Ratten, Mäuse und Mehlwürmer stehen auf dem Speiseplan. Romeo und Juliet – die beiden Bartgeier – warten bereits auf das Essen, das wir ihnen bringen. Die Vögel fliegen kraftvoll auf uns zu und schnappen sich die bereits getöteten Ratten.
Betriebsassistent Hansjörg Reichler: "Mit der vielen Arbeit, die zu erledigen ist, kann man sich nicht länger mit jedem einzelnen Tier beschäftigen. Und das soll auch so sein. Wir wollen unsere Tiere in ihrem Verhalten nicht zu sehr auf uns fixieren." Der Beruf des Tierpflegers ist sehr viel mehr als Füttern und Streicheln, das ist mir auf jeden Fall klar geworden.

Autor:

Katharina Ranalter (kr) aus Stubai-Wipptal

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