Das ist eine wahre Geschichte. Von einem peripheren "Taxi"fahrer.
Amtsarzt droht und reitet seinen SCHIMMEL.

Ein Füllhorn voll mit Traubensaft.
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  • Ein Füllhorn voll mit Traubensaft.
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(Innsbruck 12. August 2020) Sie, die Geschichte richtet sich für und gegen jeden der sich betroffen und angesprochen fühlt. Auch gegen mich selbst. Fast wie eine Reprise vom "Sein Köpferl im Sand" von Arik Brauer. (Wer noch weiß, wer das ist!) Eine Geschichte mit kleine Corona-Sprenkeln und witzig-bös-frechen Zoten die nur das tägliche Leben schreiben kann.

Passiert in dieser Woche. Mit Auswirkungen auf die eigene persönliche Wirklichkeit, hinterläßt richtige Schrammen im Lebensbild, die Glaubwürdigkeit und Lebensfähigkeit unserer persönlichen Talente zum konfliktfreien Zusammenleben werden dabei selbstredend angeknabbert. Ich habe es selber mit- erlebt. Und in dieser Zusammensetzung auch erzählenswert. Trotzdem ohne Namen und ohne punktgenaue Hinweise. Die, die es wissen sollen und wollen, wissen es. Erzählt von mir, als Beteiligter und doch nur als Partner einer Betroffenen. Quasi nur der „Taxifahrer“ einer Covid-Infiziert-Verdächtigen. Einmal Südsteiermark und retour!

Die Vorgeschichte.

Zuerst. Passiert in der Kinderkrippe.  Landesunternehmen sind daran beteiligt und Ausrichter derselben - dort gibt es einen Coronafall. Positiv. Das wird am letzten Sonntag schlagend. Wir, eben meine Lieblingsdame und ich, befinden uns bereits in der Südsteiermark. In einem gediegenem Weinhotel. Vom Sonntag bis Freitag, also fünf Tage soll dieser Kurzurlaub dauern. Dann kommt die Botschaft über die übliche "interne" Whats-App-Gruppen-Info herein. Meine Lebensdame, die seit über 20 Jahren dort arbeitet, erklärt mir, dass sie mit der „Betroffenen“ Kollegin keinerlei Kontakt, nur eine Minute, den Abstand eingehalten und eine Frage gestellt - hatte. Alles gut. Wir sind sicher. Sie  ist Beifahrerin, hat keinen Führerschein. Ich bin der „Taxifahrer“.

Hilfeleistung wird ausgenutzt.

Erste Anrufe am Handy. Eine fremde Nummer. Mit einer, vor allem mir bekannten Nummernfolge. Nach kurzem Zögern ruft SIE an. Es meldet sich eine junge Dame von der BH Innsbruck. Freundlich. Es geht um einen Datenabgleich. Bereitwillig zu helfen wird dies gewährt. Es geht um die positive Testung einer Kollegin in der Kinderkrippe. Kurz darauf der nächste Anruf von einer weiteren, etwas älteren Dame - Schilderung über den Kontakt, die eine Minute usw. - Diskussion. Wir sind im Auto - am Weg zum See. - die Dame an der anderen Seite ist am Ende zufrieden und wünscht noch einen schönen Urlaub. Paßt.

Telefonterror könnte so sein.

In der Zwischenzeit verlegen wir unseren Tages-Aufenthalt an den Sulmsee. Baden! Riesengroße Karpfen im Wasser. Schönes Wetter. Gleich vergeht uns Sommer- und Urlaubslaune. Der Vorgesetzte der Damen, Amtsarzt und Leiter des Gesundheitsamtes meldet sich. Seine Gangart ist vom Start weg ruppig. Gestresst. Wahrscheinlich ob der vielen Telefonate. Montag! Die Tonlage des „Dienstleisters“ leider nicht auf der Normalspur. „Er will eine Testung haben. In der Steiermark. Auf jeden Fall. Auf die Bitte: Hinkommen eines mobiles Testteams. Nein! Kompromißlos. Die Nummer 1450 wird als nächster Kontakt angeordnet. Der Arzt ist und bleibt stur. Der Anruf bei der 1450 - Corona-Hotline Nummer der Steiermark. Eine freundliche Dame klärt auf, die Folgen und Ableitungen einer derartigen vorgeschlagenen Vorgehensweise, - Meldung im Hotel, möglicherweise Zimmerarrest für SIE und für MICH bis zum Ende des Urlaubs. Die nächste Teststation sein in Feldbach. Und die Frage der netten Dame „….klären Sie lieber nochmals ab, ob der Arzt aus Innsbruck das wirklich will. Zudem sei das gesamte Procedere eine Ämter- Behördenangelegenheit. „Und er kann hier gar nichts entscheiden!“ Das nächste Telefonat mit dem Amtsarzt in Innsbruck gestaltet sich dann schwieriger. Er bleibt in seiner Art, zumindest habe ich als Zuhörer das Gefühl, furchteinflößend. Aber es gelingt IHR, ihn zu überzeugen. Die Testung soll nach der Rückkehr nach Innsbruck am Samstag stattfinden. Kontaktperson 2. Der QR- Code für diese Testung landet gleich darauf auf ihrem Handy. Damit scheint dem Sonnenbaden und Relaxen in der Südsteiermark keinerlei Wolken mehr beschieden sein. Genau - daß meine Lieblingsfrau immer betont, nur eine Minute und eine Frage-lang Kontakt gehabt zu haben, interessiert nicht.

Druck und Angst auf Zielperson verbreiten sich.

Nächster Tag. Dienstag. In der Früh - wieder ein Anruf der Behörde in Innsbruck. Der Amtsarzt ist wieder am Apparat. „Es gab gestern noch eine Besprechung. ICH will einen Abstrich haben“. So oder so. Die Drohung mit der Polizei bei verbaler Widersetzung erfolgt zweimal. Sie bekommt es sichtbar mit der Angst zu tun. Hotelname und Adresse werden so auch sofort bekannt gegeben. Der Amtsarzt entscheidet über die weitere Vorgehensweise. Meine Einflussnahme beschränkt sich aufs Stänkern im Hintergrund. Gottseidank für den Amtsschimmel in Innsbruck läßt SIE mich nicht ans Telefon. Welcher hilfreicher Zufall. Mein eigenes Handy ist gerade unbrauchbar, PIN-Code vergessen. Und somit bleiben kleine oder große juristische Hilfestellungen aus. Und ich hätte hier reagiert. Die Entscheidung fällt in der nächsten Minute. Mit dem Nennen des Hotelnamens und unseres Aufenthaltsortes - Wir brechen die Reise ab. Sofort. Kompromißlos. SIE teilt dem Arzt in Innsbruck das mit, der meint nur lakonisch „… wegen mir brauchen sie nicht abreisen!“. ICH entscheide. Das reicht. Wenn diese Kommunikation auch wohl anders gemeint war. Drohungen sind angekommen. Respektlosigkeit! Basta! Koffer gepackt. Auschecken und ab gehts. 10:15 losgefahren. Um 16:00 Uhr sind wir in Innsbruck. Olympiaworld - Testung.  Davor. Bei der Rückfahrt springt ein großer Stein auf die Windschutzscheibe und diese reagiert mit einem großen Sprung. Der breitet sich langsam und sicher aus. Danach. SIE ruft den von mir despektierlich als „Der-Schimmel-Arzt“ apostrophierten Medizin-Beamten an und meldet die erfolgreiche Absolvierung der Testung. Bekundet noch die Tatsache „wegen Ihnen sind wir zurückgefahren“ und „... bedanke mich bei Ihnen für die nette Behandlung und Gespräche". Was als bitterböse Satire gemeint ist, wird vom Gegenüber als wirkliches Dankeschön empfunden. Der Gipfel der Geschmacklosigkeit. Schimpf und Schande. Auch für uns, die männliche Spezie! Auch wenn ER gedacht oder geglaubt oder gemeint hat, richtig, formal richtig zu kommunizieren, auf der anderen Seite der Leitung ist ganz etwas anderes angekommen. Pure Angst ob der männliche Drohgebärden, Respektlosigkeit! Schlaflose Nacht! Eine Entschuldigung wäre mehr als angebracht, auch und gerade weil es sich bei IHR um eine Frau handelt. Und um jemanden der so viel Empfindungen und Herzenswärme haben muß, dass er sich um die kleinsten der Kleinen ("Hosenscheißerlen") als oft erste und oft wichtigste Bezugsperson kümmern kann. Und somit vielleicht auch im Umgang mit dem Schwadron der corona-sprach-versauten Beamten ("Die großen Hosenscheißerlen") nicht immer weiß, wie zu tun. Hilfsbereitschaft und aktives Mittun derart auszunutzen ist eigentlich der richtige Vorwurf. Genau - noch einmal - daß SIE immer betont hat, nur eine Minute und eine mit Abstand-gehalten-Frage-lang Kontakt gehabt hat, interessierte immer noch niemanden wirklich.

Schlussfolgerungen.

Heute, Mittwoch, um 11:15 ist ein formloses E-Mail auf das Handy von IHR gekommen. Mit der lakonischen Mitteilung - negativ. Behördeninfo: "Ergebnis COVID29 Test: Eine verfügte Quarantäne ist aufgehoben. Sollte das SMS nicht Sie betreffen senden sie NEIN an ….“ Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen. In welcher Zeit und in welchem Land leben wir? Was ist los mit den selbsternannten Managerinnen und Manager, den Verantwortlichen auf den Brücken, in den Köpfen derer, die unser Leben steuern und regeln sollen. Was ist mit dem Sprachklima in diesem Land passiert? Was mit Menschen, die einen Eid auf „Ewas“ geleistet haben, passiert? Diese Geschichte ist letztlich eine Kleinigkeit. Und hat ein uns wenig Geld, vier Tage Urlaub gekostet. Seis drum. Vergessen. Mehr noch hat es uns drastisch vor Augen geführt, was hier und dort passiert. Mit uns. Und noch passieren wird und kann. Und gibt eine kleine Ahnung von den vielen persönlichen Schicksalen, z.B. vom absolutem Trauma geliebte Menschen nicht in den letzten Stunden begleiten zu dürfen. Unvorstellbar.

Meine persönliche Meinung. Dazu.

Persönlich habe ich auch noch und viel Verständnis für alle Menschen, die durch diesen Virus in ihren Arbeitsabläufen an und über die Schmerzgrenzen getrieben wurden und werden. Tagtäglich. Auch für den besagten Arzt aus Innsbruck, der sicher viele Gespräche, unterschiedlicher Couleurs, tagtäglich führen muß und mußte. Aber - in unserer zivilisierten und von den Erfahrungen der älteren Generation profitierend, aus der Geschichte lernend, unserer eigenen Intelligenz und unserem hohen Wissenstand geschuldet, muß es doch möglich sein, das Zusammenleben nicht durch einen Virus nachhaltende zerstören zu lassen. Punkt. Dass auch viele, alle „Amtskasperl-Träger und auch deren bunte Schimmel“ vom gemeinen Volk monetär beglichen werden, ist mehr als nur eine ärgernissteigernde Draufgabe. Und so man kann nur jeder aufrechten Bürgerin, jedem mündigen Bürger raten und empfehlen, stets wachsam zu bleiben, Haltung zu bewahren und seine Meinung, wie es sich in einer Demokratie gehört, entsprechend zu vertreten. Persönlich bin ich gespannt, ob SIE vom besagten Amtsarzt noch einmal etwas hört. Eigentlich als positiv denkender Mensch glaube ich daran. Man sieht und hört sich im Leben oft zweimal. Stimmt. Ist schon passiert. Vielleicht ist auch besser, SIE verzichtet darauf. Damit ist die Geschichte vom peripheren Taxifahrer fertig.

*Bei allen Beteiligten handelt es sich um erwachsenen Menschen. Genau befrage ich dazu aber noch den Psychologen meines Vertrauens. Ob das auch stimmt. Den Experten von „OHM".

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