„Auch Eltern in Pflicht nehmen“

INNSBRUCK. Am 1. September hat Wolfgang Haslwanter den nun pensionierten Ferdinand Treml als Bezirksschulinspektor abgelöst. Wie sein Vorgänger war auch Haselwanter zuvor Direktor der NMS Reichenau. Insgesamt arbeitete er über 23 Jahre als Lehrer. Nun ist er für 6.500 SchülerInnen in 22 Volksschulen, elf Neuen Mittelschulen, vier allgemeinen Sonderschulen und einem Polytechnikum mit insgesamt 800 Lehrern verantwortlich.

Ein normaler Arbeitsalltag beginnt bei Haselwanter um 7 Uhr morgens, um administrative Dinge zu erledigen, bevor er sich zu den Schulen begibt. Dort überprüft er die Qualität, kommuniziert mit SchulleiterInnen, LehrerInnen und Kindern oder muss schon die ersten Probleme lösen. „Natürlich gibt es auch nicht so angenehme Gespräche, die man führen muss. Zu behaupten, es gäbe keine Probleme, wäre eine Lüge. Innsbruck ist aber vorbildlich, was den Bereich Pflichtschulen anbelangt. Die LehrerInnen sind innovativ. Alle Schulen haben Schwerpunkte. Die Stadt nimmt einiges an Geld in die Hand für neue Projekte. Da können sich andere Städte etwas davon abschneiden“, ist Haselwanter stolz auf seinen Schulbezirk.

Mehr und mehr Erziehung
Eine Herausforderung, die es zu meistern gilt, ist der Bereich Erziehung. Diese wird immer öfter auf die LehrerInnen übertragen: „In Sachen Erziehung kann die Schule viel leisten, aber nicht alles. Hier muss man auch die Eltern in die Pflicht nehmen. LehrerInnen leisten mehr als sie müssen. Aber die Gesellschaft darf nicht alle ihre Probleme auf die Schule münzen. Schließlich müssen LehrerInnen auch noch die Zeit zum Unterrichten haben“, so Haselwanter. Deshalb versuche er auch immer, alle Schulpartner, also Eltern, Lehrer und Schüler, zusammenzubringen.

Facebook und Cybermobbing
Zu kämpfen haben Schulen auch mit sozialen Netzwerken. „Cybermobbing ist ein großes Thema“, bestätigt Haselwanter. Wo früher nur Spickzettel geschrieben wurden, die einige wenige lesen konnten, können sich beispielsweise auf Facebook Nachrichten über die ganze Schule ausbreiten. Mit diesen Dingen umzugehen, ist eine weitere besondere Herausforderung.

Einsatz am Wochenende
Neben diesen Aufgaben gilt es für Schulinspektoren zusätzlich, dabei zu sein, wenn pädagogische Weichen gestellt werden. Dazu gehören etliche Tagungen, Kongresse und Seminare. „Ich bin gerade dabei, erst mal die ganze Arbeit zu sichten. Das Wenigste, was ich derzeit finde, ist Schlaf. Zurzeit arbeite ich sicher 14 bis 16 Stunden täglich, auch an den Wochenenden. Aber das war mir klar, als ich mich für den Beruf beworben habe. Ich empfinde das nicht als Belastung“, so Haselwanter optimistisch.

Ziel des neuen Bezirkschulinspektors ist es, den Stand der Innsbrucker Schulen zu erhalten und weiter voranzutreiben.

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