Leerstand
Auf der Suche nach der Lücke

Eine Lücke in Wilten.
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INNSBRUCK. Der Leerstand an Wohnungen und Geschäftsflächen in Innsbruck ist ein politischer Dauerbrenner. Aber nicht nur Parteien und Interessensvertretungen widmen sich diesem Thema, es gibt sogar einen eigenen Verein der "die Lücken" schließen möchte.

Lückenfüller

"Fast alle Städte Österreichs haben bereits Organe in der Verwaltung geschaffen und/oder Interessensverbände in Form von Vereinen die sich mit dem Thema Leerstand auseinandersetzten. In Innsbruck und Tirol fehlt diese Organisation noch zur Gänze. Diese Lücke wollen wir schließen bzw. soll der Verein die Lücke schließen, mit den angebrachten Werkzeugen den passenden Rahmen geben", so beschreibt der Verein „Die Lücke – Verein zur temporären Zwischennutzung von Gebäudeleerstand“ im Projektantrag zu den Stadtpotentialen 2019 seine Zielsetzungen. 

Wie geht es in der Leopoldstraße weiter?
  • Wie geht es in der Leopoldstraße weiter?
  • Foto: Die Lücke
  • hochgeladen von Georg Herrmann

Ängste abbauen

Leerstand entsteht aus verschiedenen Gründen: Ängste, Mangel an Nachfrage, Mangel an unmittelbar sichtbarer Qualität, hohes Alter – des Raumes und/oder Besitzers, Erbschwierigkeiten, Gewohnheit an den „nicht nutzbaren“ Leerstand. "Diese Ängste, diesen Mangel gilt es zu beseitigen. Mit Aufklärungsarbeit, Bildung, Referenzen - und das möglichst frei, spielerisch und demokratisch. Deshalb müssen wir uns jetzt mit diesem Thema auseinandersetzten bevor dann in einigen Jahren neue Gesetze und Regel greifen, die wirtschaftliche Antreiber bevorzugen und die Knappheit an leistbaren Räumen immer größer wird", ist die Devise des Vereins.

Der Verein

Der Verein "die Lücke" existiert seit 2016 und ist aus der initiativen Gruppe zum Betrieb und Bespielung des Stöcklgebäudes entstanden. Das Stöcklgebäude, eine typische, ungenutzte Industriebrache im Zentrum der Stadt wurde durch verschiedene Veranstaltungen, Ausstellungen und anderen Formaten, nutzbar gemacht. Nach 2 Jahren kam kein Mietvertrag mehr zu Stande und zusammen mit dem Upcycling Studio wurden neue Räume gesucht und gefunden. Im Verein finden sich Personen mit unterschiedlichen beruflichen Zugang zum Thema wieder: Kathrin Rainer (Architektin), Christian Schwarzer (Chemie Laborant und Tischler). Felix Winkler (HTL Ingenieur und Lichtplaner), Johannes Münsch (Architekt und Upcycler) sowie Mamal Kianipour (Perser, Sprachwissenschaftler, Übersetzter, Radio Freirad).

Leerstand = Dauerzustand: Siebenkapellenareal in Dreiheiligen
  • Leerstand = Dauerzustand: Siebenkapellenareal in Dreiheiligen
  • Foto: Die Lücke
  • hochgeladen von Georg Herrmann

Das Konzept

Leerstehende Räume sind eine städtische Ressource die möglichst vielen Menschen zugänglich sein sollte. So werden leerstehende Räume zu Möglichkeitsräumen. In Innsbruck sind in den letzten Jahren die Mieten außerverhältnismäßig gestiegen und Lebensraum ist knapp und teuer, teuerer als in vielen anderen Städten aufgrund der geographischen Lage im Inntal. Wir wollen Leerstände aufspüren, sichtbar machen und das Potential mit Experten diskutieren.

Von innen heraus

Es ist ein Appell an diejenigen "denen etwas abgeht, denen bezahlbarer Wohnraum fehlt - qualitativ und quantitativ. Quadratmeter sind eine wichtige Einheit in dem Spiel der Immobilien – diese zu verknappen und zurückzuhalten, bewusst oder unbewusst, führt zu einer Verknappung von bezahlbarem Wohnraum bzw. zur Verteuerung von Lebensräumen. Der Auslöser von Leerstand ist aber nicht immer ein Böser Wille oder eine Bewusste Verknappung, nicht nur eine kapitalistische Absicht oder Mutwilligkeit. Oft sind es Ängste, oft ist es ein Mangel an Nachfrage oder ein Mangel an unmittelbar sichtbarer Qualität. Ein anderes Mal ein hohes Alter - des Raumes und des Besitzers, oft sind die Erben dann genau so überfordert wie die Eltern oder Großeltern, schließlich wurde es ja vorgelebt oder anerzogen, dass ein Leerstand nicht Nutzbar ist. Diese Ängste, diesen Mangel gilt es zu beseitigen."

Auch beim "Sonnpark" gibt es viele Fragezeichen
  • Auch beim "Sonnpark" gibt es viele Fragezeichen
  • Foto: Die Lücke
  • hochgeladen von Georg Herrmann

Zielsetzung

Leerstehende Räume sind eine städtische Ressource die möglichst vielen Menschen zugänglich sein sollte. So werden leerstehende Räume zu Möglichkeitsräumen. In Innsbruck sind in den letzten Jahren die Mieten außerverhältnismäßig gestiegen und Lebensraum ist knapp und teuer, teuerer als in vielen anderen Städten aufgrund der geographischen Lage im Inntal. "Es ist schwierig den Leerstand zu schätzen und deshalb wird mit Hilfe der Bewohner der Leerstand (auch kurzer, temporärer Leerstand) erhoben und in eine vorerst analoge Stadtkarte eingetragen. So entsteht eine kollektive Wissenssammlung des Leerstands einer Stadt und es entsteht eine konkrete städtische Realität", wird eine Zielsetzung des Vereins definiert. "Ziel einer Stadtentwicklung sollte es nicht sein, in Richtung einer Leerstandsabgabe zu gehen, sondern den Leerstand öffentlich und nutzbar zu machen. Auf der einen Seite wird leistbarer, kostengünstiger Raum dringend benötigt, obwohl vorhandener gebauter Raum leer und unbenutzt ist. Ziel ist es, durch die Erhebung dieses nicht benutzten Raumes jene Menschen die Raum besitzen und nicht nutzen mit jenen die keinen besitzen, aber brauchen in Kontakt zu bringen." Auf der einen Seite wird leistbarer, kostengünstiger Raum dringend benötigt, obwohl vorhandener gebauter Raum leer und unbenutzt ist.

Die Diskussion über den Leerstand wird auf alle Fälle um interessante Perspektiven erweitert.

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