Virusverdacht
Bahnbetrieb am Brenner kurzfristig eingestellt

Der Eurocity 86 zwischen Venedig und München musste am Brenner stehen bleibe. Die 2 Fahrgäste mit Fieber und Husten waren schon in Verona ausgestiegen.
  • Der Eurocity 86 zwischen Venedig und München musste am Brenner stehen bleibe. Die 2 Fahrgäste mit Fieber und Husten waren schon in Verona ausgestiegen.
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INNSBRUCK. Der Eurocity 86 von Venedig nach München wurde am Brenner angehalten und hat den Zugverkehr am Brenner für vier Stunden zum Stillstand gebracht. Die italienische Bahn meldete den Corona-Verdachtsfall /2 Fahrgäste sind mit Husten und Fieber aufgefallen) den ÖBB. Diese schalteten das österreichische Innenministerium ein – und der zuständige Bezirkshauptmann aus dem Bezirk Innsbruck-Land stoppte daraufhin den Zug per Bescheid. Die beiden Fahrgäste hatten den Zug in Verona verlassen und wurden dort negativ auf den SARS-CoV-2 Virus getestet.

Entwarnung

Bis zur Entwarnung des Innenministerium, saßen 500 Passagiere aus zwei Zügen am späten Sonntagabend auf dem italienischen Grenzbahnhof am Brenner bis 23.30 Uhr fest. Bei allen Passagieren, die in Österreich aussteigen, sollten Identitätsfeststellungen vorgenommen werden, so das Innenministerium. In München durften die Passagiere bei der Ankunft hingegen unkontrolliert den Bahnhof verlassen. Betroffen waren am Sonntagabend laut ÖBB die Züge EC86, EC1288, den REX1828 sowie den Express Nizza-Moskau D408.

Einsatzstab

Ein heute einberufener Einsatzstab soll die Situation umfassend aufklären. Gesundheitsminister Rudolf Anschober meinte in der ORF-Sendung-Zeit im Bild 2: "Grenzkontrollen gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus seien derzeit nicht erforderlich." 

Virusübertragung

Die Übertragung des Coronavirus passierte von Tier zu Mensch. Nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen hat das Virus seinen Ursprung im Huanan Seafood-Großhandelsmarkt, einem Markt für Meeresfrüchte in Wuhan und wurde offenbar von Fledermäusen auf Schlangen und dann auf den Menschen übertragen. Auf diesem Markt wird mit lebenden und frisch geschlachteten Tieren gehandelt, auch Schlangen werden in China gegessen. Der Markt wurde bereits Anfang des Jahres von den chinesischen Behörden geschlossen. Die genaue Herkunft des Virus ist aber noch unklar. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist laut WHO nachgewiesen.

Symptome

Laut WHO löst das neue Virus Atembeschwerden, Fieber und Husten aus. In schwereren Fällen kann es eine Lungenentzündung verursachen, und zu Nierenversagen und zum Tod führen. Todesfälle traten bisher vor allem bei Patienten auf, die bereits zuvor an schweren Grunderkrankungen litten bzw. älter waren. Die Coronavirus-Erkrankungen, auch jene, die jetzt in Europa festgestellt wurden, sind alle mit Reisen nach Wuhan etc. in China oder Ansteckungen mit betroffenen Personen in Verbindung zu bringen.

Corona vs. Influenza

Empfohlen wird, sich im Fall eines Verdachts in Österreich an die Rettung zu wenden oder an Ärzte bzw. Allgemeinmediziner. Auch bei der „Gesundheits-Hotline" unter der Telefonnummer 1450 bekommt man Informationen. Nach wie vor wird gegen Influenza die in Österreich erhältliche Impfung empfohlen. „Die echte Grippe ist aktuell bei uns viel näher und gefährlicher als das Coronavirus, man kann sich aber schützen. Den wirksamsten Schutz bietet die Influenza-Impfung – auch während der Grippesaison", sagte Gesundheitsminister Anschober. In der vorigen Grippesaison starben in Österreich nach Expertenschätzungen über 1000 Menschen an den Folgen der Grippe.

Schutz

Um generell die Ausbreitung von Infektionskrankheiten der Atemwege zu vermeiden, sollte besonders in Regionen mit Fällen des neuartigen Coronavirus auf gute Händehygiene geachtet werden und die Husten- und Nies-Etikette sowie Abstand zu Erkrankten eingehalten werden. In Anbetracht der herrschenden Grippewelle sind diese Maßnahmen derzeit aber überall und jederzeit angeraten. Eine Impfung wird wohl nicht vor 2021 erhältlich sein. Eine rasche Weiterverbreitung innerhalb der EU wird bei der Einhaltung von krankenhaushygienischen Maßnahmen und entsprechender Kontaktnachverfolgung derzeit als gering eingestuft, hieß es vom Gesundheitsministerium.
Schutzmaßnahme Hygiene
● Hände gründlich (über 20 Sekunden) mit Wasser und Seife waschen, dann sorgfältig mit einem sauberen Tuch abtrocknen
● Schleimhäute von Augen, Mund und Nase so wenig wie möglich mit den Händen berühren
● Händeschütteln möglichst vermeiden und Abstand zu niesenden oder hustenden Personen halten
● wenn kein Taschentuch griffbereit, beim Husten und Niesen die Armbeuge vor Mund und Nase halten und sich dabei von anderen Personen abwenden
● nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten gründlich die Hände waschen
● bei Krankheitssymptomen zu Hause bleiben

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Autor:

Georg Herrmann aus Innsbruck

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